Gelungene Gratwanderung zwischen Rockpoetik und Mitklatschliedchen im Scala-Kino
Stoppoks Wohnzimmer-Konzert: Viel "Sunny Side of the Street" mit ein bisschen "Leck mich am Arsch"

Wie immer geschmackvoll gedresst: Stoppok!
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Lange keinen Brief mehr geschrieben. So mit der Hand, meine ich. An wen auch? Rechnet doch keiner mit. Außer der Stoppok, der is' irgendwie so herrlich old school. Jau, dem schreib' ich ...

Also, lieber Stoppok,
was für 'ne feine Sache, dein Auftritt in Wesel. Kann mir so aus der Hüfte keinen vorstellen, der besser in unser Kulturwohnzimmer passt als du! Und sich in "diese Klitsche" (hast du selber sagt, nä?) zu trauen, das muss man erstmal bringen. Aber mit sowas hast du kein Problem, das merkt man ganz fix.

Da stehe ich zusammen mit Freunden mitten in deiner Fangemeinde. Kenne nicht sonderlich viele deiner Lieder. Das unterscheidet mich von den anderen 250 in Saal. Die trällern vom ersten Stück an mit und ich merke, dass ich 30 Jahre lang einen Fehler gemacht habe. Nämlich: deine Songs nicht regelmäßig zu hören!

Echt gelungen, diese Gratwanderung zwischen Liedermacher und Rockpoet mit Blues-Faible. Ein bisschen Reiser, ein bisschen Westernhagen (wie der früher war) - aber besser als Beide. Kein Wunder, dass du so viele Preise abgesahnt hast. Und witzig bist du auch, das muss man dir lassen. Die Geschichte vom deinem Gitarrenstimmerkabel durchs Internet rüber bis in Claptons Wohnzimmer - Schenkelklatscher, echt! Und die Versicherung für falsche Töne, mit der du die Ticketpreise niedrig hältst. Hätte ich das eher gewusst, wäre ich vielleicht auch Klampfensänger geworden.

Aber wer weiß, ob ich dich dann gestern im Scala gesehen hätte. Alter, es war soo schön! Nicht nur, weil ich Blues mag, deine Texte sind einfach Bombe! Diese "Sunny Side of the Street"-Nummern mit LeckmichamArsch-Note, die gefallen mir extrem. Die perlen geschmeidig am Trompetenorgan vorbei bis ins Hirn und erklären mir dort: "Mensch, nimm's locker - alles halb so wild!" 

Und dann die Nummer mit dem Mitschnittverbot. Fand ich gut, wie du den Typen neben mir gefragt hast: "Du willst doch nicht das ganze Konzert filmen, oder?!" Schwupps, war das Handy aus! Auch sonst hat sich keiner groß bemüht, die Show auf Digitalschreppe zu verewigen. Das hat mir gefallen. Passt zum Konzert. Und hat mir (nicht zum ersten Mal) gezeigt: old school ist besser - nicht immer, aber immer öfter!

Tja, Stoppok. Falls dich nicht niemand als Moderator für die Oscar-Verleihung 2020 vorschlägt, bleib' uns gewogen. Ganz gleich, ob Datteln oder Wesel. Wenn Du Bock hast, schreib' mal zurück. Am besten ein paar Wochen vor deinem nächsten Auftritt im Scala. Da wollen wir wieder dabei sein, aber dann mit einem Dutzend Freunden mehr! Denkse dran?

P.S.: Machst Du eigentlich private Wohnzimmer-Konzerte? Keine Sorge - passt schon! Ich hab 'ne Spezial-Versicherung gegen überhöhte Promi-Honorare.
Clapton zahlt.

Gruß, dibo

Autor:

Dirk Bohlen aus Wesel

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