Erfolg macht sexy - Atempause für Spitzenreiter SGW - Dienstag Testspiel beim FC Kray

Die Überraschung schlechthin: Als großes Talent entpuppte sich Vaidas Rocys. Foto: Peter Mohr
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Von Michael Seiss

Ein gutes Drittel der Westfalenligasaison ist absolviert. Die SG Wattenscheid 09 genießt gegenwärtig ein spielfreies Wochenende. Ein guter Zeitpunkt für ein kleines Zwischenfazit.

Der Blick auf die aktuelle Tabelle lässt das Wattenscheider Fußballherz höher schlagen. Die Lohrheide-Elf steht ganz oben und hat aktuell vier Punkte Vorsprung auf die SpVgg. Erkenschwick. Wenn dies so bliebe, käme es zu einer durch die Regionalligareform einmalige Chance: die SG Wattenscheid 09 könnte im Bestfall gleich zweifach aufstiegen und den Sprung von der 6. Liga in die viertklassige Regionalliga schaffen. Allerdings gäbe es zuvor noch eine Hürde in Form von zwei Qualifikationsspielen gegen einen noch zu ermittelnden NRW-Ligisten zu nehmen.
Doch so weit mag Trainer André Pawlak aktuell gar nicht denken. „Sicherlich genießen wir die Euphorie der letzten Wochen. Aber wir als Verantwortliche bleiben auf dem Teppich. Unser Saisonziel bleibt nach wie vor ein Platz unter den ersten fünf und damit die sichere Qualifikation für die Oberliga.“ Und hier ist die SG Wattenscheid 09 auf einem sehr guten Weg. Dies macht sich nicht nur in der Tabelle bemerkbar. Auch im Lohrheidestadion erblühen neue Strukturen. Der in der Vorsaison weitgehend verwaiste VIP-Raum „Lohrheidestübchen“ ist wieder stark frequentiert, der Fernsehsender center.tv war schon zweimal in dieser Saison zu Gast und auch das Zuschauerinteresse hat sich im Vergleich zum Saisonauftakt mehr als verdoppelt. Lange Schlangen an den Kassenhäuschen sowie reges Interesse am Sortiment im 09-Fanshop zeugen von einer neuen Aufbruchstimmung. Erfolg macht sexy.
Von elf absolvierten Ligapartien hat die SG Wattenscheid 09 acht gewonnen, drei gingen verloren. Wie zuletzt am vorigen Sonntag beim 1:3 gegen die TSG Sprockhövel. Damit endete eine Erfolgsserie von sechs Siegen. Dies ist schade, zumal das Publikum den Verein gerade wieder zu entdecken scheint. 757 Zuschauer kamen am Sonntag zur Lohrheide – so viele wie seit dem Oberliga-Abstieg 2010 nicht mehr.
Die jungen Wattenscheider Fußballer kommen aber im Allgemeinen gut zurecht mit der Rolle des Gejagten. „Unsere Gegner geben manchmal mehr als 100 Prozent gegen uns. Die sind angestachelt durch unseren Namen, das Stadion und durch die vielen Fans, die wir mitbringen. Aber damit kommen wir klar. Meine Mannschaft kann Drucksituationen gut verarbeiten und hat auch schon einige Rückstände umgebogen. Und für ein Tor sind wir auch immer gut.“ Das stimmt – bislang gab es im 09er Lager in jedem Spiel wenigstens einen Torjubel zu verzeichnen.
Mit 31 Treffern in elf Spielen stellt die SG Wattenscheid 09 die bislang schlagkräftigste Offensive ihrer Liga. Milko Trisic, der vom Wuppertaler SV kam, traf bislang achtmal. Die Überraschung schlechthin ist aber Vaidas Rocys. Der litauische Angreifer, der in der vorigen Saison noch in der Bezirksliga spielte und somit einen riesigen Qualitätssprung erlebt, fügte sich nahtlos ein und war siebenmal erfolgreich. Die Wattenscheider Mannschaft verfügt ganz sicher über das eine oder andere Juwel, welches über kurz oder lang den Sprung in höhere Fußball-Hemisphären schaffen kann.
Der 19jährige Innenverteidiger Kevin Brümmer ist so ein Kandidat. Woche für Woche sind zahlreiche Scouts am Rande der Bande auszumachen, die fleißig ihre Eindrücke notieren.
Dass man mit sechzehn Gegentreffern nicht wirklich die beste Abwehr der Liga stellt, ist gewiss dem Offensivdrang der jungen Mannschaft geschuldet.
„Ein Gegentor pro Spiel im Schnitt ist OK, mehr sollten es nichts ein. Das ist mein Anspruch an eine Spitzenmannschaft“, schildert André Pawlak seine Philosophie. Dass es zuletzt gegen Sprockhövel gleich dreimal hinten klingelte, mag mehrere Gründe haben. Vielleicht hat sich bei einigen Akteuren auch Bruder Leichtfuß eingeschlichen. „Der eine oder andere ist da sicher nicht den letzten Schritt gegangen“, stellte der Trainer nach der Niederlage fest. Aber vielleicht war dieses Erlebnis auch ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit. Denn jetzt kann die SG Wattenscheid 09 dank des spielfreien Wochenendes ihre Kräfte bündeln und sich mit voller Konzentration den kommenden Aufgaben widmen. Und überhaupt ist man sehr stabil aufgestellt. „Diese Niederlage wirft uns nicht um, zumal die anderen Vereine da oben auch Punkte gelassen haben“, will André Pawlak den jüngsten Ausrutscher nicht dramatisieren. Schließlich bleibt die SG 09 an der Tabellenspitze. Und das wird dank des Punktepolsters ganz sicher auch am 30. Oktober noch der Fall sein, wenn die 09er mit einem Heimspiel gegen SuS Langscheid/Enkhausen wieder in den Punktspielbetrieb einsteigen.
Die Punktspielpause überbrückt die SG 09 mit zwei Testspielen. Am Dienstag gab es einen 8:1-Sieg beim Bezirksligisten BV Rentfort zu bejubeln (Tore: Günkaya (2), Demirbay (2), Güleryüz (2), Akman, Trisic). Am kommenden Dienstag (19 Uhr) kommt es dagegen zu einem Vergleich auf Augenhöhe. Beim FC Kray geht es gegen ein Top-Team der Verbandsliga Niederrhein.

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