Grüne in Wesel weit vorn

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Ein überraschendes Ergebnis brachte die U18-Wahl zur Europawahl, die am Freitag mit Unterstützung des Stadtjugendrings in der Gesamtschule Am Lauerhaas und in vier Jugendeinrichtungen in Wesel stattgefunden haben.
Sagenhafte 26,82 % der abgegebenen gültigen 1.111 Stimmen entfielen auf Bündnis 90/Die Grünen, gefolgt von der SPD mit 20,52 %. Schon weitab an dritter Stelle folgen CDU/CSU, die erstmals mit einer gemeinsamen Liste antreten, mit 11,25 %.
Würde die Europawahl am 26. Mai ein derartiges Ergebnis liefern, dann könnten die Demoskopen einpacken. Diese sehen nämlich mit zwischen 28 und 32 % die CDU vorn, gefolgt von den Grünen mit durchweg 19 % und der SPD, deren Umfragewerte zwischen 15 und 19 % liegen (Infratest dimap vom 2. Mai, Forschungsgruppe Wahlen vom 10. Mai sowie INSA ebenfalls vom 10. Mai).
Für die CDU kommt das Ergebnis der Weseler Jugendwahlen noch dicker. Die verschiedenen Tierschutzparteien vereinen auf sich 14,76 % der Stimmen, würden also als Block die CDU/CSU auf Platz vier verdrängen.
Die Linke erzielt mit 2,88 % nicht einmal die Hälfte der Stimmen von Wesels Jugend, wie bundesweit für die echte Wahl vorausgesagt. Auch die FDP kann in vergleichbarer Weise bei der Jugendwahl nicht punkten, erzielt mit 4,41 % aber zumindest zwei Drittel des von den Demoskopen vorausgesagten Ergebnisses.
Die Piraten, die allgemein bei den Demoskopen unter "Sonstige" geführt werden, erzielen mit 2,7 % noch einen kleinen Achtungserfolg. Die AfD kann bei 5,58 % der Jungwähler punkten und bleibt damit deutlich hinter den bis zu 13 % prognostizierten Stimmanteilen für den Wahlsonntag zurück.
Der Stadtjugendring Wesel ist froh, dass auch Weseler Einrichtungen am bundesweit größten Jugendprojekt zur Demokratieförderung teilgenommen haben. Am Vorabend der Wahlen waren Deutschlandweit 1.187 Wahllokale gemeldet, davon 277 in Nordrhein-Westfalen. Mit einer so großen Resonanz hatten die Veranstalter anlässlich der Europawahl gar nicht gerechnet.

Projektbegleiter sehr zufrieden

Die Wahlhelfer vom Stadtjugendring waren jedenfalls sehr zufrieden mit dem Ablauf am Wahltag. Die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen zeigten sich durchweg gut vorbereitet auf ihren Wahlgang und hatten sich zumeist im Vorfeld eine Meinung gebildet. Wie bei den echten Wahlen auch, gab es jedoch auch bei der U18-Wahl Stockungen, wenn erst in der Wahlkabine klar wurde, wie lang der Stimmzettel tatsächlich war.
Thomas Pawlowski, Projekt-Koordinator an der Gesamtschule, freute sich ebenfalls über die gelungene Veranstaltung, vor allem auch über die anregten Diskussionen, die sich um die U18-Wahl herum unter der Schülerschaft, aber auch zwischen Schülern und Lehrern sowie anderen erwachsenen Ansprechpartnern entspannten.

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