Neuer zentraler Marktplatz, Erweiterung des Volksparks, RegioTram, mehr Wohnraum, Kunstrasenplatz
Ortsteilentwicklung für ein modernes Günnigfeld

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Günnigfeld zeichnet sich besonders durch ruhige Wohnviertel und seine Lage im Grünen aus. Es gibt den Volkspark, eine gute Versorgung mit den Dingen des täglichen Bedarfs. Es fehlt allerdings ein markantes Stadtteilzentrum. Auch bei den Verkehrsanbindungen mit Bus, Bahn und den Radwegen gibt es ein erhebliches Verbesserungspotential. Die Stadtgestalter haben sich daher für Günnigfeld eine Reihe von Ideen überlegt.
Wie schon für Leithe, Höntrop, Wattenscheid-Mitte sowie die Wattenscheider Heide und einige Bochumer Stadtteile haben die Stadtgestalter als Diskussionsgrundlage für ein künftiges städtisches Stadtteilentwicklungskonzept 9 Vorschläge erarbeitet, mit denen der Ortsteil Günnigfeld attraktiver gestaltet werden und verkehrlich besser an das ÖPNV- und Radwegenetz des Ruhrgebietes angebunden werden kann.

1. Erweiterung des Volksparks um den Max-König-Platz
Den Max-König-Platz mit einer attraktiven Pflasterung, mehr Grün, einem Wasserspiel und Bänken attraktiver machen und ihn als Südspitze in den Volkspark integrieren.
Zudem eine attraktive Fußwegeverbindung zur Ev. Christus-Kirche und zum Wichernhaus schaffen. Vor der Kirche könnten künftig auch die Busse der Linien 363, 383 und 390 halten. Die Buslinien werden so geführt, dass die Busse nicht mehr im Norden am Max-König-Platz vorbei fahren müssen.
Die Marktstraße zwischen Volkspark und Max-König-Platz kann entfallen, damit die Grünflächen des Parks bis an den Max-König-Platz herangeführt werden können. Der Container-Platz des USB wird an die Friedhofstraße verlegt und mit Unterflurcontainern optimiert ausgestattet. An dieser Stelle sowie im ganzen Volkspark soll die Beleuchtung verbessert werden.
Im gesamten Bereich des Max-König-Platzes soll der Asphalt aufgenommen werden, der eigentliche Platz stattdessen für diverse Märkte, Stadtteilveranstaltungen und kleine Konzerte gepflastert werden, die Flächen um den Platz sollen als Grünflächen oder Beete gestaltet werden.

2. Neuer Platz im Ortsteil
Günnigfeld soll an der Günnigfelder Straße, wo sich heute Netto, die Tankstelle und das Vereinsheim des VfB Günnigfeld befinden einen neuen zentralen Stadtteilplatz erhalten. Der Platz entsteht, indem der Nettomarkt um 30 m nach Süden verlegt würde. Er soll im Erdgeschoss eines neuen Gebäudes Platz finden, das auch als Quartiersparkhaus dienen soll sowie als Parkhaus für Besucher der Sporthalle, des neuen Stadtteilplatzes und des Sportvereins.
Der Stadtteilplatz soll so angelegt werden, dass an ihm nicht nur der Netto, sondern auch der Lidl-Markt liegt. Im Nordosten und -westen sowie an der Westseite des Platzes können neue Gebäude entstehen, die zum Beispiel neue kleine Einzelhandelsgeschäfte des täglichen Bedarfs aufnehmen könnten. Auch der Wochenmarkt könnte auf diesen Platz umziehen.
Wichtig ist den STADTGESTALTERn, dass sich die Menschen auf dem Stadtteilplatz wohl fühlen und gerne aufhalten. Dafür ist eine gute Gestaltung, mit viel Grün, modernen Sitzgelegenheiten, Spielmöglichkeiten und einem attraktiven Pflaster erforderlich. Auch Fahrradabstellmöglichkeiten, ggf. im neuen Quartiersparkhaus und eine Station des Fahrradverleihsystems Metropolradruhr sollten vorhanden sein. Aktuell ist nicht eine einzige Ausleihstation für “Metropolräder” in Günnigfeld vorhanden.

3. Neue Sportanlage mit Kunstrasenplatz
Die Fußballer in Günnigfeld sollen einen neuen Kunstrasenplatz sowie ein neues Vereinsheim inklusive neuem Umkleide- und Duschtrakt erhalten. Dafür haben die Stadtgestalter zwei Varianten entwickelt: Bei Variante A wird der jetzige Rasenplatz
30-50m nach Süden verlegt. Das neue Vereinsheim entsteht nördlich der bestehenden Sporthalle.
Bei Variante B entsteht das Vereinsheim westlich der Sporthalle und der neue Kunstrasenplatz liegt südlich der Sporthalle und dem neuen Vereinsheim.
Neben dem Kunstrasenplatz soll, wie es derzeit auch besteht, eine Laufbahn und ein Gelände für Leichathletiksportarten wie Weitsprung, Kugelstoßen oder Hochsprung angelegt werden.

4. Neuer Wohnraum
Neben den von der Stadt bereits vorgesehenen Wohngebieten entlang des Radschnellweges RS1 im Zuge der Umgestaltung der ehemaligen rheinischen Bahntrasse schlagen die Stadtgestalter bei Variante B die Errichtung eines neuen Wohngebietes zwischen dem neuen Quartiersparkhaus und dem RS1 vor. Bei Variante A soll dieses westlich der Sporthalle, auf dem Gebiet des jetzigen Tennenplatzes entstehen.
Beide Varianten sehen neue Bebauungen auf dem Parkplatz nördlich der Sporthalle und südlich der Martin-Lange-Straße vor.
In den Wohngebieten soll es keine Autoabstellplätze geben, die notwendigen Stellplätze werden im neuen Quartiersparkhaus bereit gestellt.

5. Anschluss an die Regiotram
Das neue Stadtteilzentrum von Günnigfeld soll eine direkte Anbindung an den gerade im Bau befindlichen Radschnellweg wie die bereits von den STADTGESTALTERn vorgeschlagene Regiotram erhalten (Bahnanbindung für Leithe und Günnigfeld), die neben dem RS1 mit einer schnellen Verbindung in die Zentren Essens und Bochums führen soll. Mit der Regiotram würde Günnigfeld direkt an das Schnellverkehrsnetz des Ruhrgebiets angebunden.
Die Haltestelle “Günnigfeld Mitte” der Regiotram ist dort vorgesehen, wo heute noch die Asthmabrücke die Südfeldmark und Günnigfeld verbindet. Die Regiotram-Haltestelle ist zu Fuß oder mit dem Rad direkt vom neuen Günnigfelder Stadtteilplatz wie von der Südfeldmark zu erreichen. Für Pendler könnten im neuen Quartiersparkhaus Stellplätze ausgewiesen werden.
Die Regiotram soll südlich des RS1 verlaufen. Querschnitte der ehemaligen Bahntrasse im Bereich der Haltestelle Günnigfeld Mitte (Flächenplan Günnigfeld Mitte) zeigen wie die Fläche zwischen Radschnellweg, Fußweg, Regiotram und Wohnbebauung aufgeteilt werden kann. Platz ist im Bereich des ehemaligen Güterbahnhofs des Wattenscheider Teils der Zeche Hannover ausreichend vorhanden, das gilt auch für den weiteren Verlauf im Bereich der Haltestelle Günnigfeld West, wo Regiotram und RS1 die Parkstraße (im weiteren Verlauf Aschenbruch) überqueren.

6. Anbindung an den Radschnellweg RS1 und die Erzbahntrasse
Der Plan der STADTGESTALTER (Gesamtplan Günnigfeld) sieht eine direkte Anbindung des neuen Stadtteilzentrums von Günnigfeld an den Radschnellweg RS1 vor sowie ausgehend von der Günnigfelder Straße auf Höhe der Hausnummern 115/117 einen Verbindungsradweg zur Erzbahntrasse über die Halde bis zur Brücke über die Straße Am Blumenkamp. Damit entstünde über die Straße Am Blumenkamp auch eine verbesserte Radverbindung von Günnigfeld in Richtung Hordel.

7. Umgestaltung Günnigfelder Straße
Entlang der Günnigfelder Straße wird die Anlage eines Zweirichtungsradwegs von Aschenbruch bis Hofstraße vorgeschlagen. Aufgrund der geringen Straßenbreite ist diese Idee allerdings zwischen neuem Stadtteilplatz und Alfredstraße nicht umsetzbar, dort soll die Straße einheitlich auf ganzer Breite ohne direkte Ausweisung einer Fahrspur gepflastert werden und der Autoverkehr dem Fußgängerverkehr untergeordnet werden. Die Straße wird zu einer Art Shared Space. Der Verkehr in dem genannten Bereich soll nur noch langsam fließen (max. Tempo 20 km/h), damit es Fußgänger in diesem Bereich leicht haben die Straße zu überqueren.
Der Plan der STADTGESTALTER sieht überdies vor, die Straße mit zwei Baumreihen zu begrünen, Kundenstellplätze sollen auf der Südseite der Straße ausgewiesen werden. Zwischen den Baumreihen verbleibt eine Durchfahrtsbreite von 5,5 bis 6 m, so dass auch der Busverkehr sich begegnen kann.
Für die Kreuzung Günnigfelder Straße zu Aschenbruch und Parkstraße wird ein Kreisverkehr vorgeschlagen, so dass sich an dieser Stelle der Verkehrsfluss verbessert.

8. Überarbeitung Spielstraßenzone Schmelzhütte/ Schmiedestraße
Die Straßen in diesem Bereich sind heute schon Spielstraßen. Jedoch sind die Straßeneinbauten in schlechtem Zustand, viele Hochbeete sind kaputt, zum Teil sind
noch unansehnliche und gefährliche Betonhochbeete vorhanden.
Die Straßeneinbauten müssen saniert werden. Die Stadtgestalter schlagen vor, den gesamten Bereich zu überarbeiten und die Spielstraßen zeitgemäß neu zu gestalten.

9. Neues ÖPNV-Konzept
Neben der Regiotram schlagen die Stadtgestalter vor, die Buslinie 363 von der Südfeldmark nach Günnigfeld zu verlängern, auf diese Weise entsteht eine neue Busverbindung zur Innenstadt Wattenscheid. Der Bus könnte Günnigfeld direkt über die
Haltestelle der Regiotram (Höhe Sommerdellenstr.) erreichen und danach Günnigfeld direkt mit einer Runde um den Volkspark durchfahren oder er könnte über die Umgehungsstraße bis zum Friedhof fahren (gestrichelte Linie). Umsteigehaltestellen zu den anderen Linien wären in diesem Fall an der Haltestelle Osterfeldstr. (390) und Haidekamp (383) gegeben. Zudem würde das Gewerbegebiet Hansastr. / Gewerbestr. / Mausegatt besser an den ÖPNV angebunden.
Für die Linien 390 und 383 werden nur geringfügige Veränderungen der Linienführung vorgeschlagen, sowie zusätzliche Haltestellen oder eine Verlegung, womit eine bessere Erschließung des Stadtteils bewirkt und mehr Umsteigemöglichkeiten zwischen den Linien ermöglicht werden.

Zielsetzung und Dank
Die von den STADTGESTALTERn erarbeiteten Vorschläge sollen aufzeigen, was in Günnigfeld machbar ist, welche enormen Entwicklungspotentiale der Stadtteil besitzt. Die dargestellten Vorschläge sollen als Diskussionsgrundlage dienen, wie sich Günnigfeld in den nächsten Jahren verändern könnte.
Die Stadtgestalter befinden sich in Gesprächen mit anderen politischen Gruppierungen in Wattenscheid, die für die Entwicklung von Günnigfeld weitere Vorschläge erarbeiten werden. Das Ziel aller politischen Gruppierungen sollte es sein, gemeinsam mit der Verwaltung für Günnigfeld einen Stadtteilentwicklungsplan zu erarbeiten, der vorgibt wohin sich Günnigfeld in den nächsten Jahren entwickeln soll. In diesen Plan sollten die besten Ideen aller politischen Gruppierungen und der Günnigfelder Einwohner*innen aufgenommen werden.
Eingeflossen in die von den STADTGESTALTERn entwickelten Vorschläge sind viele Ideen von Günnigfeldern, die am Stadtrundgang im November 2019 teilgenommen haben oder die ihre Anregungen auf anderem Weg übermittelten. Auf diesem Weg bedanken sich die Stadtgestalter für dieses Engagement.

Autor:

Dirk Dziabel aus Wattenscheid

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