Pflegebedürftige Gesellschaft?

Seit Einführung der Pflegeversicherung (1.1.1995 für ambulante Leistungen und 1.7.1996 für stationäre Leistungen in Heimen) explodieren die Kosten im Pflegebereich stetig. Nach einer jüngsten Studie des Wifor-Instituts der TU Darmstadt, ist die Zahl der Beschäftigten zwischen 1996 bis 2008 um etwa 50 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: der Beschäftigungs-Zuwachs in der Gesamtwirtschaft lag bei gut 8 Prozent.
Vermutlich wird die Zahl der Arbeitsplätze für Gesundheits- und Alterpfleger in den nächsten Jahren weiter steigen, weil die Menschheit im Schnitt immer älter und dadurch teilweise auch pflegebedürftiger wird.
Schon lange können die Kosten für stationäre Pflege nur von einem geringen Teil der Bewohnerinnen und Bewohner in den Heimen durch ihre Renten oder Ersparnisse selbst aufgebracht werden. Wobei die Renten nur sehr spärliche Steigerungen oder Null-Runden erfahren. Hier muss die Solidargemeinschaft kräftig mit einsteigen. Wie lange geht das noch gut? Experten raten zu einer Zusatzversicherung.
Gesagt werden muss aber auch, dass es eine große Zahl aufopfernd pflegende Angehörige gibt. Ohne diese wäre der Pflegesektor schon lange nicht mehr finanzierbar. Aber auch die in vielen Heimen tätigen Ehrenamtlichern, Zivildienstleistenden und Absolvierende des Freiwilligen Sozialen Jahres, die sich für die Begleitung der Bewohner einsetzen, gilt Anerkennung.
Es soll allerdings auch Gewinner geben: einige Heimbetreiber. Aber darf es so weit gehen, dass Pflegeheime Bewohner angeblich unter Medikamente setzen, um eine höhere Pflegestufe zu bekommen? Dabei fällt die Ethik hinten rüber.
Durch solche Berichte werden Menschen verunsichert, deshalb ist mehr Transparenz vonnöten. Buchhalterisch würde man sagen: Offenlegung der Bilanzen.
Auch dem Kreis Wesel scheinen die Kosten für die ungedeckten Heimkosten über den Kopf zu wachsen. Er verstärkt seine Initiative: ambulant vor stationär und stellt neben dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen eigene Ermittlungen an.

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