Zur CO2 Bilanz im Kreis Wesel
Pkw und Lkw stießen 2019 10% mehr CO2 als 2013 aus.

Zu Beginn der Coronakrise war in allen Städten des Kreises ein drastischer Rückgang des Verkehrs zu verzeichnen. Der Fuß- und Radverkehr gewann an Bedeutung. Viele empfanden die Kombination dieser beiden Effekte als Erleichterung, war doch weniger Stress im Verkehr spürbar, weniger Tote und Verletzte zu beklagen. Selbst für das Klima ergaben sich positive Effekte. Zum ersten Mal entsprechen die deutschen CO2 - Emissionen den festgelegten Anforderungen des Pariser Klimaabkommens.
Der Effekt ist allerdings trügerisch denn fast überall ist der relative Anteil des Autoverkehrs inzwischen wieder gestiegen. Nach Berechnungen des globalisierungskritischen Netzwerkes attac-Niederrhein hat sich im Kreis Wesel allein der direkte CO2 Ausstoß aus den Auspuffrohren der Pkw und Lkw seit 2013 um knapp 10 % erhöht. Das entspricht 125.317 t CO2 im Jahr. Verantwortlich für den Anstieg sind die drastisch gestiegenen Zulassungszahlen von Pkw- und Lkw in den letzten Jahren, der Ausbau des Straßengüterverkehrs und die fehlenden Alternativen zum Individualverkehr.
Die derzeitige Politik in Wesel setzt mit kostenlosen Parkplätzen und Straßenbau weiterhin auf den Ausbau des Individualverkehrs. Die Elektromobilität wird als Heilsbringer gefeiert obwohl klar ist, dass sich solche Fahrzeuge nur Menschen leisten werden, die über entsprechende finanzielle Mittel verfügen und einen eigenen Stellplatz besitzen.
Für attac ist klar, dass diese Politik keine angemessene Antwort auf die aktuell wichtigen Fragen wie Klimawandel und wachsende Armut bietet. Um das Verkehrssystem zukunftsfähig zu machen, bedarf es einer grundsätzlichen Umorientierung. Die zukünftige Mobilität muss sich an weniger fahrenden und parkenden PKW und LKW orientieren. Die Bereiche Rad- und Fußverkehr sowie der öffentliche Nahverkehr müssen massiv ausgebaut und effizienter und kundengerechter gestaltet werden. Wir brauchen mehr Mobilität bei gleichzeitiger Verminderung von Motorisiertem Individualverkehr!
Bei aller berechtigten Sorge birgt die Corona-Pandemie auch eine Chance: uns darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist für eine Gesellschaft. Jetzt gilt es, die Prioritäten geradezurücken und die Menschen und nicht den Profit von Autokonzernen ins Zentrum zu stellen.

Weitere Infos unter: http://www.attac-niederrhein.de/Verkehrswende/AN_Verkehrswende.htm

Autor:

Klaus Kubernus-Perscheid aus Wesel

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