Stolperstein Verlegung ehrt ein Leben für das Ehrenamt

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Foto: (C) Karl Heinz Lehnertz
Anlässlich des Projektes „Stolpersteine“ wurden erneut in Zusammenarbeit mit dem bekannten Künstler Gunter Demnig und des Stadt Archivs Bochum, 9. Stolpersteine und 1. Schwelle im Bereich der Stadt Bochum verlegt.

Einer dieser Stolpersteine erinnert seit dem 14.September 2018 vor dem Haus an der Hüllerstr.10 an Markus „Max“ Rosenthal, welcher als Feuerwehrmann und Steiger der 1. Abteilung des Löschzugs Altstadt ( heute LZ.WAT-Mitte ) der Freiwilligen Feuerwehr Wattenscheid gut 48.Jahre sich, für das Allgemeinwohl der Bürger Wattenscheids eingesetzt hatte.

Der Stolperstein-Pate und Feuerwehr - Historiker David Jany, hatte bei Recherchen um die Feuerwehr Wattenscheid seit 2016 die Familiengeschichte der jüdischen Familie Rosenthal zusammengetragen.

Als besondere Gäste konnten bei der Stolpersteinverlegung nicht nur die offiziellen Vertreter der Feuerwehr Bochum, der Löschzuge der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr begrüßt werden, sondern auch die nächsten Verwandten der Familie ( unter anderem die Ur-Enkelin ) welche extra aus der USA ( Jacksonville,Florida ) angereist war, um bei der Stolperstein Verlegung anwesend zu sein.

Obwohl noch am 01.03.1934 zum Anlass seines 75jährigen Geburtstages, in einem Zeitungsartikel der damaligen Allgemeinen Wattenscheider Zeitung, als einer der “bekanntesten Bürger“ Wattenscheids betitelt, konnte Max Rosenthal nicht verhindern das knapp 4.Jahre später alle Familienmitglieder emigrieren mussten, oder deportiert wurden.

Markus Rosenthal verstarb am 21.12.1938 gut einem Monat nach der Reichskristallnacht im Marienhospital in Wattenscheid, aufgrund der Repressalien, und der Diffamierung .
Bereits am 27.12.1938 wurden alle Habseligkeiten der Familie Rosenthal versteigert. Notarielle beglaubigt waren die Eigentumsurkunden bereits am Todestag von Max Rosenthal.

Nicht zuletzt da sein Sohn Siegfried Rosenthal parallel während seiner drei Monate „Schutzhaft“ im KZ Oranienburg zwangsmäßig alle Papiere unterschrieben hatte.

Mit dem setzen des Stolpersteins wurde nun, fast auf den Monat genau 80.Jahren,
das Leben und die Leistungen von Max Rosenthal ein Erinnerungszeichen gesetzt.
Auch die Feuerwehr in dieser er 5.Jahrzehnte Mitglied war, hat nunmehr auch symbolisch wieder ihren ehemaligen Kameraden in ihren Reihen.
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3 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 20.09.2018 | 17:28  
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Norbert Hinz aus Wattenscheid | 22.09.2018 | 11:43  
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 02.10.2018 | 17:04  
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