Bericht von Leader-Informationsveranstaltung in Haltern

LEADER ist ein Förderprogramm der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raumes. Das Programm ist Teil des Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER). Ziel der Förderung ist die Unterstützung einer eigenständigen und nachhaltigen Regionalentwicklung in ländlichen Gebieten.
In diesem Jahr beginnt die neue bis 2020 dauernde LEADER-Förderperiode. Für die neue Förderperiode erfolgt in diesem Jahr eine Qualifizierung künftiger Förderregionen durch einen Wettbewerb der besten Konzepte.

Eine erste Informationsveranstaltung des Zentrums für ländliche Entwicklung (Zele) hat am 5.12.2013 in Haltern stattgefunden, an der ich für das Bürgerforum Büderich teilgenommen habe.
Die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte fasse ich wie folgt kurz zusammen:

1.) Die neue Förderperiode dauert bis 2020, angefangene Projekte werden bis 2022 unterstützt.
2.) Die zur Verfügung stehenden Fördermittel werden gegenüber des nun zu Ende gehenden Zeitraums um 40% erhöht.
3.) Der Wettbewerb beginnt offiziell erst nach den Wahlen, Wettbewerbsschluss wird am Ende der Sommerferien sein, bis Ende 2014 findet die Auswahl statt, es werden 20 bis 24 Regionen gefördert.
4.) Anders als zuvor wird bei der Projektförderung nicht unbedingt eine kommunale Kofinanzierung erforderlich, es ist nun auch eine private Kofinanzierung oder eine Kofinanzierung durch Stiftungen o.ä. möglich. Es soll auch Kommunen eine Teilhabe ermöglicht werden, die in der Haushaltssicherung sind.
5.) Es wird geraten frühzeitig mit potentiellen Partnern Kontakt zu suchen.
6.) Für die Bewerbung "neuer" Regionen wird es eine Startfinanzierung bis zu 15.000,- zur Erstellung eines Konzeptes geben. Professionelle Hilfe ist ratsam, Mitwirkung von Bürgerforen usw. wichtig.
7.) Bei dem Konzept müssen klare gemeinsame Ziele formuliert werden. Wichtig sind z.B. regionale Wirtschaftskreisläufe, regionale (landwirtschaftliche) Marken, Klimaschutzziele, Biodiversität usw.
8.) Für die Sanierung ortsbildprägender (Privat-)Gebäude können bis zu 30.000,- Fördermittel fließen.

Die Veranstaltung ist gut besucht gewesen. U.a. haben auch Herr Tigler für die Gemeinde Sonsbeck, Herr Koch für die Gemeinde Schermbeck und Frau Mosler für die Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort teilgenommen.

Eine Professorin aus Münster stellte dar, dass sehr viel mehr Wert auf die Gestaltung der Dörfer gelegt werden müsse. Um dem demografischen Wandel entgegen zu wirken sei neben rein wirtschaftlichen Aspekten ein attraktives und lebenswertes Umfeld der entscheidende Faktor. Nur wenn dieses gegeben sei, würden qualifizierte junge Leute nach ihrer Ausbildung zurückkehren und nicht in den Großstädten oder den umliegenden Speckgürteln bleiben. Am 24.2. findet in Schwerte die nächste Veranstaltung statt. Dort wird es dann u.a. genauere Informationen über die Förderbedingungen geben.

Über die Veranstaltung sind auch einige Zeitungsartikel erschienen, u.a. im "Landwirtschaftlichen Wochenblatt":
http://www.wochenblatt.com/landwirtschaft/nachrichten/24-leader-regionen-in-nrw-7392.html
Besonders hervorzuheben ist hier folgender Satz: "In Leader-Dörfern erhält ein Hausbesitzer zum Beispiel bis zu 30.000 €, wenn er die Außenhülle seines Gebäudes saniert."

Die Vorträge der Informationsveranstaltung stehen inzwischen auch im Internet zur Verfügung:
http://www.umwelt.nrw.de/landwirtschaft/laendliche_entwicklung/zentrum_laendlich/termine/index.php

Autor:

Marcus Abram aus Wesel

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