etwas nachdenkliches
Und täglich grüßt die Coronakrise

Tja, da sind wir jetzt in der  - wie vielten - Coronawoche? Gefühlt eine Ewigkeit.
Angefangen von einem strahlendem "Mama, ich hab ab heute Osterferien, vorgezogene" bishin zu, "Ach Frau Wolbring, nee, wir sind ja jetzt auch zu Hause und da machen wir den Garten unserer Eltern selber.Aber wenn das vorbei ist, dann machen wir wieder Termine aus." Da sitze ich jetzt hier am Rechner, meine Kosten und Einnahmen im Blick, die ausgedruckte automatische Antwort der Landesregierung auf Coronahilfe am Rechner liegend. Was waren das für Wochen. Ich sitze hier mit einem Tarsaltunneldings. Das gleiche was an der Hand ein Karpaltunnelsyndrom ist, gibt es auch am Fuß. Nur ekliger. Weil auftreten sehr beschwerlich ist, wenn man den halben bis 3/4 Fuß nicht spürt, weil alles taub ist. Wie man daran kommt? Bei mir hat hat ein einmaliges wegrutschen in meiner Küche gereicht. Nerv eingeklemmt, und bäng. Und so Nerven können vielleicht nerven. Aber jetzt bitte nicht noch mehr Krankengeschichten, die eine große Krankengeschichte in der Welt reicht vollkommen. Was gab es alles im Net zu lesen. Unter anderem: Da ihr ja jetzt alle Zeit habt, macht doch bitte ... Oder da ihr jetzt alle Zeit habt konnt Ihr ja... Manchmal frage ich mich, ob es Menschen gibt, die von der Welt da draußen keine Ahnung haben. Denn es soll Menschen geben, die noch richtig arbeiten. Draußen, mit Menschen oder auch ohne, die Kinder haben und die beschult werden müssen. Die ihren Haushalt machen müssen und vllt noch ihre Büroarbeit machen müssen. Die keine Zeit haben. Denn im Augenblick müßte mein Tag 30 Stunden haben. Im Anfang kamen von der Lehrerin per Mail, zum Schreck meines Sohnes, jede Menge Schulaufgaben. In der nächsten Woche noch mal ein riesen Pack Schulaufgaben. Nachdem wir uns mit 4 - 6 Stunden Schulaufgaben täglich (mein Sohn hat eine Lese/Rechtschreibschwäche und da kann schreiben dauern) arrangiert hatten, kam zum ersten April der Brief der Lehrerin via Mail, das die Kinder nicht alles machen sollen und wir sollen für unser Kind da sein. Ich sah etwas ungläubig auf das Datum und dachte, OKAAAAAAYYY... Tja sorry fast alles gemacht. doof gelaufen (fragt sich auf welcher Seite ) Mein Sohn blieb in Kontakt mit ein paar seiner Kameraden . Per Telefon, per Brief (ja richtig: BRIEF) in dem er traurig erklärte, er müsse mit, wenn Mama und Papa arbeiten sind. Wenn er dann Zuhause ist, muss er lernen. Zeit zum spielen? Das ist das Problem der Krise. Sog. systemrelevante Berufe haben eine Betreung ihrer Kinder. Viele andere  Berufszweige, die zwar arbeiten dürfen , aber eben nicht systemrelevant sind, haben das nicht. Da müssen die Kids mit. Und das ist nicht lustig. Weder für die Eltern noch für die Kids. Kinder sollen spielen dürfen und nicht mit Mama und/oder Papa zur Arbeit fahren. Vielleicht haben sie einen Platz, wo sie ihre Aufgaben machen können, doch das ist nicht immer der Fall.  Dann müssen die Aufgaben nachgeholt werden. Ein Glück für Kinder, deren Eltern ein Häuschen mit Garten haben, wo sie wenigstens raus können. Was ist mit denen, die weder Garten noch Balkon haben? Die Kinder sind die großen Verlierer. Zudem bekommen sie mit, daß das Geld knapp ist, knapper als üblich, weil da weniger Aufträge reinkommen oder Kurzarbeitergeld oder der 450 Eurojob weg ist. Mama und Papa sind besorgt und könnten deswegen sehr gereizt reagieren. Dann die Sorgen, weil es in den Läden nichts zu kaufen gibt/gab. (mein Sohn hat beim Anblick der leeren Regale bitterlich geweint.) Ein Trauma, das noch in einigen Jahren zu spüren sein wird. Auch wenn man mit viel Liebe und Geduld seinem Kind beisteht, Kinder spüren instinktiv, wie es den Eltern geht. Und selbst wenn wir als Eltern die Sorgen überspielen oder nicht zeigen, Kinder spüren das und sind verunsichert. Wenn dieser Virus endlich aus der Welt ist (was ich so schnell nicht glaube), haben wir Eltern eine Aufgabe: unseren Kindern wieder die Sicherheit zu geben, die sie brauchen, damit sie zukünftig solche Krisen besser überstehen. Nur mit viel Liebe und Verständnis kann das gehen.
Doch wie wird es weitergehen? Jetzt am 4. Mai darf unser Sohn, weil 4.Klasse, wieder in den Unterricht. Klar freut er sich, weil er einen Teil seiner Kumpels wiedersieht. Doch da werden die anderen sein, die fehlen, mit denen er immer noch befreundet ist. Dan nsoll er nicht in die Hausaufgaben und Nachmittagsbetreuung. Denn, wenn dieser Virus soo gefährlich ist, dürfte eine Nachmittasgebetreuung mit geschätzt 30 Kindern oderso nicht gerade gesund sein. Wieder ein schmerzhafter Einschnitt. Andersherum ist es eine sehr intensive Zeit mit unserem Sohn. Wir lesen uns z.B.  jeden Abend etwas vor. Zur Zeit das Geheimnis von Oaksend. Wir spielen, wenn möglich, ganz viel miteinander, mehr als vorher. Etwas, was vielleicht positiv prägend in einem Kinderleben sein kann. Etwas, auf das er vielleicht mal mit viel Liebe zurückblicken wird, wenn er mal selber Kinder haben sollte.

Autor:

Barbara Wolbring aus Wesel

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