Die Bäume sind weg

Auf dem Zeppelindamm wurden auf einer Strecke von rund 300 Meter die Bäume am westlichen Fahrbahnrand gefällt. Foto: Peter Mohr
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Zuerst war es für viele Anwohner ein überraschend fremder Anblick. Dann verwandelte sich die Überraschung in eine handfeste Empörung über die gefällten Bäume entlang des Zeppelindamms.

Es war wie eine Art Nacht- und Nebelaktion. Die Elektrosägen fraßen sich durch den alten Baumbestand und hinterließen eine rund zehn Meter breite "Leere" am Zeppelindamm. Von der "blauen Brücke" in Richtung Linden erstreckt sich die Schneise am westlichen Fahrbahnrand auf rund 300 Metern Länge.
Als "Präventionsmaßnahme zum Schutz des Autoverkehrs“ hat die Stadtverwaltung die massive Rodung bezeichnet. Ein Teil der Bäume sei nicht mehr zu retten gewesen, hieß es in einer städtischen Verlautbarung.
Tobias Dannappel, Betreiber der auf der westlichen Seite liegenden "Grillakademie", ist wenig begeistert und klagt über die schon in den letzten Jahren (bedingt durch die Stürme) gewachsene Lärmbelästigung.
In den sozialen Netzwerken ließen viele Wattenscheider ihrem Unmut freien Lauf, beklagten die Radikal-Rodung und vor allem die schlechte Informationspolitik der Verwaltung. Auch die von der Stadtverwaltung geplante Ersatzlösung, die eine Neupflanzung von Buschwerk und kleineren Gewächsen vorsieht, stößt auf wenig Gegenliebe.
Auch bei den Politikern regt sich massiver Protest. Sebastian Pewny (Grüne) will das Thema in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses am 8. November auf die Tagesordnung bringen.
Die Ausschussvorsitzende Martina Schmück-Glock (SPD) verlangt von der Verwaltung eine Erklärung. Sie zeigt sich überrascht vom Umfang der Baumfällungen. Zwar wurde der Umweltausschuss informiert, aber nicht deutlich genug. „Die Mitteilung der Verwaltung sprach lediglich von Waldumbaumaßnahmen. Daraus war nicht ersichtlich, auf welchem Umfang das basiert“, so Schmück-Glock.
Mit den aktuellen Fällungen sind die Arbeiten allerdings noch nicht abgeschlossen. „Deswegen wünschen wir uns als SPD von der Verwaltung, die weiteren Maßnahmen zumindest bis zur Ausschusssitzung zurückzustellen. Es sollen nicht noch mehr Fakten geschaffen werden“, erklärt Martina Schmück-Glock.

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