Quo vadis Wolf?
Eine aktuelle Einschätzung zur Rückkehr des Wolfs an den Niederrhein

Nachdem es zuletzt wieder bestätigte Wolfsrisse am Niederrhein gab, rückt das Thema "Wolf" wieder in den Mittelpunkt. Anlässlich einer diesbezüglichen Informationsveranstaltung des LANUV in Hünxe teilt die Kreisgruppe Wesel des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland im folgenden ihre Position zum Thema mit:

"In unserer Kreisgruppe haben wir uns intensiv mit der Rückkehr des Wolfes an den Niederrhein beschäftigt, außerdem stehen wir in ständigem Austausch mit der AG Wolf des BUND-Landesverbands", berichtet Angelika Eckel von der BUND-Kreisgruppe Wesel: "Nachdem vor zwei Jahren in der Dingdener Heide zum ersten Mal ein sogenannter Wanderwolf durchgezogen ist, hätten wir nicht erwartet, dass sich bereits zwei Jahre später eine Wölfin im Gebiet südlich der Lippe niederlässt."

Alle Mitglieder der Kreisgruppe können verstehen, dass der Wolf von Nutztierhaltern nicht willkommen geheißen wird. Er, beziehungsweise sie, macht ihnen seit dem Frühjahr das Leben schwer und sorgt für bittere Momente, wenn ein Halter zur Weide kommt und seine Schafe vom Wolf gerissen vorfindet. Wie es Huber Weiger Vorsitzender vom Bundesverband des BUND in einer Presseerklärung vom 19.10.2018 jedoch formuliert: "Die Koexistenz von Wolf und Weidewirtschaft ist machbar, wenn der politische Rahmen stimmt."

"Deshalb ist es dringend geboten, nun die Ausbreitung des Wolfes mit effektiven Maßnahmen zu begleiten, die das Zusammenleben von Mensch und Wolf erleichtern und zur Konfliktminimierung beitragen.", ergänzt Günther Rinke von der BUND-Kreisgruppe in Wesel.

Gefragt ist schnelles und konsequentes Handeln

Der Wolf ist ein lernfähiges Tier und so ist es nicht verwunderlich, dass die Wölfin GW954f immer wieder Übergriffe auf Weidetiere unternimmt. Sie hat gelernt, dass es eine leichte Möglichkeit ist, Beute zu machen, viel erfolgreicher als hinter Rehen im Wald herzulaufen. Auf der anderen Seite haben wir es zugelassen, dass die Wölfin diese Erfahrungen machen konnte. "Im Wolfsschutz und –management ist dringend zu empfehlen, vorausschauend zu agieren, statt ausschließlich situationsbezogen zu reagieren.", so Kluth, Reinhardt vom Wildbiologischen Büro LUPUS.

In Regionen, in denen Wölfe neu heimisch werden, müssen Weidetiere schnellstmöglich geschützt werden. Bei der Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz ihrer Tiere sind Weidetierhalter, hier zunächst mal im besonderen Maße von Schafen, Ziegen und Gatterwild, weit umfassender zu unterstützen, als dies der Wolfsmanagementplan vorsieht.

Fördergelder rückwirkend auszahlen

Es kann nicht sein, dass erst nach der Bewilligung des Förderantrages mit dem Bau von Zäunen begonnen werden darf. Stattdessen muss eine Möglichkeit gefunden werden, bereits erbrachte Schutzmaßnahmen nachträglich zu entschädigen. Vom Verhalten eines Wolfes her gedacht, hat ein Halter, der sich um den sofortigen Schutz seiner Tiere kümmert, alles richtig gemacht und darf dafür nicht bestraft werden. Der Wolfsmanagementplan verlangt aber – um den staatlichen Förderrichtlinien Genüge zu tun - , dass die Tiere solange ungeschützt auf der Weide stehen, bis der Antrag bewilligt wurde und lädt den Wolf weiterhin zu einer einfach zu erreichenden Mahlzeit ein. Eine solche Regelung ist kontraproduktiv.

Die extensive Bewirtschaftung von Flächen muss unterstützt werden, leistet sie doch einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung einer artenreichen
Kulturlandschaft im Gegensatz zu den landwirtschaftlichen Flächen, die konventionell bewirtschaftet werden. Das Errichten von wolfssicheren Zäunen
ist schwere Arbeit, da sie fest im Boden verankert werden müssen. Darüber hinaus müssen die Zäune streng genommen täglich kontrolliert werden.
Bei dieser Arbeit werden die Schafhalter ebenfalls allein gelassen. Deshalb fordern wir die Übernahme der Finanzierung dieses zusätzlichen
Arbeitsaufwandes durch die Allgemeinheit.

Zum Abschluss sei noch darauf hingewiesen, dass die Rückkehr des Wolfes rein gar nichts über die Intaktheit der Natur aussagt. Wölfe kommen sehr gut im ländlichen Siedlungsraum zurecht. Sie benötigen genügend Nahrung und Rückzugsgebiete. Dass unsere Natur keinesfalls in Ordnung ist, beweisen Insektensterben, der dramatische Rückgang vieler Vogelarten und die nicht mehr bestreitbare Klimaerwärmung mit ihren Folgen.

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