Seyreks sind Muslims. Und feiern Weihnachten!

Eine Gans als traditioneller Weihnachtsbraten, ein Tannenbäumchen zu Haus und ein Adventkranz im Büro. Weihnachtsfeiern in der Schule und Geschenke für die Kinder… so feiert Sultan Seyrek mit ihrer Familie in den nächsten Tagen, genau wie viele andere Emmericher. Sultan ist Muslim.

Und auch in der Familie von Sevim Sahin ist das so. Und niemand schaut sie deshalb schief an oder schließt sie aus dem Familienkreis aus.
„Integration heißt für uns, dass beide Seiten aufeinander zugehen und sich mit der Kultur, der Religion und den Traditionen des jeweils anderen Kulturkreises auseinandersetzen“, fasst Sultan Seyrek ihr Anliegen zusammen. So einfach ist das eigentlich.
Der Koran, so die Integrationsbeauftragte der Stadt Emmerich, spreche eine Reihe von Empfehlungen aus, die man entweder konsequent beherzigen oder entsprechend der eigenen Lebenssituation modifizieren kann. Christus ist auch im Islam ein Prophet, und weil wir hier in einem christlich geprägten Kulturkreis leben, haben wir kein Problem, das christliche Fest auch mit unseren Kindern als Familienfest zu gestalten. Für uns Muslims ist das zwar nicht das höchste Fest , das ist der Ramadan. Aber dennoch gehen wir gerne mit unseren Kindern zu den Weihnachtsfeiern in die Schule und dekorieren auch ein bisschen adventlich zu Hause. Außerdem besuchen die Kinder der Seyreks und Sahins den Religionsunterricht an den Emmericher Schulen. Auch Sultan Seyreks Ehemann Enver, steht als Emmericher Geschäftsmann den hiesigen Gebräuchen völlig liberal gegenüber.
„Ich war als kleines Mädchen mit meiner Mutter in Emmerich unterwegs und kam an der Fatima-Kapelle vorbei. Obwohl meine Mutter sehr traditionell lebt, dufte ich in die Fatima-Kapelle gehen und war von der Stille und der besonderen Atmosphäre beeindruckt. Auch heute gehe ich gelegentlich in eine Kirche und habe auch eine kleine Bibel, in der ich manchmal lese“, so Seyrek. Den Müttern ist es wichtig, dass ihre Kinder sich auch mit den Inhalten des christlichen Glaubens auseinander setzen, um Vorurteile und Missverständnisse auch in der nächsten Generation weiter abzubauen. Die Elterngeneration, so Sevim Sahim, sei vielfach noch sehr verwurzelt in Jahrhunderte alten Traditionen, Riten und Gebräuchen. Diese ließen sich vielfach nicht von heute auf morgen über Bord werfen, wenn man den Lebensmittelpunkt wechselt und nach Deutschland zieht. Das sei ein Prozess aber das Integrationsteam ist der Überzeugung, dass über den interkulturellen Austausch und die intensive Auseinandersetzung mit der jeweils anderen Kultur die Fähigkeit und Bereitschaft zur Integration in der neuen Heimat schon ein gutes Stück voran gekommen ist.

Autor:

Caroline Büsgen aus Emmerich am Rhein

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