Akademisches Lehrkrankenhaus: Marien-Hospital Wesel bildet medizinischen Nachwuchs aus
Früh Verantwortung übernehmen

Chefarzt Prof. Dr. Stephan Böhmer, PJ-Beauftragter des Marien-Hospitals, Assistenzärztin Dunja Himmels und Student Tim Steckelbroeck machen gute Erfahrungen mit dem Praktischen Jahr an der Klinik.
  • Chefarzt Prof. Dr. Stephan Böhmer, PJ-Beauftragter des Marien-Hospitals, Assistenzärztin Dunja Himmels und Student Tim Steckelbroeck machen gute Erfahrungen mit dem Praktischen Jahr an der Klinik.
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„Im Marien-Hospital wird eine hochwertige Medizin von enormer Bandbreite gemacht. Hier kann ich viel lernen.“ Das sagt Medizinstudent Tim Steckelbroeck. Der 25-Järige ist einer von drei angehenden Ärzten, die derzeit am Marien-Hospital ihr Praktisches Jahr (PJ) absolvieren. Das Marien-Hospital, das zur pro homine gGmbH gehört, ist seit 2014 als Akademisches Lehrkrankenhaus der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster anerkannt und bildet seitdem Medizinerinnen und Mediziner aus.

PJ-Student zu sein ist ein Vollzeit-Job. Die Nachwuchskräfte dürfen unter Anleitung vielfältige Aufgaben übernehmen, vom Setzen der Spritze bis zur Assistenz beim Operieren, arbeiten aber stets unter strenger Anleitung und ohne eigene Verantwortung. „Wir binden sie früh in die klinischen Prozesse und ärztlichen Teams mit ein, um gute Nachwuchskräfte und auch Nachfolger für die Abteilungen im eigenen Haus zu generieren“, sagt PJ-Beauftragter Prof. Dr. Stephan Böhmer, Chefarzt des Zentrums für Frauengesundheit. Seit 2014 zählte das Marien-Hospital 46 PJ-Studenten, zehn von ihnen arbeiten hier inzwischen als Assistenzärztinnen und -ärzte. „Diese Quote spricht für unser Haus. Wir stellen rechtzeitig die Weichen, um zukunftsfähig zu bleiben und die Patientenversorgung sicherzustellen“, betont Prof. Böhmer.

Eigenständiges Arbeiten

Zu jenen, die dafür stehen, gehört Dunja Himmels. Sie absolvierte 2019 ihr PJ am Marien-Hospital und arbeitet seit Januar 2020 als Assistenzärztin in der Geburtshilfe. „Mir gefallen hier die familiäre Atmosphäre in unserem jungen Team und die flachen Hierarchien“, sagt Dunja Himmels, die vom Niederrhein stammt und ihr Medizinstudium in Riga und Oldenburg absolvierte. „Als Assistenzärztin werde ich gut angeleitet und darf viel eigenständig machen“, sagt die 30-Jährige. Schon sehr früh hat sie ihre ersten Kaiserschnitte vorgenommen. Zwei Jahre lang wird Dunja Himmels als Assistenzärztin in der Geburtshilfe bleiben, anschließend folgt die Gynäkologie. Für sie ist das die ideale Kombination: In der Geburtshilfe hat sie „mit neuem Leben“ zu tun, in der Gynäkologie erfüllt sich ihr Wunsch, „chirurgisch zu arbeiten“. Die Assistenzzeit dauert fünf Jahre, anschließend folgt die fachärztliche Prüfung.

Praktisches Jahr in drei Fächern

Das PJ steht am Ende des Studiums vor dem abschließenden dritten Staatsexamen. Es muss in zwei Pflichtfächern (Innere Medizin und Chirurgie) und in einem Wahlfach (am Marien-Hospital sind das Anästhesie, Pädiatrie sowie Gynäkologie / Geburtshilfe) abgeleistet werden. Tim Steckelbroeck hat sich nach der ersten verpflichtenden Station in Kardiologie und Gastroenterologie für die Anästhesie entschieden und sagt: „Das ist ein spannendes Feld, das ein Höchstmaß an Konzentration und Aufmerksamkeit verlangt. Ich kann mir vorstellen, nach dem Studium in der Anästhesie zu arbeiten.“ Der 25-Jährige stammt aus Wesel und studiert in Hamburg. Den Weg zur Medizin fand er bereits als Schüler mit 16 Jahren während eines Praktikums in der Gefäßchirurgie des Marien-Hospitals unter Leitung von Chefarzt Dr. Jürgen Hinkelmann. Im Rahmen des PJ erfolgt die chirurgische Ausbildung in Allgemein-, Gefäß- und Unfallchirurgie.

Umfassende Weiterbildungen

Das Marien-Hospital erfüllt die strukturellen Voraussetzungen für eine qualifizierte Ausbildung, unter anderem durch eine umfassende Weiterbildungserlaubnis der einzelnen Chefärzte und Kliniken. So ist z.B. die fünfjährige Facharzt-Weiterbildung Gynäkologie und Geburtshilfe / Senologie (Brustheilkunde) komplett am Marien-Hospital möglich. Jede medizinische Abteilung hat ein Curriculum festgelegt und einen PJ-Beauftragten benannt, der die angehenden Ärztinnen und Ärzte betreut und ihnen für eine wöchentliche Sprechstunde zur Verfügung steht. Hinzu kommen regelmäßige Fortbildungen für die künftigen Medizinerinnen und Mediziner. „Es gibt wöchentliche PJ-Seminare, die von Chef- und Oberärzten geleitet werden und sehr geeignet sind, um das Wissen zu vertiefen und Handgriffe sowie Techniken in Diagnostik und Therapie zu lernen“, sagt Tim Steckelbroeck.

Autor:

Lokalkompass Wesel aus Wesel

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