HAMSTERKÄUFE!
Völlig von der Rolle: Warum hamstern Menschen Toilettenpapier?

Seit das Coronavirus die Runde macht, ist in Supermärkten das Toilettenpapier vergriffen. Ebenfalls schwer zu finden: der tiefere Sinn hinter den seltsamen Hamsterkäufen.
Nicht, dass ich gerade welches bräuchte. Noch habe ich ein paar Rollen und auch nicht vor, welche zu bunkern. Doch damit gehöre ich scheinbar zu einer ahnungslosen Minderheit, die einfach nicht verstehen will, das dieses Papier lebenswichtig ist! Denn weshalb sonst prügeln sich Menschen vor leeren Regalen um die letzte Packung, und werden einzelne Rollen aus öffentlichen Toiletten, Gaststätten, Krankenhäusern gestohlen? Die Nachfrage allein in Deutschland steigt um 170% ! Mit Lieferengpässen ist nicht zu rechnen, sagen die Einzelhandelsverbände. Schließlich wurde deshalb bis Ende Mai das Sonntagsfahrverbot für LKW bundesweit aufgehoben.Wo ich auch suche, nirgends finde ich einen Hinweis darauf, was die Menschen mit den Unmengen an Klopapier gegen das Virus ausrichten wollen.

Aber mal ganz im Ernst: Was soll das? Schließlich ist Diarrhö kein Symptom einer Corona-Infektion. Mir fallen nur zwei mögliche Erklärungen ein.Erklärung Nr.2: Ausreichend Toilettenpapier verleiht Menschen ein Gefühl von Sicherheit. Wie sich das Gegenteil anfühlt, weiß jeder, der schon mal nach dem Geschäft feststellen musste, dass die Rolle leer ist. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Wusste schon Urgroßmutter. Aber die wusste auch, dass Klopapier nicht lebensnotwendig ist. Weder in Krisenzeiten, noch im Fall einer Quarantäne.

Erstens: Toilettenpapier-Hamsteritis ist ebenfalls hochgradig ansteckend. Man sieht, dass andere es tun, denkt sich: "Oh je, dafür gibt’s sicher einen Grund", und tut es ihnen gleich. (Wäre spannend zu wissen, wer Patient Zero war.) Sicher ist nur: (Er hatte einen empfindlichen Darm.) Dazu noch ein paar Zeitungsschlagzeilen, die Angst und Panik befeuern, und schon wird gebunkert, was das Zeug hält und keinen Sinn ergibt. Meine Urgroßmutter hatte sogar noch ein Plumpsklo auf dem Hof. Dort gab‘s statt Klopapier übrigens nur Zeitungspapier. Das wurde in der Hand so lange hin und her geknüllt, bis es einigermaßen weich und Po-freundlich war.

Wenn ich’s recht bedenke: keine schlechte Idee. Heute jedoch bestenfalls bevor man die Zeitungen liest. Dann fühlt man sich bestimmt ein bisschen besser, weniger verunsichert oder panisch. Auch ganz ohne Toilettenpapier.

Autor:

Dany Uhlig aus Wattenscheid

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