Straßen im Wandel der Zeit (WAT-Serie) Nr. 6

Etwa 100 Meter östlich vom Wattenscheider Bach verläuft die Hüller Straße. Schon im Mittelalter benutzten die Bauern die höher gelegene und trockene Uferböschung als Straße.
  • Etwa 100 Meter östlich vom Wattenscheider Bach verläuft die Hüller Straße. Schon im Mittelalter benutzten die Bauern die höher gelegene und trockene Uferböschung als Straße.
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"Die Hüller Straße"
Wie die Westenfelder Straße, so verläuft auch die Hüller Straße etwa 100 Meter ostwärts des Wattenscheider Baches, ein Zeichen, daß im Mittelalter die Bauern bei der Anlage der Straßentrassen die höher gelegene und daher trockene Uferböschung als Wegführung benutzten. Im Hofstellenplan von 1685 ist das deutlich zu sehen. Dort ist auch die Wasserburg Stenhus (steinernes Haus) eingezeichnet, an der die Hüller Straße ostwärts vorbei führte. Die nach Norden führende Straße hat ihren Namen von der alten Bauernschaft Hüllen erhalten, in die sie über die Straße Aschenbach hinlief. Hüllen gehörte zusammen mit den Gemeinden Braubauerschaft (Bismark), Hessler, Schalke, Gelsenkirchen, Bulmke, Ückendorf, Leithe, Aschenbruch, Günnigfeld, Westenfeld, Sevinghausen, Höntrop, Eiberg, Freisenbruch, Königssteele und Munscheid zum Niederamt Wattenscheid. Hatte von 860 bis 1400 die Bedeutung Wattenscheids auf der Hauptstelle seiner Kirche gelegen, so entwickelte sich die vor 1417 entstandene Freiheit Wattenscheid zum Sitz eines Niederamtes im Amt Bochum. Der fast 1000 Jahre alten kirchlichen und wirtschaftlichen Gemeinschaft entsprach so auch die politische Gruppierung um Wattenscheid. Am 1. August 1816 entstand in den Grenzen des alten Niederamtes die Bürgermeisterei Wattenscheid, die um 1822/1825 ein Amtshaus, das an der heutigen Stelle des Saarlandbrunnes stand, errichtete. 1822 zählte das Amt 4356 Einwohner und die alte Freiheit 1027 Bürgerinnen und Bürger. Als das Amtshaus zu klein wurde, baute man auf Amtsgebiet in Westenfeld an der Chausseestraße um 1890/91 ein neues Amtshaus, später Bauamt. Mit dem Bau der Köln-Mindener-Eisenbahn durch den nördlichen Teil des Niederamtes, das von der Ruhr bis zum Emscher reichte, fing die Ausgemeindung an. Zuerst trennten sich die nördlichen Amtsgemeinden als Amt Gelsenkirchen vom Niederamt (1868). 1876 folgte das Amt Ückendorf. Den Schlusspunkt markierten 1885 Königssteele, Freisenbruch und Eiberg. Damit verlor Wattenscheid seine beherrschende Stellung im mittleren Ruhrgebiet.

Quellennachweis: Wattenscheider Straßengeschichten von Franz-Werner Bröker

Autor:

Peter Siama aus Wattenscheid

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