Wie läuft das Geschäft in der Corona-Lockerungszeit? Eine Umfrage.
Die Wasserstandsmeldungen der Gewerbler

Was wird zurück bleiben in Weseler und Hamminkelner Wirtschaftsgeschehen? Die Zukunftsaussichten sind für Viele nicht rosig!
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  • Was wird zurück bleiben in Weseler und Hamminkelner Wirtschaftsgeschehen? Die Zukunftsaussichten sind für Viele nicht rosig!
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Es war einmal ein Virus, das plötzlich von Tieren auf den Menschen übersprang. Zunächst weit weg, im fernen China. Doch als die ersten Infektionsfälle in Europa bekannt wurden, zog die Politik relativ schnell die Reißleine und schloss in den meisten Ländern das öffentliche Leben ab.

Dieser Lockdown machte neben dem Tourismus und dem Kultursektor fast allen Unternehmen schwer zu schaffen. Nach fast drei Monaten Wirtschaftsflaute folgten dann die ersten Lockerungen. Die Geschäfte durften wieder öffnen - ebenso wie Kultur- und Bildungseinrichtungen - Reisen wurden wieder erlaubt.

Wie hat sich die Lage nach einigen Wochen mit gelockerten Bedingungen entwickelt? Aus dem Stimmenfang der Redaktion in der Weseler und Hamminkelner Gewerbelandschaft .... 
 

Statements ...

Dirk Rupprecht (Physiotherapie): "Der Bereich der Physiotherapie hat sich nahezu normalisiert, die Trainingstherapie läuft noch unter Restriktionen mit fester Terminvergabe, aber die Patienten/Kunden sind sehr dankbar, dass Sie aktiv sein können. Kurse/Rehasport findet aus Platzmangel unter Hygieneauflagen nur zu ca. 20 Prozent statt, im Vergleich zu vorher."

Karl-Heinz Voss (Gastronom): "Die Geschäfte laufen sehr bescheiden, es ist existenzbedrohend. Wenn sich da nicht bald etwas ändert, sehe ich schwarz. Das geht eigentlich allen Kollegen so, die keine Außengastronomie betreiben. Die Gäste meiden es, sich in engen geschlossenen Räumen aufzuhalten. Der Cateringbereich, der unser Hauptstandbein ist, läuft zurzeit gegen Null. Ich versuche mit der Hilfe von zwei Mitarbeitern und dem Lieferservice zumindest so weit am Start zu bleiben, dass die Kunden uns wenigsten nicht vergessen!"

Birgit Kawula (für die Marienthaler Kaufleute): "Wir in Marienthal - als Kleiner Nah- und Erholungsort - merken , dass wir wieder mehr Besucher im Ort haben. Bei schönem Wetter sind die Terassen unserer Gastronomie gut gefüllt. Man bummelt zwar auch durch die Geschäfte, aber eine erhöhte Kauflust ist nicht zu spüren. Der Einzelhandel wird noch lange an der Corona-Krise zu knabbern haben und manch kleines Geschäft wird aufgeben müssen. Der Onlinehandel hat durch die Krise mehr profitiert."

Friedhelm Selmke (Gastronom): "Bislang halten wir unser Geschäft mit Biergarten und Außer-Haus-Aktionen aufrecht.Die neusten Lockerungen hören sich gut an, aber die Umsetzung bereitet doch Schwierigkeiten. Es fehlen detaillierte Informationen für die Gastronomie - zum Beispiel zu Hochzeiten, Tellergerichten Tischservice, Dekoration. Die Umsetzung der bisherigen Auflagen haben unsere Rücklagen aufgefressen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen wir eine Umsatzeinbuße von 75 Prozent. Wir leben hart am Limit, geben aber nicht auf."

Wolfdietrich Degler (Werbegemeinschaft Wesel): "Die Stadt füllt sich wieder mit Besuchern, die Ladenlokale aber leider nicht in gleichem Maße. Anders als vor Corona kommen die Kunden, die gezielt einkaufen, ein gemütliches Bummeln durch die Läden um sich inspirieren zu lassen, findet im Moment nur sehr vereinzelt statt. So laufen die Geschäfte zwar wieder an, im Vergleich zum Vorjahr fehlen vielen Branchen aber noch bis zu 20 Prozent des Umsatzes. "

Sandra Maas und Jasmin Albrecht (E-Zigaretten-Handel): "Wir haben durch unsere Flexibilität im Shutdown durch unseren Abhol- und Bringservice an Kundschaft gewonnen. Gerade der Bereich Vape und Smoke wurde sehr gut angenommen, da doch viele Vaper auf Aromen und Base angewiesen sind. Unseren CBD-Kunden haben wir unsere Produkte einfach zugeschickt. Wir hatten Zeit, das zu organisieren und anhand der Medien und Facebook haben wir viele Neukunden gewonnen und auch viel Lob erhalten. Man muss sich generell der Situation anpassen und neue Wege finden. Gerade in der heutigen Zeit der wachsenden "Online Shops" braucht der stationäre Einzelhandel eine frische Portion Kreativität, um weiter bestehen zu können. Jetzt nach der Lockerung bleiben uns die Kunden weiterhin erhalten."

Jörg Bluhm (Gastronom): "Es ist sehr unterschiedlich. Die Gäste kommen zahlreich bei gutem Wetter in den Biergarten , aber bei Regen ist es sehr übersichtlich. Der Personalaufwand ist dazu natürlich höher um die Auflagen umzusetzen. Gerade die mehr gefährdeten, älteren Gäste verstehen es oft nicht, dass sie sich nicht einfach an den Tisch setzen können, sondern dieser zugewiesen werden muss, um die vorherige Desinfektion der Plätze und die Kontaktdaten Erhebung sicherzustellen. Aber wir sind froh, erstmal wieder arbeiten zu können, manche Branchen wie die Event Firmen haben ja noch gar keine Aussichten."

Andrea Gockel (Training und Event): "Nach wochenlangem Stillstand nachdem alle Termine für mich als Vertriebstrainerin in Form von Workshops mit grösseren Gruppen oder auch in der Begleitung der Mitarbeiter am Point of Sale im Einzelhandel abgesagt wurden, konnte ich in den letzten Tagen erste neue Formate erfolgreich umsetzen.
Ich nenne sie mal "hybride Trainings" in die Teilnehmer auf zwei Räume verteilt waren und ich jeweils per Video in den anderen Raum geschaltet wurde in dem ich nicht live war. Die Teilnehmer waren so dankbar mal wieder vor Ort unter Menschen und nicht nur Online wertvolle Produkt- und Vertriebskenntnisse zu erlangen. Vorangegangen ist ein regelmäßiger Austausch mit meinen Kunden über mögliche neue Wege der Unterstützung.
Parallel habe ich die Zeit genutzt, um mich noch tiefer zu Qualifizieren im Bereich Remote bzw. Blended Learning. Die ersten zarten Schritte sind erfolgreich getan. Das gibt mir Zuversicht in die Zukunft. Um bereits vereinbarte Termine evtl. in abgewandelter Form aber mit gleichem nachhaltigen Lernerfolg zu Konzipieren und auch Umzusetzen. Da ich viele Kunden durch Empfehlung gewinne, ist die moderne Form von Veranstaltungsformaten auch für mich die Chance, neue Kunden zu gewinnen. Ich blicke daher vorsichtig optimistisch in die nahe Zukunft."

Christopher Kloß (Sport Palast): "Bei unserem breiten Sortiment im Sport Palast erleben wir, wie sich die Nachfrage innerhalb unseres Angebotes stark verschoben hat. Waren anfänglich Produkte für den heimischen Fitnessraum wie bspw. Hanteln begehrt, so verlagerte sich dies über Laufschuhe hin zur Bademode und erst jetzt, wo wieder gespielt werden darf, auch Fußballschuhe. Da viele Kunden in der Heimat Urlaub machen möchten, erwarten wir, dass die Nachfrage nach unserer Wanderbekleidung demnächst ansteigen wird. Aktuell sind wir froh, dass wir so breit aufgestellt sind."

Marc Müller (Tanzschulbetreiber):  "Unser Tanzschulbetrieb läuft seit Mitte Mai wieder. Die Corona-bedingten Auflagen wurden von uns penibelst umgesetzt und wir sind begeistert, wieviel Verständnis unsere Kunden für die aktuellen Einschränkungen haben. Wir haben mit unseren Stammkunden auch während der behördlichen angeordneten Schließung online Kontakt gehalten und sind äußerst dankbar für deren durchgehende Unterstützung gewesen.
Was wir jetzt ganz dringend wieder brauchen, sind neue Einsteiger in allen Bereichen: Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die gewohnten Anmeldezahlen der letzten Jahre werden wir aber wohl auch bis zum Jahresende nicht wieder einholen können. Die Kurse und Club, die schon vor der Corona-Krise bestanden haben, laufen hingegen auch jetzt gut weiter. Ca. 80 % Prozent der angemeldeten Kunden tanzen wieder regelmäßig."

Marion Day (Einzelhandel): "Mit meinem neuen Geschäft in der Korbmacherstrasse habe ich die Kunden überrascht .die großzügige Geschäftsfläche ,wirkt sich gerade in dieser Zeit, sehr positiv aus.
Ich konnte dadurch meine my day dress Kollektion erweitern und neue Lieferanten mit sportlichen Akzenten dazunehmen.Mit dem Verkauf nach Öffnung der corona bedingten Schließung bin ich sehr zufrieden.
Die Bindung zu unseren Kunden hat sich intensiviert. (...) Ich denke, dass die Unternehmer noch flexibler agieren müssen als zuvor. SocialMedia-Konzepte erarbeiten und den Kunden zusätzlich zur Verfügung zu stellen, ist unerlässlich geworden. Der stationäre Handel wird auch zukünftig für Besucher einer Stadt wichtig bleiben."

Carsten Biggel (Lotto-Annahmestelle Hamminkeln): "ich habe die Covid 19 Pandemie bisher gut überstanden, da ich von keinerlei Schließungen betroffen war. Es wurden einige kleinere Umbaumaßnahmen zum Schutz getroffen, wie das Anbringen einer Plexiglasscheibe, Hinweisschilder und Aufkleber zum Einhalten der Abstandsregelung. Ich glaube,wenn sich weiterhin alle an die vorgegebenen Regeln halten, werden wir in Hamminkeln hoffentlich gut durch die Pandemie kommen. Ein großes Dankeschön an meine Kunden, die trotz der Covid 19 Pandemie mein Geschäft aufsuchen."

Burcin Sehrin (CleverFit Wesel): "Seit dem 11. Mai haben wir nun unsere Türen wieder geöffnet. (...) Konträr unserer Annahme, den Ansturm schwer bewältigen zu können, herrschte Anfangs ein eher doch zurückhaltendes, zaghaftes Besuchs-/Trainingsverhalten. So lag die Auslastung unserer Einrichtung bei lediglich 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Durch gewisse Lockerungen wie die Nutzung der Duschen, das Umziehen im Studio, Benutzen der Solarien und unserer Massageliege ist mittlerweile ein wenig ‚Normalität‘ eingetreten und wir konnten die meisten unserer Mitglieder wieder bei uns willkommen heißen.
An die vom Land NRW vorgegebenen Verhaltensregeln wurde und wird sich nach wie vor vorbildlich gehalten. Ob beim Eintreten die Hände waschen/desinfizieren, Mund-Nasen-Schutz auf den Laufwegen tragen, die Geräte desinfizieren oder Abstand halten. Da man sich hier bei uns im Fitnessstudio mit respektvollem Verhalten begegnet, ist das Risiko hier nicht größer als beim Einkaufen im Supermarkt."

Claudia Royé (Frisörgeschäft Brünen): "Sicher war die Versuchung groß, sich im Lockdown einfach mal „unter der Hand“ die Haare schneiden zu lassen. Klar, eine Langhaarfrisur stellt man/frau sich anders vor. All unsere Kunden haben durchgehalten, damit sich und andere geschützt, sind zurückgekommen und lassen sich nun wieder von uns verwöhnen. Darüber freuen wir uns sehr. Hierdurch unterstützen sie unseren Betrieb, unsere Friseure und Auszubildenden. Die erste Wochen nach der Lockdown waren geprägt von der Umsetzung der erweiterten Hygienestandards um unsere Kunden und uns zu schützen. Es war eine extrem arbeitsreiche, anstrengende Zeit um allen Terminwünschen gerecht zu werden und gleichzeitig die neuen Anforderungen umzusetzen.
Auch hier sind unsere Kunden vorbildlich und helfen aktiv mit, die neuen Anforderungen die nun durch Corona entstanden sind, zu erfüllen. Es ist schön, das uns hier so viel Verständnis, Disziplin, Vertrauen und auch Anerkennung entgegen kommt. Das gilt natürlich auch für unsere Friseure, für die ein Arbeitstag unter der Maske mehr als anstrengend ist. Wir hoffen auf weitere Lockerungen, so dass unser Lächeln nicht nur in unseren Augen zu sehen ist."

Michael Daams ("Unterwegs", Outdoor-Fachgeschäft, Wesel):  "Nachdem der Corona-Shutdown das ganze Land und uns sehr hart getroffen hat, erholte sich das Geschäft nach Öffnung am 20. April sehr schleppend! In den letzten Wochen bemerken wir, dass unsere Kunden und auch Neukunden Ihre Urlaubsziele nun kennen und sich mehr auf Urlaub im eigenen Land bzw. angrenzenden Ländern eingestellt haben. Seit zirka drei Wochen normalisiert sich die Lage und wir werden ab dem 22. Juni wieder zu normalen Öffnungs- und Arbeitszeiten zurückkehren. Für mich als Unternehmer ist es ein gutes Gefühl, meine Mitarbeiter wieder zu gewohnten Zeiten, mit vollem Tatendrang und Spaß bei den Kunden zu sehen! Wir freuen uns, dass es wieder anläuft!"

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Autor:

Dirk Bohlen aus Wesel

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