Kaufen, sich treffen, diskutieren: Projekt "Eine Stadt liest ein Buch" soll Wesel begeistern

Manfred Kaiser schafft schonmal gerne drei Bücher pro Woche. Dieses empfiehlt er für die Aktion.
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  • Manfred Kaiser schafft schonmal gerne drei Bücher pro Woche. Dieses empfiehlt er für die Aktion.
  • hochgeladen von Dirk Bohlen

"Mit dieser Kampagne machen wir ein Buch zum Gesprächsthema. Das Lesen wird ganz Wesel zum Gedankenaustausch und zur Diskussion zusammenbringen und so zu einem Gemeinschaftserlebnis." So schreiben die Aktiven des Literaturkreises "Rotkehlchen" auf ihrer Homepage.

Klingt das nicht alles ein wenig dick aufgetragen? Kann schon sein, aber Manfred Kaiser glaubt fest an den Erfolg des Projekts. In den nächsten Wochen sollen alle interessierten Bücherwürmer in Wesel und Umgebung ein und dasselbe Buch kaufen, damit die Leselawine ins Rollen kommt. 

Ebenso wichtig ist den Organisatoren das zweite Ziel: die Intensivierung der gesellschaftlichen Kontakte. Denn alle, die das Buch lesen, sollten mit Freunden und Nachbarn, KollegInnen und Zufallsbekannten, darüber reden.

"Ausgesucht haben wir den Krimi 'angerichtet' des holländischen Autors Herman Koch", erklärt Manfred Kaiser. Dieser biete relativ leichte Kost, mit der sich jeder gern beschäftige und habe die "Rotkehlchen" mit einem herrlich zweideutigen Titel gelockt. Dann - so stellen es sich die Literaturfreunde vor - soll eine Art öffentliche Diskussion beginnen: Man trifft sich beim Einkaufsbummel oder im Linienbus, sieht, dass andere Menschen denselben Roman lesen und unterhält sich darüber.

Austausch und Kritik im Netz

Ob das funktioniert? "In größeren Städten lief das ganz prächtig", weiß Manfred Kaiser und nennt das Beispiel Hamburg. Doch die heißblütigen Besprecher*innen brauchen nicht lange zu warten, um ihre Meinung anderen mitzuteilen: Die "Rotkehlchen" bieten im Internet die Möglichkeit an, eine kurze Bewertung abzugeben.

Auf der Seite "Ein Stadt liest ein Buch" haben die Literaturaktivisten einen <a target="_blank" rel="nofollow" href="https://eine-stadt-liest-ein-buch.jimdo.com/2018/03/07/wir-freuen-uns-%C3%BCber-reaktionen-und-meinungen/">Blog</a> eingerichtet, in dem Diskutanten gerne ihre Kommentare hinterlassen können. Zudem besteht die Möglichkeit, in der Stadtbücherei, im Scala Kulturspielhaus sowie in den Buchhandlungen Korn und Mayersche Kärten mit Kurzkritiken zu "angerichtet" in die dafür vorgesehenen Kästchen zu werfen. Dort gibt's auch vorgefertigte Fragebögen zum Buch. Und schließlich kann man (bis Februar) an einen <a target="_blank" rel="nofollow" href="https://eine-stadt-liest-ein-buch.jimdo.com/quiz/">Online-Quiz</a> (natürlich zum Buchinhalt) teilnehmen, für welches es im Spätwinter Buchpreise geben soll.

Lese-Termine im neuen Jahr

Doch damit längt nicht genug! Ab dem 11. Januar beginnt der öffentliche/offizielle Teil des Projekts: Bei Lesungsterminen und Themenabenden an ausgesuchten Orten soll der Roman von Herman Koch diskutiert werden. Das Programm an den Leseinseln (siehe Flyer in der Bildergalerie zum Beitrag) läuft rund vier Wochen und endet mit einer Abschlussverantaltung am 8. Februar im Scala-Kino. Der Weseler wird zu passender Zeit einen Überblick über alle Termine veröffentlichen.

Manfred Kaiser hegt keinerlei Zweifel bezüglich des Erfolgs der Aktion: "Mit Raffinesse und großem Sprachwitz geht es um aktuelle Konflikte Jugendlicher, Elternliebe und politische Ambitionen, Gewalt und Verrat. Damit wird mit Sicherheit ein breites Publikum angesprochen!" Schließlich solle mit diesem Projekt "das Interesse an der schönsten und nützlichsten Freizeitbeschäftigung" - dem Lesen - gefördert werden.

Zurückhaltend reagiert der Vertreter der Planungsgruppe „Eine Stadt liest ein Buch“ auf die Frage, ob sich der Autor Herman Koch denn in den kommenden Wochen mal in Wesel blicken lasse, wo ihm die "Rotkehlchen" doch den Weg für gute Verkaufsumsätze in der Kreisstadt ebnen. Manfred Kaiser zitiert die Worte des Angesprochenen, der in Spanien lebt: "Wenn Sie mir den Flug bezahlen!"

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