SGW-Chefin Gabi Vit im Interview

Im Gespräch mit Peter Mohr stand Gabi Vit Rede und Antwort.
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Im letzten Sommer übernahm Gabi Vit den Vorsitz beim Fußball-Regionalligisten SG Wattenscheid 09 - in einer ganz schwierigen Phase. Im Stadtspiegel-Interview zieht sie eine Zwischenbilanz.

Nach den Turbulenzen um die Amtsvorgänger Christoph Jacob und Frank Kolberg, was waren die Motive, zu sagen. „ich pack‘ das jetzt an“?
Nach dem Rücktritt von Frank Kolberg war ich die einzige Person, die noch eingetragen war. Es war zunächst auch eine Pflichtaufgabe, und die Zeit der „Alleinherrschaft“ war ja auch kurz. Dann sind ja schnell mit Ralf Schäfer und Hartmut Fahnenstich neue Leute dazu gekommen. Und wenn ich etwas anpacke, dann stelle ich mich auch der Verantwortung

Dazu gehörte ja auch eine Menge Mut. Ich meine, als Frau, in der Männerdomäne Fußball das Zepter in die Hand zu nehmen. Gab es da irgendwelche Vorbehalte?
Von meiner eigenen Seite nur insofern, dass es eine verantwortungsvolle Aufgabe ist, einen Regionalligisten zu führen. Und soviel ich weiß, bin ich auch die einzige Frau an der Spitze eines Viertligisten. Von außen gab es anfangs Vorbehalte, das ist überhaupt nicht zu leugnen. Aber inzwischen hat sich das hier gelegt.

Der 09-Virus hat bekanntlich die gesamte Familie Vit befallen. Ist das durchweg positiv, dass Ehemann und Tochter mit im 09-Boot sitzen? Inwieweit hat der Verein das Familienleben in den letzten zwei Jahren verändert?
Wir sind halt alle ziemlich fußballverrückt – und das seit ewigen Zeiten. Wir gucken zuhause auch lieber Fußball als einen Spielfilm oder einen Krimi. Ja, es hat einerseits Vorteile, wenn man sich über die Vereinsarbeit austauschen kann und wenn man da gemeinsam viel Freizeit für investiert. Aber es gab am Anfang auch – vor allem in den sozialen Netzwerken – Vorbehalte. Da war von „Klüngelei“ und „La Familia“ zu hören. Aber auch das hat sich nun gelegt.

Wie sieht die Entwicklung des Vereins in der Zeit ihrer Vorstandszughörigkeit aus?
Wenn man die Entwicklung von Ende 2014 bis heute sieht, sind wir auf einem positiven Weg, vor allem im sportlichen Bereich. Seitdem Farat Toku das Traineramt übernommen hat, ging es sportlich bergauf und mündete zunächst in dem Klassenerhalt am letzten Spieltag der vergangenen Saison und nunmehr in den hervorragenden Leistungen der Mannschaft in dieser Saison, mit denen so wirklich niemand von uns gerechnet hat.

Müssen die Aufgabengebiete auf noch mehr Schultern verteilt werden, um auch bessere Strukturen schaffen zu können?
Definitiv. Der Aufsichtsrat ist im Moment mit drei Mitgliedern plus einem kooptierten Mitglied besetzt, aber das soll sich ja bei der Mitgliederversammlung am Montag ändern. Man muss festhalten, dass die Wahl aller Aufsichtsratsmitglieder ein Gewinn für die SG 09 war, z.B. Ewald Fischer, der durch seine Kontakte einige Sponsoren außerhalb Wattenscheids gewinnen konnte, was uns ohne ihn wohl nicht gelungen wäre.

Und wie sieht es finanziell aus?
Ja, das ist und bleibt unser größtes „Sorgenkind“. Wir sind nicht auf Rosen gebettet, und es ist manchmal ein harter „Überlebenskampf“. Allerdings arbeiten viele im Verein tätige Personen fieberhaft daran, neue Sponsoren für die SGW zu gewinnen.

Welche Rolle könnte der winkende Einzug in die DFB-Pokalhauptrunde spielen?
Für das Renommee, aber auch für das Bankkonto des Vereins, wäre der Einzug in die DFB-Pokal Hauptrunde ganz sicher eine tolle Geschichte. Wir sind aber jetzt erst einmal glücklich über den Einzug in das Halbfinale. Der Weg bis zum DFB-Pokal ist noch sehr weit.

Zwei Monate vor Saisonende war bisher noch nichts zu hören von Vertragsverlängerungen. Wie sieht es für die kommende Saison aus? Bleibt der Trainer? Bleibt das Gros der Mannschaft?
Farat Toku hat einen Zwei-Jahres-Vertrag, der bis Sommer 2017 läuft, und wir hoffen und gehen auch davon aus, dass er ihn erfüllt. Sportvorstand Hartmut Fahnenstich hat schon Gespräche geführt. Er hat den Auftrag, konkret mit den Spielern, die gehalten werden sollen, in enger Absprache mit Farat Toku, jetzt in die Details zu gehen. Ich bin da ganz zuversichtlich.
Vielen Dank für das Gespräch

Autor:

Peter Mohr aus Wattenscheid

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