Frage der Woche: Wohnungsnot und steigende Mieten – was muss jetzt passieren?

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) wählt alarmierende Worte. Die steigenden Mieten bei gleich bleibendem Einkommen belasten bundesweit Haushalte. Besonders betroffen seien die einkommensschwächsten Mieter. "Über eine Million Haushalte fallen durch die Mieten unter Hartz-IV-Niveau", so SoVD-Präsident Adolf Bauer.

In einem gestern vorgestellten Gutachten spricht der SoVD von einer sozialen Spaltung Deutschlands. Vor allem finanziell schlechter gestellte Haushalte seien von den Entwicklungen der letzten Jahre betroffen. Das Risiko, in die Armut abzurutschen treffe vor allem Alleinerziehende, Rentner*innen und Menschen mit Migrationshintergrund. Somit werde die Benachteiligung mancher Bevölkerungsgruppen noch zusätzlich verschärft. Dieser Entwicklung rechtzeitig entgegen zu treten, habe die Politik zu lange versäumt.

Mietarmut: Der soziale Sprengstoff?

Ein umfassender Investitionsschub sei erforderlich, um den möglichen Auswirkungen dieser Spaltung entgegen zu wirken, so Bauer. Soziale Verwerfungen als Folge von Mietarmut sieht der SoVD-Vorsitzende als reelle Gefahr an. Schon Anfang des Monats hatte Bauers Verband das Thema Wohnen als kritische Frage der Gesellschaft angemahnt. Eine neue Mietpreisbremse soll Mieterinnen und Mieter jetzt besser schützen. Hohe Mieten und drohende Armut sind aber nicht allein das Problem – es fehlt auch an Wohnungen. Besonders in größeren Städten sei der Mangel eklatant. Bis 2030 fehlen nach Informationen der WAZ allein in Essen 9000 Wohnungen. 

Was muss die Politik in Bund, Ländern und Kommunen jetzt leisten? 

Autor:

Jens Steinmann aus Herne

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