Flugzeug-Absturz in Weeze - zum Glück nur eine Übung!

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Dichter, undurchdringlicher Rauch, der zum Husten reizt, quillt aus den kleinen Fenstern; aus dem abgestürzten Flugzeug-Wrack dringen die entsetzten Schreie der Verletzen.

Zwar ist das Szenario nur gespielt, aber bei der täuschend echten Geräuschkulisse läuft es einem trotzdem kalt den Rücken herunter. Am Samstagnachmittag übten auf der Trainingsbase des Weezer Flughafengeländes Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bedburg-Hau, der DRK-Einsatzeinheit EE07 aus Düsseldorf und der DLRG Goch den Ernstfall. Letztere stellte mit ihren Mimen der „Rundgruppe“ (Realistische Unfall - und Notfalldarstellung) die Opfer, die bei dem großangelegten Einsatz gerettet werden sollen.

Darsteller sind täuschend echt geschminkt

Tina Görtz hat hier die Leitung und die Darsteller im Flugzeug entsprechend „präpariert“. Mit einer großen Einwegspritze wird das „Blut“ verteilt; bei einer Teilnehmerin hat gar ein großer Metallsplitter den Unterschenkel durchschlagen und steckt fest. Man mag sich nicht vorstellen, welche Schmerzen diese Verletzung tatsächlich verursachen würde. Doch nicht nur die Verletzten aus dem Flugzeug-Wrack müssen geborgen und versorgt werden, auch auf einem angrenzenden Camping-Platz hat der Absturz schlimme Folgen. Dort sind laut Szenario ebenfalls Teile der Maschine heruntergekommen.

Ständiger Informationsaustausch

In einem Wohnwagen wartet ein Brandopfer auf Hilfe und in einem Pkw sind zwei junge Männer eingeklemmt. Hier rückt die Feuerwehr mit schwerem Gerät an und schneidet das Autodach auf - die Methode erinnert ein bisschen ans Frühstücks-Ei köpfen. Für den unbeteiligten Beobachter ist die „Choreographie“ der Einsatzkräfte kaum zu durchschauen; doch jeder ist hochkonzentriert und weiß genau, was er zu tun hat. Und: „Auch bei den Mimen ist Adrenalin im Spiel, nicht nur bei den Rettungskräften“, betont Tina Görtz. Über ständigen Funkverkehr werden wichtige Informationen ausgetauscht und die Maßnahmen koordiniert. Guido Kemmeries aus Sonsbeck ist der Leitende Notarzt vor Ort, er entscheidet, wer zuerst versorgt wird und was gemacht werden muss. Hektik kommt zu keiner Zeit auf; die Übung läuft zu Trainingszwecken etwas langsamer ab.

Planung dauert einige Wochen

So eine Veranstaltung braucht ihre Vorlaufzeit, wie Michael Hendricks, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Bedburg-Hau, berichtet: „Ein paar Wochen plant man an einem solchen Szenario schon; es ist wichtig, dass man die Zusammenarbeit und die Abläufe gemeinsam übt.“ Das Ganze sei eine Übung der DRK, die Feuerwehr unterstütze die Kollegen dabei, denn: „Die Feuerwehr ist in der Regel zuerst da und gibt durch, was passiert ist und was gebraucht wird.“

Zweite gemeinsame Übung

2013 fand zum ersten Mal eine gemeinsame Übung auf der Trainingsbase in Weeze statt. „Das ist mega-anstrengend, aber es bringt einen weiter und jetzt sind vor allem die persönlichen Kontakte zwischen den Einheiten geknüpft. Und nicht zuletzt wird dadurch die Motivation aller Beteiligten gestärkt“, so Hendricks.

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