Generalisierte Angststörung
Teil 4 Meine Angsterkrankung - WUT

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Donnerstag, der 14. Januar 2020 – 23.45 Uhr

Wie meine Angsterkrankung begann

WUT

Was ist überhaupt eine Panikattacke?

Es ist ein Gefühl drohenden Unheils ohne erkennbare Ursache.

Eine Panikattacke ist pures Gefühl ohne Sinn und Verstand,
wie ein schwarzer Nebel ohne Ausgang,
Dunkelheit im Herzen,
eine Schlinge um den Hals,
trockener Mund,
Schweißfüße und weiche Knie,
Angst vor Kontrollverlust,
Angst das die Seele den Körper verlässt.

Der menschliche Verstand ist eine Fehlkonstruktion weil er schon so hoch entwickelt ist, dass er sich seiner eigenen Vergänglichkeit bewusst ist und weil das so ist und sich nicht ausschalten lässt, sind wir ständig erpicht auf Ablenkungen.
Man stelle sich nun ein Leben vor in dem der Gedanke an die eigene Vergänglichkeit ein ständiger Begleiter ist.

In der Zeit als ich noch unter 10 Jahre alt war da gab es einige Wochen, vielleicht waren es auch Monate, in denen ich schreckliche Angst vor dem Tot hatte. Immer wieder suchte mich der Gedanke heim, dass ich bald sterben könnte. Der Gedanke ließ meine Seele zappeln und schnürte mir die Kehle zu.
Ich glaube daran ist meine Mama nicht ganz unschuldig. Wenn ich ihr von diesen Sorgen erzählte, pflegte sie Dinge zu sagen wie: Vor dem Tot müsse man keine Angst haben, er gehöre halt zum Leben dazu und wie schrecklich es wäre, wenn wir alle ewig leben müssten.

An dieser Stelle muss ich meine Mutter in Schutz nehmen. Als ich bereits erwachsen war hat sie mir mal anvertraut, dass sie nach dem Tot ihres Gatten eigentlich dringend Hilfe gebraucht hätte, aber an Psychologen habe sie nicht geglaubt.
Zu einem war sie wohl mal gegangen, aber der habe nach ihren sexuellen Aktivitäten befragt. Davon war sie dann so abgeschreckt, dass sie nie wieder hingegangen ist.

Trost hat sie aber wohl stets in der Bibel gefunden. Nachdem Mama 2011 gestorben war, habe ich in ihrem Nachlass unzählige Postkarten und Zeitungsartikel mit Bibelsprüchen gefunden.
Mir war mein Leben lang nicht klar gewesen, dass sie so religiös gewesen ist. Sie hat auch nur selten über ihren Glauben gesprochen.
Ich meine sogar mich zu erinnern, das sie Gott mir gegenüber nie erwähnt hat.
Vielmehr hat sie ihre moralischen Vorstellungen mit Hilfe der Vernunft zu erklären versucht, denn das kam bei mir an.
Mit Vernunft hat sie mich eigentlich jedes mal gekriegt.
Aber Frieden hat das meiner Seele nicht gebracht weil mir das immer das Gefühl gab, ich habe kein Recht auf negativen Gefühle und das erzeugte bei mir einen unbändigen Zorn.

Gefühle haben wir aus unseren Gesprächen immer raus gehalten.

Ich glaube außerdem, dass ich sie nie wirklich wütend gesehen habe, nicht mal wenn ich sie wirklich schlimm beleidigt habe. Mama war immer ein Muster an Selbstbeherrschung!

Manches mal war ich so wütend, dass ich mir eine Ohrfeige regelrecht gewünscht habe. Aber so was hielt sie für falsch! Statt dessen hat sie vor meinem Gesicht ihre Hände zusammen geklatscht um ihrem Ärger Ausdruck zu verleihen.
Und das habe ich so gehasst!!!

„Warum haust du mir nicht einfach eine runter?!“, schrie ich sie an.

„Weil Gewalt keine Lösung ist!“, antwortete sie dann immer und verlor dabei niemals sie Fassung.
Mir blieb dann immer nichts übrig als wutentbrannt und mit stampfenden Füßen rauf in mein Zimmer zu trampeln.

Ich war ein schreckliches Kind!

Autor:

Imke Schüring aus Wesel

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