Wilhelm Neu: Trotz geringerer Ernteerträge dürften die Brötchenpreise nicht steigen

Wilhelm Neu, Kreisbauernvorsitzender
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„Es wurde zwar rund 10 % weniger Weizen gedroschen als im langjährigen Mittel, aber der Verbraucher muss sich keine Sorgen über steigende Brot- und Brötchenpreise machen“, betont Wilhelm Neu, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Wesel. Der Einfluss des Getreidepreises auf den Brötchenpreis sei sehr gering, da der Erzeugerpreis nur noch einen verschwindend geringen Anteil bei der Brotherstellung ausmache. Von jedem Brötchen bekommt der Bauer nur 1 Cent für sein Getreide. Zudem seien die Qualitäten nicht so schlecht, wie zunächst vermutet.

Inzwischen sei die Weizenernte im Rheinland weitestgehend abgeschlossen. Während der vergangenen trocknen Tage konnte geerntet werden, so der Vorsitzende. Das rheinische Getreide werde in den Mühlen in Köln und Düsseldorf verarbeitet. „Wenn jemand steigende Brotpreise mit dem Weizenpreis begründet, ist das Irreführung des Verbrauchers“, so Neu. Zur Verdeutlichung macht der Vorsitzende folgende Rechnung auf: Zum Brötchenbacken benötigt ein Bäcker etwa 34 g Brötchenmehl. Bei einem Ausmahlungsgrad von rund 70 % sind das nur 49 g Weizen. Der Landwirt als Rohstofflieferant des Weizens bekommt bei einem Getreidepreis von augenblicklich 20 €/dt nur rund 1 Cent. Im vergangenen Jahr erhielten die Landwirte 13 €/dt Weizen und 0,6 Cent pro Brötchen. Das heißt: Die „Materialkosten“ für den Bäcker haben sich gerade mal um 0,4 Cent pro Brötchen erhöht. Erst bei einem für Landwirte wohl schwindelerregenden Getreidepreis von 36 €/dt dürften Brötchen um 1 Cent teurer werden. Zur Erinnerung: Im März 2008, als die Weizenpreise mit 25,40 €/dt einen bisher nicht gebrochenen Rekord erreicht hatten, wollte man die Verbraucher mit der gleichen Argumentation irreführen.

Der Verbraucher wird sich fragen müssen, warum die Brotpreise eigentlich nicht in den vergangenen zwei Jahren gefallen seien, so Neu. weiter. Bekanntlich seien die Getreidepreise in diesem Zeitraum von 25 €/dt auf unter 10 €/dt gesunken. Seinerzeit habe die Branche eben mit jenem geringen Anteil der Getreidepreise an den Gesamtherstellungskosten argumentiert. Maßgeblich für den Preis scheinen Energie- und Personalkosten zu sein. „Was damals richtig war, kann heute nicht falsch sein“, betont der Vorsitzende und erinnert daran, dass die Getreidepreise in den 80er, 70er und sogar 60er Jahren weit über den heutigen gelegen hätten; die Brötchen seien damals aber deutlich billiger gewesen.

Autor:

Wilhelm Neu aus Wesel

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