Durch die Linse
In der Fotoausstellung im Haus Martfeld gibt es viel zu entdecken

Dr. Bärbel Jäger im angeregten Museumsgespräch mit interessierten Besuchern.
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  • Dr. Bärbel Jäger im angeregten Museumsgespräch mit interessierten Besuchern.
  • Foto: Lilo Ingenlath-Gegic
  • hochgeladen von Hanna Assiep

Ein Einrad, festgekettet an einem alten gusseisernen Laternenmast, Portraits bekannter Persönlichkeiten in schwarz-weiß, farbenfrohe Impressionen vom Karneval in Venedig, zwei in den Himmel aufragende Granitblöcke – höchst spannend sind die Bildwelten, die sich den Betrachtern in der Fotoausstellung „Durch die Linse“ im Schwelmer Haus Martfeld öffnen.

Vier Mitglieder des Bundes Bildender Künstler Bergisch Land zeigen in der ersten Ausstellung während der Corona-Krise ihre sehr individuellen Perspektiven und bringen auf diese Weise auch etwas Museumsnormalität zurück in die schönen Räume des Hauses Martfeld.

Großformatige und großflächige Bilder hängen neben kleinen akribisch inszenierten Fotografien, auf denen unendlich viele Details zu entdecken sind. Die Vielfalt der Blicke „durch die Linse“ ist groß. Immer stellen die Werke den Betrachtern Fragen, laden ein, versteckte Botschaften zu entdecken.

Museumsgespräch gut besucht

Eine vorzügliche Möglichkeit hierzu bot das Museumsgespräch, zu dem Dr. Bärbel Jäger, die Leiterin des Museums Martfeld, eingeladen hatte. Trotz scheußlichen Herbstwetters war das Angebot gut besucht. Die Gruppe nahm - mit Abstand - vor verschiedenen Fotografien Platz und immer wieder entstanden angeregte Gespräche und Diskussionen. Sachkundig unterstützt wurden die Teilnehmer von Dr. Jäger als Kunsthistorikerin. Außerdem steuerte eine professionelle Fotografin, die gekommen war, um die Werke ihrer Kollegen anzuschauen, aufschlussreiche Informationen zu aktuellen Möglichkeiten der digitalen Fotografie bei.

Nach dem Museumsgespräch stellte die Museumsleiterin den Teilnehmern eine Abschlussfrage: „Wenn Sie ein Bild mitnehmen dürften, welches würden Sie auswählen?“ Die Antworten waren beinahe so zahlreich, wie die Fotografien in der Ausstellung.


Folgende Künstler stellen aus:

  • Tatiana Stroganovas Fotografien zeigen ungewöhnliche, originelle Motive. Die Bildfolge „Fahrräder“ zeigt alltägliche Gegenstände und lässt eigenwillige Ansichten entstehen.
  • Burkard Bücher präsentiert Portraits, nahsichtige Bildnisse von bekannten Künstler-Persönlichkeiten, unter anderem vom Schwelmer Musiker Dietrich Rauschtenberger. Die Arbeiten halten den Moment fest, sie sind nicht inszeniert, sodass sie eine authentische Aussagekraft besitzen. Ganz anders sind Büchers Fotografien von so genannten „Lost Places“, Orten oder Bauwerken, die ihrem allmählichen Verfall überlassen sind.
  • Die Fotografin Lidia Epshtein kommt aus dem Bereich Textildesign. Fotografien, wie farbintensive Szenen des venezianischen Karnevals und stark strukturierte Architekturdarstellungen, zeigen nur einen Bereich ihres Schaffens. Besonders beeindruckend sind ihre Textilbanner im Stil überdimensionaler Dia-Streifen, bei denen sie Fotografie, Malerei und Batiktechnik vereint.
  • Eberhard Voglers Fotografien zeigen schwerpunktmäßig Details und Strukturen von Architektur und Landschaft in einem spannenden Zusammenspiel von Natur und Zivilisation. Beispielhaft für seine Arbeitsweise sind die Zapfsäulen in menschenleerer isländischer Landschaft. Über den Szenen liegt eine Atmosphäre von Stille und Einsamkeit, die an die Bilder Edward Hoppers erinnert.

Alle vier Fotokünstler beweisen bei ihrem Blick „durch die Linse“ ein hohes Maß an Professionalität, Originalität und Kreativität.

  • Die Fotoschau im Haus Martfeld dauert noch bis zum 1. November.
  • Sie ist dienstags von 14 bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 1,50 Euro.
  • Jeden letzten Dienstag im Monat lädt Dr. Bärbel Jäger zu unterschiedlichen Themen zum Museumsgespräch ein. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Museumseingang. 

von Lilo Ingenlath-Gegic

Dr. Bärbel Jäger im angeregten Museumsgespräch mit interessierten Besuchern.
Fotos aus der Bildfolge „Fahrräder" von Tatiana Stroganova. Die Fotografin verknüpft den alltäglichen Gebrauchsgegenstand mit städtischer Umgebung.
Autor:

Lokalkompass Schwelm aus Schwelm

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