Offener Brief an Graf's Reisen

Guten Tag Herr Graf,

auf meinem Weg zur Arbeit fuhr heute einer Ihrer Busse vor mir her und dabei habe ich etwas erlebt, was ich Ihnen gern berichten möchte, weil es mich doch nachdenklich stimmt und meine Bereitschaft in einem Ihrer Busse eine Reise zu unternehmen arg schmälert.

Also, wie gesagt: Auf meinem Weg zur Arbeit fuhr heute mittag einer Ihrer Busse, ein sogenannter Linienbus, vor mir her. Mich wunderte, wie langsam dieser Bus fuhr, da ich doch sonst von Bussen eher eine zügigere, forsche Fahrweise gewohnt bin. Leider ist die Strecke etwas kurvig und ich nur mit meinem Motorroller unterwegs war, der allerdings für schnellere Fahrten ausgelegt und zugelassen ist, verzichtete ich auf einen Überholvorgang und zuckelte hinter dem Bus her. Ein Blick auf den Tacho zeigte mir eine Geschwindigkeit von ungefähr 35 km/h.

Manch einer wird jetzt sagen, dass dieses geradezu vorbildlich sei und dem würde ich zustimmen, da ich persönlich auf lieber langsamer aber lebend ankomme, als zu schnell ins Grab. Aber es sollte anders kommen.

In einem Kreisverkehr auf unserem gemeinsamen Weg fuhr besagter Bus dann plötzlich, ohne die Geschwindigkeit zu verringern, sagen wir mal freundlich, etwas unorthodox fasst auf geradem Wege weiter, will heißen, er nahm den Kreisverkehr sehr eng ohne übermäßig zu lenken und fuhr in gleichem Tempo, wie gesagt eher langsam weiter.

An der nun bald folgenden Ampel wird die Straße zweispurig und da die Ampel auf Rot stand, fuhr ich, der Bus hielt auf der rechten Spur direkt vor der Ampel, links vorbei bis zu Fahrerkabine schaute nach rechts und sah:

Ihr Fahrer war neben dem Lenken dieses großen Gefährtes damit beschäftig mit seinem Mobiltelefon zu telefonieren, welches er fest in seiner rechten Hand hielt und mit der linken gestikulierte.

Ich hoffte, das Gestikulieren erfolgte nur an der Ampel während der Bus stand, aber nein, als die Ampel auf Grün umsprang, fuhr der Bus an und der Fahrer setzte seine Nebentätigkeit,(ich meine Telefonieren und Gestikulieren, nicht Busfahren) weiter fort. Ich habe dann Gas gegeben und zugesehen, dass ich mich schnellst möglich aus dem Wirkungsbereich dieser potentiellen Unfallgefahr entfernte.

Soweit diese Schilderung, und nun meine Bitte:

Ungeachtet, ob das Gesetz, welches die Benutzung eines Mobiltelefons im Straßenverkehr einschränkt, richtig oder falsch ist (ich halte es für richtig), möchte ich Sie bitten, schenken Sie Ihren Fahrer doch bitte eine Freisprecheinrichtung. Denken Sie an unsere Kinder, ich weiss, Sie fahren auch Schulbusse. Denken Sie an uns, Ihre Kunden, Fußgänger, Fahrradfahrer, Rollerfahrer, Motorradfahrer, Autofahrer, kurz an alle Verkehrsteilnehmer, die schwächer sind als Ihre riesigen Busse (und das sind fast alle).

Danke im Voraus.

Ihr Ralf Palmer

P.S. Nein, ich verrate Ihnen nicht die genaue Strecke und die Zeit. Ich möchte nicht, das der Fahrer dieses Busse dadurch Schwierigkeiten bekommt. Falls er dieses liest, hoffe ich, dass er sein Verhalten ändert, falls nicht, hoffe ich, dass nichts passiert.

Autor:

Ralf Palmer aus Herne

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