Generalisierte Angststörung
Teil 2 Wie meine Angsterkrankung begann

Ein kleiner Auszug aus meinem Tagebuch und der 1. Versuch den Ängsten auf den Grund zu gehen.

4. Oktober 2020

Sehnsucht nach Frieden,
nach besseren Zeiten
die ganze Welt scheint zerrissen
und an manchem Tag fühlt es sich an, als würde sie bald untergehen ...

19. Dezember 2020

Leicht wie eine Feder
Fahrrad fahren ist ein wenig wie fliegen ist mir heute so aufgefallen als ich über die Straße „flog“.
Man schwebt einfach so dahin und fühlt sich so leicht …
wenn nur der übrige Verkehr nicht wäre.

Zur Zeit wünsche ich mir sehr meine Unbeschwertheit zurück, was verwunderlich ist, weil mein Leben noch nie wirklich unbeschwert gewesen ist.
Als ich 4 war ist mein Vater gestorben, in der Schule war ich immer die Außenseiterin weil ich die anderen Kinder nie verstanden habe. Mir war, als würden sie alle chinesisch sprechen.
Wie sie alle immer so wild durcheinander liefen, die Köpfe zusammen steckten um sich Geheimnisse zu zuflüstern … oder auch von einem Ende des Raumes bis in die andere Ecke zu schreien, was ihrer Meinung nach ruhig jeder hören dürfe.
Und ich stand immer daneben und war völlig verdattert wie sie alle miteinander agierten, so vollkommen ohne erkennbares Konzept.

Als ich ein Kind war da hieß es immer ich sei schüchtern. Aber zurück blickend glaube ich eher das mir das ganze Durcheinander mit dem sich „normale“ Kinder durch ihre Welt bewegen abgeschreckt hat.
Außerdem haben sie meistens übereinander geredet und gelästert und das hat mir Angst gemacht, denn es ist doch Unfair über andere zu lästern, das ist eine Sünde und es verletzt.

Mir wäre es lieber gewesen, wenn die Kinder mehr Verständnis füreinander aufgebracht hätten. Ich glaube ich habe einmal im Unterricht das Wort ergriffen und das so gesagt. Man hat mir sogar zugehört und einige Schüler haben mir recht gegeben.
Das hat sich zuerst ganz, ganz toll angefühlt, wenns auch ein bißchen unheimlich war, wie alle für ein paar Sekunden still da saßen und das Chaos ein Ende zu haben schien.

Doch dann rief aber jemand aus einer anderen Ecke:

„ABER ...“

Und schon wars wieder vorbei mit meinem inneren Frieden.
Das war dann der Moment in dem ich mich lieber wieder zurück zog, denn ich hatte schon immer eine ausgeprägte Chaos-Allergie.

Autor:

Imke Schüring aus Wesel

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