Als Graf Hotte noch der "Theo" war ...

Viele haben es geahnt, aber keiner richtig gewusst - Bei Horst Schröder gab es ein Leben vor seinem Grafenleben. Nun holte ihn die Vergangenheit mit blonden Strähnchen, knackiger schwarz-weißer Röhrenhose und Muskel-Shirt ein.
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Wanne-Eickel. Viele haben es geahnt, aber keiner richtig gewusst - Bei Horst Schröder gab es ein Leben vor seinem Grafenleben. Nun holte ihn die Vergangenheit mit blonden Strähnchen, knackiger schwarz-weißer Röhrenhose und Muskel-Shirt ein.

Mission: Revival von L.A.CRITS

Eine Stunde Bahnfahrt aus Ölde und Hamm in die Grafen-Metropole Wanne-Eickel nahmen sie in Kauf, nur um einen weiteren Schritt ihrer Mission vor Augen zu haben. Die Mission von Manuela Mersmann und Miriam Bannasch, beide inzwischen 36 Jahre, ist es, alle Band-Mitglieder der ehemaligen Top-40-Band "L.A.CRITS" wieder zu treffen und für ein Revival der Stars ihrer Teenie-Zeit zu begeistern. Überall, wo links und rechts der A 2 eine Scheune oder Zelt stand, sorgten die „Lakritze“ seit 1986 über 20 Jahre zum Leidwesen mancher Eltern für Jubel und Gekreische der teilweise bis zu 3.000 Teens. Ende der 80-er als 11-Jährige wurden Manuela und Miriam von diesem Kult „angefixt“, zu dieser Zeit verzückte ein Leadsänger namens „Theo“ im üblichen 80-er Style mit wallender blondierter Mähne die Girlies. Nun beim Betreten der Wanner Erde stand er den beiden Westfälinnen freundlich winkend gegenüber, beim Erkennen des liebgewonnenen Grübchens schlugen die Herzen wie zur Jugendzeit höher. Nur ihr Jugendschwarm hört nicht mehr auf den Namen Theo sondern auf „Graf Hotte“ und seine Markenzeichen sind der Zylinder, schwarze Kleidung und meistens T-Shirts, die mit ihrem Aufdruck seine Heimatverbundenheit ausdrücken.

Vom Theo zum Grafen

Da Horst Schröder’s erster Gang in Beckum beim Anheuern bei der Cover-Band "L.A.CRITS" in eine Pommes-Bude war, musste das Wiedersehen mit seinen ehemaligen "Groupies" Manuela und Miriam stilecht im Imbiss seines heutigen „Mondritter-Bruders“ Gerd Herzog stattfinden. „Beim Bestellen einer Pommes, erhielt ich in Beckum die Rückfrage ‘mit Schranke?‘“, erklärt Graf Hotte seine damalige Verdutztheit über diesen Begriff für Majo/Ketch-Up. Beim weiteren Schwelgen in Erinnerungen fallen ihm die zahlreichen Schnitzel, die es nach jedem L.A.CRITS-Auftritt gab, ein: „In den 3 Jahren hatte ich beginnenden Skorbut.“ Als der Rap-Gesang in die Charts zog, hörte „Theo“ bei der Beckumer Cover-Formation auf und widmete sich wieder ganz der eigenen Musik, den Oldies und seiner Heimat Wanne-Eickel. Dort wird er inzwischen als Lokal-Ikone geadelt und legte den Namen Theo, den er wegen einer parallelen Begebenheit zu Westernhagen’s Film „Theo gegen den Rest der Welt“ erhielt, ab: „Technisch unbegabt, habe ich meinem Moped kein Öl gegeben. Genau an der Stelle, wo Marius die Knutschkugel Fiat 500 schrottet, blieb ich mit Kolbenhänger stehen.“ Noch einmal zog es Horst Schröder nach Beckum: „Beim 10-jährigen Bandjubiläum in 96 spielten alle ehemaligen Lakritze. Als Vorgruppe hatten wir Jürgen Drews, der sich hinter der Kofferraumklappe seines Kombis umziehen musste.“ Möglich, dass sich Horst Schröder wegen dieser Begebenheit selbstironisch als „anonymer Weltrockstar“ bezeichnet.

Absolute Fan-Leidenschaft

Vor allem Miriam Bannasch bleibt bei Graf Hotte’s Erzählungen an seinen Lippen kleben, in Gedanken zieht die erste Begegnung mit „ihrem Theo“ an ihrem Auge vorbei: „Als er vor meiner ersten Konzertteilnahme als 11-Jährige in enger gestreifter Röhrenhose und Lederjacke locker an einer Mauer lehnte, dachte ich ‘Borr, ist der süß!‘.“ Stolz und immer noch schwärmerisch zeigen Miriam und Manuela alte Fotos, ihre damals liebevoll zusammengestellten Fan-Sammelbücher mit Zeitungsartikeln und Teenie-Erinnerungen, sowie Band-Plakate, die sie nach jedem Auftritt als Trophäe von den Ständern abrissen. „Wenn wir einen Fahrer hatten, haben wir jedes Konzert von L.A.CRITS mitgenommen“, erklärt Manuela Mersmann über ihre bis heute bestehende Leidenschaft: „Anfangs waren wir 4 Mädels, wir waren richtig Groupies und jede hatte ihren eigenen Liebling.“ Ihre Cliquen-Kollegin Miriam gesteht zu ihrer Mission, dass „L.A.Crits auch heute noch unsere Lieblingsband ist. Wir wünschen uns noch mal ein Zusammenspiel von Ihnen, denn die Band, Musik, Atmosphäre und Feeling waren sehr offen und freundlich, ja weltklasse.“ Viele Bandmitglieder hat sie mühevoll via facebook wieder gefunden, Horst Schröder wegen seiner Namensänderung nur per Zufall: „Bei einem Foto von neuen Kontakten kam mir das Gesicht so bekannt vor, es dauerte lange bis der Groschen gefallen ist.“ Endlich steht sie neben ihrem einstigen Idol und ist trotz Alterungsprozess nicht enttäuscht: „Theo sieht immer noch knackig aus. Es ist sehr vertraut mit ihm.“ An dieser Stelle blendet man besser den Bericht aus und lässt die Wiedergefundenen alleine bei ihrem Erinnerungsaustausch. Nur so viel sei verraten, dass Graf Hotte nach dem abschließenden Tierpark- und Spielplatzbesuch mit Miriams Kindern Emily und Nicolai neue Fans gefunden hat.

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