Die Zeit nach Tschernobyl

Von links: Wilhelm Brücker, Sara Brücker, Nina Puls (geb. Brücker) mit Yannis und Christa Brücker mit Maya. Foto: heli
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Nach 14 Jahren: Drevenacker Familie begrüßt ihr „Gastkind“ Natascha aus Russland

Einen Tag vor der Ankunft ihres inzwischen erwachsenen „Gastkindes“ Natascha aus Nowosybkow traf der „Weseler“ die Drevenacker Familie Brücker / Puls.

Drevenack. Diese freut sich sehr auf den Besuch der jungen Frau, der sie vor Jahren eine glückliche Zeit nach einer schrecklichen Katastrophe bescherten. Denn die Brückers und „Tschernobyl-Kinder in Not Dingden-Drevenack e.V.“ ermöglichten der damals 14-Jährigen unvergessliche Wochen in Drevenack. Nun gibt es ein Wiedersehen der inzwischen zweifachen Mütter Nina Puls (29), geb. Brücker, und Natascha (28). Text/Foto: heli

„Tschernobyl liegt so lange zurück. Es passiert jeden Tag so viel, da rückt diese Katastrophe in den Hintergrund.“, erzählt Ute Holloh, Vorstandsmitglied von „Tschernobyl-Kinder in Not Dingden-Drevenack e.V.“ und fügt hinzu: „In den Medien wird oft ein Bild von reichen russischen Menschen gezeichnet, so dass viele nur noch das reiche Russland kennen.“

Die Erinnerung an die Reaktor-Katastrophe von 1986 wach zu halten und neue Gastfamilien zu finden fällt unter anderem deshalb nicht leicht. „Wir verstehen das, schließlich hat sich auch hier für viele Familien die finanzielle Situation verändert. Dennoch wünschen wir uns, dass sich mehr Gastfamilien melden.“, ergänzt Annegret Hansen, ebenfalls im Vereinsvorstand tätig. Sie hat vor über 14 Jahren unter anderem auch ihren Nachbarn, der Familie Brücker, von ihrer Vereinstätigkeit erzählte.
Schnell war der sechsköpfigen Familie klar: „Den Kindern geht es nicht gut, sie müssen sich erholen. Da wir nur Töchter haben, war uns wichtig, dass wir ein Mädchen bekommen, weil sie ja in einem Zimmer schlafen sollten.“, erinnert sich Christa Brücker (63). Kurze Zeit später lernten sie die damals 14-jährige Natascha kennen, „die drei Mal bei uns war. Der Aufenthalt hier war für die Kinder und deren Entwicklung positiv.“, so Wilhelm Brücker (61). „Zunächst hielten wir noch Briefkontakt. Doch das hat sich irgendwann verlaufen - leider, denn sie war immer ganz höflich, gut drauf und hat alles mitgemacht.“, bedauerte Sara Brücker (27) und ihre Mutter ergänzt: „Es war wirklich schön mit ihr.“
Da war die Freude natürlich groß, als sich Natascha Anfang dieses Jahres überraschend meldete. Sofort wurden E-Mail-Adressen getauscht und die Brückers beschlossen ihr damaliges Gastkind, samt deren zehnjähriger Tochter Daria, einzuladen. „26 Personen, darunter 23 Kinder, Natascha und zwei Betreuer verbringen hier bis zum 5. August vier erholsame Wochen mit einem abwechslungsreichen Programm.“, erzählt Holloh.
Die Brückers planen unter anderem „eine Rad-Tour, Schokolade-Essen und eventuell eine Fahrt nach Köln.“ Dort kann sich Natascha mit ihrer Tochter der Lieblingsbeschäftigung der meisten Frauen widmen, dem Shoppen, das sie so liebt. Helena Libawski und Hanna Specht

Von links: Wilhelm Brücker, Sara Brücker, Nina Puls (geb. Brücker) mit Yannis und Christa Brücker mit Maya. Foto: heli
Nina Puls (29) (links) mit Natascha und deren ältesten Tochter Daria (10). Natascha lebt mit Mann und ihren zwei Töchtern (10 und 2 Jahre) in Nowosybkow. Der Ort gehört zu den am stärksten radioaktiv verseuchten Gebieten Russlands. Foto: privat

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