Hochwasser-Zoff: Ein dummer Amtsstreit, der Dringlichkeiten und Realitäten überlagert

Bernd Romanski (links) und Ansgar Müller (rechts) sind im Amtsfragen zum Thema Hochwasser uneins.
  • Bernd Romanski (links) und Ansgar Müller (rechts) sind im Amtsfragen zum Thema Hochwasser uneins.
  • Foto: Feuerwehr Hamminkeln
  • hochgeladen von Dirk Bohlen

NRW-Umweltminister Johannes Remmel könnte heute auf einen relativ unentspannten Hamminkelner Bürgermeister treffen. Der liegt nämlich im Clinch mit seinem Parteikollegen Ansgar Müller, der als Landrat und Kreisverwaltungschef auch oberster Vorgesetzter des Krisenstabes zur Bekämpfung des Isselhochwassers ist.

Die Situation in Kürze: Beide Politiker besuchten die Rettungskräfte, als die Situation am gefährlichsten war. Und offensichtlich gewannen beide unterschiedliche Eindrücke von der Dringlichkeit der Lage.

Was geschah dann?

1) Landrat Müller verließ sich auf die Informationen aus dem Kreishaus und auf die vom Krisenstab initiierten und koordinierten Bekämpfungsmaßnahmen.
2) Bürgermeister Romanski tat dies nicht: Er ließ Geschehenes kurz auf sich wirken und traf dann eine Entscheidung, nämlich den drohenden Deichbruch mit Hilfe von Durchstichen und zügigem Abpumpen zu verhindern.

Und was geschieht jetzt? Kommunikation und Handlungsketten werden kritisiert, man keult nach links und tritt nach rechts. Ist das notwendig? Ein klares Nein!
Der hochgekochte Zuständigkeits-Streit zwischen Bernd Romanski und Ansgar Müller mutet übertrieben an.

Zwei Welten stoßen aufeinander: Hier der verantwortungsaffine Ex-Manager, der die Traute hatte, ohne Amtsstempel vorzupreschen. Dort der Verwaltungsapparat, der schonmal gerne auf Zuständigkeiten verweist und bisweilen etwas zu lange auf der Stelle tritt.

Als ob Bernd Romanski mutterseeleinallein seine Entscheidungen getroffen hätte! Auch er war mit Feuerwehrleuten unterwegs und hat eben diese Fachleute um ihre Meinung gebeten, bevor er bestimmte Maßnahmen anwies. Diese hatten dann Konsequenzen (wie den Wasserzulauf auf Getreidefeldern), die sich für Manche negativ auswirken.

Doch dass jetzt Druck auf den Chefentscheider vor Ort ausgeübt wird, weil einigen Landwirten das Getreide unterm Trecker verfault, kann einfach nicht sein! Was wäre gewesen, wenn der Deich im Ringenberger Ortskern gebrochen wäre und hunderte Privathäuser und Firmengebäude vollgelaufen wären? Dann hätte der Krisenstab noch weitaus mehr auf die Mütze bekommen, als es jetzt der Fall ist.

Vorschlag zur Güte: Gebt dem Lob eine Chance und freut Euch zusammen mit der Feuerwehr über gelungene Zusammenarbeit und Bürgerhilfe vor Ort, da wo's wirklich nötig war. Lasst die Keulerei und macht einen netten Spaziergang mit Herrn Remmel, damit alle Betroffenen Geld bekommen, um ihren Schaden zu bezahlen. Nur das macht Sinn!

Autor:

Dirk Bohlen aus Wesel

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