Kommunikationsoffensive der Kiesindustrie stoppen!

Die Holemans GmbH hat in Zusammenarbeit mit der Kressin Agentur für Kommunikation ein Sammelsurium maßgeschneiderter Argumente für ein Abbaggern des niederrheinischen Kieses und Sandes veröffentlicht. Unter dem Motto: „Baggern ist Bio“, kommen auf 170 Seiten u.a. Wissenschaftler*innen, ein Politiker der Grünen und ein Cheflobbyist aus Brüssel zu Wort.

Andreas von Hessberg ist Landratskandidat der Grünen im Landkreis Bayreuth und sieht die Abgrabungsgebiete am Niederrhein unter einer von Menschenhand gemachten Käseglocke dahinvegetieren, die die Natur daran hindert sich vollends zu entfalten. Durch den großindustriellen Abbau der Rohstoffe kann diese Glocke zerstört werden. Andere Wissenschaftler halten die These für nicht tragfähig. Die Natur am Niederrhein zu zerstören damit sie im Nachhinein möglicherweise „natürlicher“ ist als vorher, ist ein zynisches Angebot an die besorgten Bürger*innen.

Im selben Papier spricht sich ein Cheflobbyist des Europäischen Gesteinsverbandes für die Finanzierung von Projekten zur Minimierung des entstehenden Schadens aus. Die Finanzierung soll durch EU-Fördermittel auf Kosten der Steuerzahler gestemmt werden.

Die Holemans GmbH rühmt sich damit, einen Nachhaltigkeitspreis des Bundesverbandes Mineralische Rohstoffe e.V. (MIRO) erhalten zu haben. Der Präsident des Verbandes Gert Hagenguth, ist gleichzeitig der Geschäftsführer der RMKS Rhein Main Kies und Splitt mit Sitz in Wesel. Dem Kiesunternehmen gehört beispielsweise das mittlerweile leergebaggerte Kieswerk Bruckhausen am Tenderingssee. Derzeit baggert die RMKS eine Fläche von 44,5 ha in Wesel ab. Sobald diese Quelle voraussichtlich im Jahr 2038 versiegelt sein wird, braucht es neue Abbauflächen in der Region.

DIE LINKE. im Kreistag Wesel hofft darauf, dass die PR-Offensive der Kiesindustrie auf wenig Resonanz im Kreis Wesel stößt. Die aufgeführten Argumente zeichnen lediglich Schadensbegrenzungen auf, weil die Industrie lediglich aufgrund gewinnbringender Interessen mutwillig die Natur zerstören wird. Fraglich ist es hierbei, warum der Kies nicht aus nicht wirtschaftlichen Interessen abgetragen wurde, wenn all die Argumente und Fakten lediglich den Schutz der Natur begünstigen.

Autor:

Sascha H. Wagner aus Dinslaken

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