Frühe Paarungen bei den Störchen / Beobachtungen am Niederrhein
Peter Malzbender zu Adebars Gewohnheiten: "Altstörche sind an ihre 'Immobilie' gebunden!"

Weißstörche bei der Paarung.

Der Storchen-Frühling kommt am Niederrhein mit großen Schritten. Erste Kopulationen konnten gestern von zwei Weißstorchpaaren in Bislich und in Spellen beobachten werden. Das ist ungewöhnlich früh. Übrigens: "Beide Storchenpaare waren den ganzen Winter über in unserer Region", betont Peter Malzbender, NaBu-Vorsitzender in Kreis Wesel.

Hunger mussten die großen Schreitvögel nicht leiden. Regenwürmer, Maulwürfe und Mäuse standen und stehen zurzeit vorrangig auf dem Speiseplan. Die Weißstörche, die jetzt bereits zur Brut schreiten, haben meist einen biologischen Vorteil gegenüber den Störchen, die erst in den nächsten Wochen aus ihren Winterquartieren zurückkehren. Ihre Jungvögel sind viel eher flügge und haben dadurch mehr Zeit, sich mit bester Kondition auf den Zug ins Winterquartier vorzubereiten.

Peter Malzbender erklärt: "Das Zugverhalten der Jungstörche Richtung Süden ist genetisch konditioniert, deshalb können sie sich auch ohne Altstörche auf die lange Reise machen. Frühjahrsputz am Storchenhorst durch Menschenhand ist oft gutgemeint, aber vollkommen überflüssig. Zudem nach dem Naturschutzgesetz sogar verboten und nur mit Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde ausnahmsweise zulässig. Die Horste sollen von Jahr zu Jahr wachsen. Die Altstörche sind nämlich an ihre 'Immobilie' gebunden."

Der NaBu-Chef informiert weiter: "Die Paare sind in den südlichen Überwinterungsgebieten nicht unbedingt zusammen. Der Storchenmann trudelt meist zuerst am traditionellen Horst in der Brutheimat ein und klappert oft tagelang bis sein Weibchen dann endlich eintrifft. Dann wird meist ganz schnell Hochzeit gefeiert. Auf Veränderungen am Horst können die Tiere sehr empfindlich reagieren. "

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