Anlaufstelle gegen sexuelle Gewalt - Kinder und Jugendliche während der Corona-Krise vor Gewalt schützen
AWO Wesel: Anlaufstelle gegen sexuelle Gewalt weiterhin erreichbar!

Die AWO Kreisverband Wesel - Anlaufstelle gegen sexuelle Gewalt - ist weiterhin erreichbar und möchte mit ihrem Angebot "Kinder und Jugendliche während der Corona-Krise vor Gewalt schützen".

Um die Ausbreitung des Corona Virus zu reduzieren, hat auch die AWO Anlaufstelle in Wesel ihr Beratungsangebot angepasst. So wurde die telefonische Erreichbarkeit verstärkt, ausführliche Beratungsgespräche wie auch die Beantwortung einzelner Fragen führen die Mitarbeiterinnen nun vom Telefon aus, was von Ratsuchenden gut angenommen wurde.

Präventionsmaterialien

Zwar fallen natürlich alle Präventionsveranstaltungen in Kindertagesstätten und Schulen aus, aber Eltern oder Pädagog*innen haben die Möglichkeit, sich telefonisch mit der Anlaufstelle in Verbindung zu setzen

Dabei kann es beispielsweise um den Einsatz von Präventionsmaterialien gehen wie Bücher, Spiele oder Bastelanleitungen für den häuslichen oder institutionellen pädagogischen Alltag. Gerade aktuell in den Zeiten der vermehrten häuslicher Nähe, ist dies eine gute Möglichkeit, den Schutz von Kindern und Jugendlichen in das alltägliche Leben zu integrieren.

Häusliche Enge von Eltern und Kindern

Die Kontakteinschränkungen zur Eindämmung des Corona Virus sind für viele Menschen eine enorme Herausforderung. Dazu kommen Probleme wie finanzielle Unsicherheiten, häusliche Enge von Eltern und Kindern ebenso wie fehlende soziale Kontakte, die ansonsten zur Entlastung von Familien beitragen. Es besteht eine hohe Gefahr, dass Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ansteigt.

Wichtige Kontakte außerhalb der Familie fehlen

Ein Blick auf die Zahlen zu sexualisierter Gewalt macht deutlich, dass das eigene Zuhause häufig kein sicherer Ort ist. Durch die Einschränkungen im Schul-und Sozialleben verlieren Kinder und Jugendliche im Moment den für sie wichtigen Kontakt zu anderen Menschen außerhalb der Familie. Sie gehen nicht mehr in die Schule, den Kindergarten, die Betreuung, das Jugendzentrum oder den Sportverein und dadurch sind Auffälligkeiten oder Unterstützungsbedarfe von Kindern und Jugendlichen nicht mehr sichtbar für die Fachkräfte. Zudem entfällt für die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, sich selbst den Lehrkräften, Erzieher*innen und Pädagog*innen in den Institutionen anzuvertrauen und Hilfe zu holen.

Hilfssystem für den Kinderschutz eingeschränkt

Zugleich ist das Hilfssystem für den Kinderschutz auf Grund der Schutzmaßnahmen und der Kontaktvermeidung stark eingeschränkt. Persönliche Gespräche, Präventionsveranstaltungen, Hausbesuche, Betreuungen entfallen und in jedem Einzelfall stellt sich die Frage, auf welchem Weg die Hilfe gestaltet werden kann.

Eltern, Fachkräfte, Kinder und Jugendliche müssen in dieser Krisenzeit wissen, wo und wie sie Hilfe erhalten können.

Flexible Angebote der AWO

Die AWO Anlaufstelle gegen sexuelle Gewalt reagiert mit flexiblen Angeboten wie z.B. der Erweiterung der telefonischen Sprechzeiten, der Bereitstellung von Präventionsmaterialien oder wenn gewünscht mit Hinweisen auf fachlich fundierte Onlineadressen.

So startete z. B. im April 2020 eine neue Soforthilfe des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.
Unter www.kein-kind-allein-lassen.de finden Kinder, Jugendliche und Erwachsene weiterführende Informationen über sexualisierte Gewalt und Beratungsangebote per Telefon, Email oder Chat. Ebenso können dort Plakate und Flyer zum Verbreiten der Kampagne genutzt werden.

Erreichbarkeit der Mitarbeiter

Die Mitarbeiterinnen der AWO Anlaufstelle gegen sexuelle Gewalt sind unter der Telefonnummer 02064 621850 Montags von 9 bis 12 Uhr, Dienstags von 11 bis 13 Uhr, Mittwochs von 13 bis 16 Uhr und Donnerstags von 9 bis 12 Uhr zu erreichen.

Autor:

Lokalkompass Wesel aus Wesel

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