Reichlich Holz unter den Hütten!

"Strandbar 54 Grad Nord" in Ording - früher bekannt als "Doris`Strandcafé" und vor wenigen Jahren komplett renoviert. Foto: Rainer Bresslein
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  • "Strandbar 54 Grad Nord" in Ording - früher bekannt als "Doris`Strandcafé" und vor wenigen Jahren komplett renoviert. Foto: Rainer Bresslein
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Das Charakteristische für St. Peter-Ording sind die Pfahlbauten auf der vorgelagerten Sandbank. "Baden an und unter dem Pfahlbau verboten" steht auf den Schildern am Strand. Das ist auch der Grund, warum die Restaurants, die Hütten der Badeaufsicht und die Toiletten an den Stränden des Ferienorts auf Holzpfählen stehen: Sie sind stark flutgefährdet.
Hoch über dem Meer aber trotzen sie Sturm- und Springfluten und bieten Gästen zudem einen wunderschönen, weiten Blick über die Nordsee. So wurden die mittlerweile über 100-Jahre alten einmaligen maritimen Bauten zum Wahrzeichen von St. Peter-Ording.
 
Die Hütten auf Stelzen wurden um die Jahrhundertwende von der Bevölkerung auch als "Giftbuden" tituliert, eine an der gesamten norddeutschen Küste bekannte Bezeichnung für Häuser, in denen etwas ausgeschenkt wurde - also, wo es "wat geev". Das war in der Regel zunächst einmal der Alkohol - später wurde das Sortiment dann nach und nach erweitert. Nach dem althochdeutschen Wort gift für geben sind noch heute einige Strandkioske an der deutschen Nordseeküste benannt, so etwa auf den ostfriesischen Inseln Norderney, Spiekeroog und Langeoog.

Die Pfähle unter den Bauten stecken ca. fünf Meter tief im Untergrund, die Restaurants liegen bis zu acht Meter hoch über dem Strand. In St. Peter-Ording gibt es auf der zwölf Kilometer langen und zwei Kilometer breiten Sandbank fünf Badestellen mit insgesamt 15 Pfahlbauten. Dabei ist die Aufteilung der jeweiligen Komplexe immer gleich. Es gibt jeweils drei Einheiten nebeneinander - ein Restaurant, eine Badeaufsicht mit Strandkorbvermietung und eine Sanitäranlage.

Damit die Gäste auf dem Weg zu den Pfahlbauten keine nassen Füße bekommen, gibt es extra lange Holzstege. Aber die helfen mittlerweile auch nicht mehr überall. So kann es passieren, dass die Besucher bei starkem Westwind und Flut nicht mehr zur Strandbar kommen, denn der Strand verändert sich ständig. Die Flut trägt den Sand hin und her. Am Ordinger Strand gehen jedes Jahr etwa acht Meter Strand durch Erosion verloren. Außerdem trägt auch der Anstieg des Meeresspiegels dazu bei, dass ständig an der Höhe der Stege gearbeitet werden muss - erst im Frühjahr wurde der Zugang in Ording um eineinhalb Meter erhöht. In einigen Jahre dürfte aber auch das nicht mehr ausreichen und die Stege müssten komplett neu gebaut werden.   

Alle Fotos: Rainer Bresslein

Autor:

Rainer Bresslein aus Wattenscheid

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