Filmfestival im SCALA Kulturspielhaus, Wesel
"Der Degustator" in der deutschen Uraufführung – nur EIN Highlight beim 3. Niederrhein Filmfestival am 05. September

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Fred Spiegel ist vor einem Monat 88-jährig in New Jersey verstorben. Er war es, dessen Geschichte als Überlebender des Holocausts den Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Produzenten Adnan Köse aus Dinslaken bewegt hat, den Kurzfilm „Der Degustator“ zu produzieren.
Er wird auf dem Niederrhein Filmfestival am Samstag, 5. September, um 20 Uhr im Scala Kulturspielhaus seine deutsche Uraufführung haben, nachdem der Kurzfilm vor dem Lockdown erstmals auf dem Canada Short Film Festival gezeigt wurde.

Fred Spiegel ist über Jahre regelmäßig an den Niederrhein gereist, um jungen Menschen den Holocaust zu bezeugen, um anzutreten gegen das Vergessen.

Vor acht Jahren schrieb und produzierte Adnan Köse in Zusammenarbeit mit dem Holocaustmuseum Bergen-Belsen eine Dokumentation über Spiegel, der als Kind ins KZ deportiert wurde. „Sein Schicksal berührte mich tief und inspirierte mich, die ‚Kurze Geschichte über das Töten‘ zu schreiben“, erzählt Köse. „Vor zwei Jahren schrieb ich das Drehbuch zur Kurzgeschichte, um es als Kammerspiel zu verfilmen.“ Mit Jochen Isensee aus dem Raum Freiburg fand er einen jungen Regisseur und Co-Produzenten, der mit dem Degustator sein Regiedebüt gab.

Darum geht es: Der wohlhabende Walther wird eines Abends in seinem Haus von einem Fremden namens Leonard besucht. Als Kind im KZ inhaftiert, konfrontiert er Walther mit dessen Vergangenheit, 40 Jahre nachdem er Leonards jüdische Familie auf grausamste Weise im KZ Auschwitz-Birkenau misshandelt und ermordet hat. Leonard war sein Leben lang auf der Suche nach jenem Peiniger, von dem er nur wenige Details wusste, etwa von einer Narbe.

Doch ist Walther wirklich jener Wachmann, der „härteste Mann im Totenkopfsturmbann“? Wenn ja, wie geht Leonard damit um? Der erfahrene Degustator Walther zelebriert den Wein „mit einem genüsslichen Wortspiel, in dem sich die Attribute des ausgereiften Weins mit der menschenverachtenden Weltansicht eines noch immer überzeugten Nazis vermengen - der Wein wird zum Synonym für das Blut, das im Konzentrationslager vergossen wurde“, heißt es in der Filmbeschreibung. Welche Rolle spielt der Rotwein? Der genaue Beobachter erfährt es in der letzten Szene.

Adnan Köse spielt in diesem Film auf Wunsch von Regisseur Jochen den Juden Leonard. „Ich habe die Rolle als höchst beklemmend empfunden“, gibt Adnan Köse zu. Auch Regisseur Isensee war wichtig, in diesem Film „mit dem Genozid ein Thema zu behandeln, das zurzeit leider hochbrisant ist und niemals vergessen werden darf“. „Die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende erzählt“, blickt Köse in die Zukunft, „wir sollten uns viel mehr mit ihr beschäftigen, literarisch ebenso wie cinematisch. Die Geschichten des ganz normalen Volkes erzählen, nicht nur von großen Persönlichkeiten.“

Derzeit arbeitet Köse an verschiedenen Filmprojekten, er hat in der Corona Krise die Erfahrung gemacht, dass es klug ist, historische Inhalte als Filmstoff aufzuarbeiten. „Wie sollte man jetzt Filme mit den Abstandsregeln drehen, die später niemand mehr versteht?“ Er freut sich, dass es langsam wieder los geht und er am Samstag zur Gala seinen Film im Scala vorstellen kann.

Der Eintrittskarten zu den Wettbewerben Niederlande um 14.30 Uhr, Deutschland 17.30 Uhr und zur Gala mit Preisverleihung um 20 Uhr kosten jeweils 6,50 Euro, die Dauerkarte kostet 15 Euro. Tickets gibt es online unter eventim.de oder per WhatsApp Reservierung beim Scala Kulturspielhaus unter 0176 801 76 380.

Autor:

Heike Mühlen aus Wesel

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