Die EN-Landratskandidaten Olaf Schade und Oliver Flüshöh
"Der Landrat ist der Kreisbürgermeister"

Amtsinhaber Olaf Schade (SPD) tritt erneut an und wird auch von den Gründen unterstützt. Foto: Pielorz
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Der amtierende Landrat Olaf Schade aus Hattingen und der Rechtsanwalt Oliver Flüshöh aus Schwelm treten bei der Kommunalwahl 2020 am Sonntag, 13. September, als Bewerber um den Posten des Landrats gegeneinander an.

Der Landrat ist Chef der Kreispolizei, repräsentiert den Ennepe-Ruhr-Kreis mit seinen neun Städten und über 300.000 Einwohnern und ist Chef einer Kreisverwaltung, die – neben eigenen Akzenten – auch die Aufgaben durchsetzen muss, die von Land und Bund übertragen wurden. In den 1990er Jahren wurde die Kreisordnung des Landes NRW geändert. Das Kommunalverfassungssystem wurde der Süddeutschen Ratsverfassung angeglichen und die Doppelspitzenstruktur von Kreisdirektor und Landrat aufgelöst. Seither bilden die Landräte als hauptberufliche Wahlbeamte die alleinigen Verwaltungsspitzen der Kreise; Oberkreisdirektoren gibt es nicht mehr.

Im Ennepe-Ruhr-Kreis wurde erstmals 1996 ein Landrat direkt von der Bevölkerung gewählt. Bei der Kommunalwahl am 13. September bewerben sich Amtsinhaber Olaf Schade (SPD) und Oliver Flüshöh (CDU) um den Chefsessel im Kreishaus.

„Der Landrat ist quasi der Kreisbürgermeister“

Oliver Flüshöh (43, CDU) ist jung, verheiratet, Familienvater von zwei Kindern (10 und 13 Jahre alt), Jurist, Kommunalpolitiker in Schwelm, Vorsitzender des DRK im Kreis und in Schwelm und er will Landrat werden im Ennepe-Ruhr-Kreis. CDU und FDP haben ihn für die Kommunalwahl am 13. September gemeinsam nominiert und damit ist er der Gegenkandidat zum Amtsinhaber Olaf Schade (SPD).

Er findet: Der Ennepe-Ruhr-Kreis bleibt deutlich unter seinen Möglichkeiten und das will er ändern. „Ich möchte die Chancen für den EN-Kreis nutzen, die in den letzten Jahren nicht genutzt wurden. Die Digitalisierung ist nur ein Beispiel für die vielen Dinge, bei denen wir Nachholbedarf haben. Das gilt für die Verwaltung genauso wie für die Schulen. Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass die Arbeitsplätze in der heimischen Wirtschaft erhalten bleiben. Außerdem sehe ich weitere Schwerpunkte in der Kultur und in der Pflege. Hier haben wir in einigen Städten des Ennepe-Ruhr-Kreises einen großen Nachholbedarf“, sagt Oliver Flüshöh. Seit 16 Jahren sammelt er bereits Erfahrung in der Kommunalpolitik. Der Fraktionsvorsitzende der CDU Schwelm ist Mitglied im Kreistag und will jetzt eines schaffen: endlich den Chefsessel im Kreis für die Christdemokraten holen. Der ging nämlich bisher immer an die SPD. Vor Amtsinhaber Olaf Schade aus Hattingen war es Dr. Arnim Brux (SPD) und davor Volker Stein (SPD). 

Oliver Flüshöh ist geborener Ennepetaler und im Südkreis bekannt, im Nordkreis dagegen nicht ganz so sehr. „Wir reden oft von Nord- und Südkreis. Aber eigentlich müssten wir im Allgemeinen vom Ennepe-Ruhr-Kreis reden. Das WIR-Gefühl ist wichtig. Wir haben eine fantastische geographische Lage, wir haben viel Grün, wir haben tolle Freizeiteinrichtungen. Wir haben einfach Heimat.“ Oliver Flüshöh denkt auch laut über gemeinschaftliche Einrichtungen nach. „Wenn man sich die Struktur des Kreises ansieht, dann sieht man, wie unterschiedlich die einzelnen Städte in ihrer Größe und Identität sind. Das ist auch gut so. Wir diskutieren immer wieder interkommunales Engagement, auch im Hinblick auf Freizeiteinrichtungen.“ Der engagierte Politiker ist in seiner Freizeit gern mit der Familie in der Natur unterwegs. Im EN-Kreis unterwegs sein – für ihn ist der Landrat quasi der Kreisbürgermeister – möchte er zukünftig vom Chefsessel aus dem Kreishaus.

"Bitte gehen Sie zur Wahl"

Verhindern möchte das natürlich Amtsinhaber Olaf Schade (SPD), der bei der Wahl auch von den Grünen unterstützt wird. Olaf Schade ist 52 Jahre alt, Jurist, Vater eines Kindes und verheiratet. Der amtierende Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises ist gebürtiger Bochumer, wohnt aber seit seiner Kindheit in Hattingen. Bevor er vor fünf Jahren zum ersten Mal zum Landrat gewählt wurde, arbeitete er für die SPD im Düsseldorfer Landtag. 2010 wechselte er in die Verwaltung des Landtags Nordrhein-Westfalen, wurde Referatsleiter für Parlamentsrecht und Europa und leitete ab 2012 bis 2015 das Präsidialbüro von Landtagspräsidentin Carina Gödecke. „Ich habe gesehen: Man kann vor Ort unheimlich viel bewegen“. Für die kommende Wahl wurde der SPD-Mann wieder von seiner Partei zum Spitzenkandidaten für das Amt des Landrats nominiert. Er findet: „Der Kreis macht viel. Gesundheitsamt, Bevölkerungsschutz – in der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, wieviel der Kreis eigentlich regelt. Der Landrat kümmert sich um eine gute Infrastruktur und gestaltet. Die Digitalisierung ist ein großes Thema für die Zukunft. Einerseits sollen Firmen über eine zeitgemäße Anbindung ans Internet verfügen, andererseits sollen aber auch Privathaushalte von einer Digitalisierungsoffensive profitieren. Deshalb gibt es viele Stellen im Kreis, wo gebuddelt wird. Ganz viel passiert aktuell auch bei der Modernisierung der Schulen, denn Bildung ist unsere Zukunft.“

Was den SPD-Spitzenkandidaten am Amt reizt, ist die Möglichkeit auf lokaler Ebene etwas zu bewirken und so direkt die Lebensverhältnisse der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. „Der EN-Kreis muss auf der Höhe der Zeit sein. Klimawandel ist dabei auch ein wichtiges Thema. Der zweite Punkt ist der soziale Zusammenhalt. Diese beiden Punkte sind mir besonders wichtig. Einrichtungen wie das Jobcenter oder die Institutionen für die Pflege – das sind Bereiche, die dafür sorgen, dass wir hier ein lebenswertes Leben haben auch dann, wenn es mal schwieriger wird.“

Für die Position des Landrates ist deshalb eine starke Legitimation notwendig. Amtsinhaber Olaf Schade sagt deshalb: „Ich bin aus tiefstem Herzen Demokrat und hoffe, unabhängig vom Ausgang der Wahl, dass möglichst viele Wahlberechtigte ein Kreuz auf ihrem Stimmzettel machen. Deshalb sage ich ganz deutlich: Bitte gehen Sie zur Wahl“.

Amtsinhaber Olaf Schade (SPD) tritt erneut an und wird auch von den Gründen unterstützt. Foto: Pielorz
Für die CDU tritt Oliver Flüshöh an. Er wird auch von der FDP unterstützt. Foto: Pielorz
Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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