DRK-Unwettertipps: Blitzschlag - So helfen Sie richtig

Seit mehreren Wochen halten teils schwere Unwetter und Gewitter die Rettungsdienste in weiten Teilen des Landes in Atem. Das DRK erklärt, wo sie bei einem Gewitter sicher sind, wie Sie sich unterwegs verhalten sollten und wie Sie im Ernstfall helfen können. Wiederbelebungschancen für Blitzopfer sind gut – wenn sie schnell erfolgen.

„Ein Blitz kann eine Spannung von mehreren Millionen Volt haben. Die Luft in einem Blitzkanal wird rund 30.000 Grad heiß. Das klingt zunächst erschreckend. Je schneller die Hilfe kommt, desto besser sind die Chancen zu überleben. Auch Menschen, die keine besonderen Kenntnisse in Erster Hilfe haben, sollten keine Zeit verlieren“, sagt Wattenscheids Erste-Hilfe-Beauftragter Werner Rautenberg.

Tipp 1: Der beste Schutz:
Häuser mit Blitzableiter und Autos Zieht ein Gewitter auf, ist man in einem Gebäude mit Blitzableiter am sichersten. Autos, Wohnmobile, oder die Kabine einer Baumaschine bieten den gleichen Schutz, denn ihre metallische Konstruktion wirkt wie ein Faradayscher Käfig.

Tipp 2: Im Freien: Machen Sie sich klein! Wird man unterwegs vom Gewitter überrascht, gilt die Faustregel:
Sie dürfen nicht der höchste Punkt in der Umgebung zu sein. Machen Sie sich so klein wie möglich. Gehen Sie in die Hocke und umschlingen Sie die Knie mit den Armen, wenn möglich in einer Bodenmulde. Die Füße sollten dabei möglichst eng zusammenstehen. Lehnen Sie sich nirgendwo an. Auch in Scheunen, Holz oder Steinhütten sollte man sich in der Mitte des Gebäudes aufhalten und in die Hockestellung gehen. Reiter sollten absitzen und einen blitzgeschützten Ort aufsuchen. Meiden Sie Bergspitzen, Aussichtstürme. Auch einzelne Bäume oder Baumgruppen aufzusuchen, ist gefährlich. Im Inneren eines Waldes mit gleichmäßig hohen Bäumen ist man zwar einigermaßen sicher. Den Waldrand oder besonders hohe Bäume sollte man aber immer meiden.

Tipp 2: Wasser, weite Ebenen und Metall sind gefährlich Badenden sollte beim ersten Donnergrollen klar sein:
Raus aus dem Wasser. Denn der Kopf bildet im Wasser den höchsten Punkt im Umkreis – ein sehr wahr-scheinliches Ziel für den Blitz. Wasser leitet die Energie des Blitzes. Gleiches gilt für Metall: Radfahrer sollten absteigen und sich ein paar Meter vom Rad entfernen. Legen Sie Regenschirme und Wanderstöcke in sichere Entfernung.

Meiden Sie Masten, Antennen oder Metallzäune. Auch wer nicht direkt vom Blitz getroffen wird, kann verletzt oder getötet werden. Dort wo der Blitz einschlägt, verteilt sich die elektrische Energie kreisförmig und im Erdreich und kann auch im Umkreis Schaden anrichten.

Tipp 3: Schnelle Hilfe rettet Leben!
Die Folgen eines Blitzschlags auf den Körper sind sehr verschieden. Neben Verbrennungen kann es zu Knochenbrüchen oder Verletzungen nach Stürzen kommen. Im Gegensatz zu anderen Elektrounfällen besteht unmittelbar nach dem Blitzschlag übrigens keine Gefahr für den Helfer. „Bei einem bewusstlosen Blitzopfer kann man nichts falsch machen, man kann nur gewinnen: Beginnen Sie sofort mit der Atemspende oder Herzdruckmassage. Drücken Sie mit dem Handballen das Brustbein ca. 5-6 cm tief ein, und zwar 100 -120 Mal pro Minute.“, so Werner Rautenberg. Erhält ein Blitzopfer in den ersten fünf Minuten nach dem Einschlag Hilfe, haben die Wiederbelegungsmaßnahmen in mehr als 80 Prozent Erfolg.

Tiefergehende Kenntnisse in der Ersten Hilfe kann man in den regelmäßigen Seminaren des DRK in Wattenscheid erlangen. Weitere Informationen zu Terminen und Anmeldungen erhält man unter der Rufnummer 0 23 27 / 8 70 17 oder direkt in der Kreisgeschäftsstelle an der Voedestraße 53.

Autor:

Christian Lange aus Wattenscheid

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