Geschichte von Wesel - Wie sich Weseler Bürger eine Ordnung gaben - 7 -

Allenthalben ließt man, dass sich die Preise für Lebensmittel wieder erhöht haben. Aldi hat gerade die Preise für Milchprodukte angehoben.
Unsere Vorfahren in Wesel hatten da im Mittelalter wenig Alternativen. Hier wurden die Preise vom Rat der Stadt festgelegt.
1452 schrieb man folgendes Stadtgesetz zum Preis für Brot, Hopfenbier und Weizenbier:
Im Jahre unseres Herren 1452, am Mittwoch, dem Tag des Hl. Lukas, als ein Rheinischer Gulden drei Mark und sechs Schilling wer war, ein Malter Roggen zwei Mark und vier Schillinge, ein Malter Weizen einen Rheinischen Gulden und ein Malter Gerste einen halben Rheinischen Gulden kostete, haben Bürgermeister, Schöffen und Rat auf der Ratskammer die nachstehenden Punkte beschlossen:
Zum ersten dürfen die Bürger, Eingesessenen und die in der Freiheit von Wesel Wohnenden ab dem kommenden Samstag kein Hopfen- oder Weizenbier teuerer als zu drei Pfennig das Quart verzapfen oder verkaufen. Würde hiergegen verstoßen, so hat er für jedes Gebraute das er teurer verkauft, einen Rheinischen Gulden für jeden Verstoß zu zahlen.
Ferner soll ein Roggenbrot von acht Pfennigen, gut bearbeitet und gar gebacken, fünfeinhalb Pfund wiegen und ein Brot von vier Pfennigen, gut bearbeitet und gar gebacken, muß zweidreiviertel Pfund wiegen, je nach Roggenpreis dann mehr oder weniger Gewicht.
Es darf niemand anderes Roggenbrot als zu acht Pfennig und vier Pfennig backen.
Ein Weißbrot von zwei Pfennig, gut bearbeitet und gar gebacken, das rund oder wie Stuten gebacken ist, soll 20 Lot wiegen und nicht weniger. Ein langes Weißbrot, gut bearbeitet und gar gebacken, soll 19 Lot wiegen und nicht weniger, je nach Weizenpreis dann mehr oder weniger Gewicht.
Bei Verstoß gegen diese Punkte wird das Brot eingezogen, und es ist eine halbe Mark Strafe zu zahlen, so oft dagegen verstoßen wird.

Also Brotpreise waren das damals, na einfach toll, und ordentlich Gewicht hatte so ein Brot auch noch. Und für einen Viertel Bier nur drei Pfennige, hätte man sich leicht einen Rausch antrinken können. Allerdings lassen sich die damaligen Preise wohl kaum mit heute vergleiche. Da es auch Probleme gibt, die heutigen Einkünfte mit denen im Mittelalter zu vergleichen.

Autor:

Richard Wolsing aus Wesel

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