Gemeinde Wickede (Ruhr) freut sich auf "Mord am Hellweg"
Sven Stricker auf Spurensuche

Mareike Donata, Susanne Modler, Autor Sven Stricker, Helena Feldbusch (Leiterin der Bücherei in Wickede - hier findet eine Ausstellung mit den Büchern des Autors statt) und Wickedes Bürgermeister Martin Michalzik sind schon voller Vorfreude auf das Krimifestival "Mord am Hellweg".
  • Mareike Donata, Susanne Modler, Autor Sven Stricker, Helena Feldbusch (Leiterin der Bücherei in Wickede - hier findet eine Ausstellung mit den Büchern des Autors statt) und Wickedes Bürgermeister Martin Michalzik sind schon voller Vorfreude auf das Krimifestival "Mord am Hellweg".
  • Foto: Peter Benedickt
  • hochgeladen von Uwe Petzold

Die Gemeinde Wickede (Ruhr) freut sich auf das Literatur-Festival "Mord am Hellweg". Autor Sven Stricker ging vor ab schon einmal auf Spurensuche.

Wenn aus dem Dunkel der Nacht ein Schrei ertönt, wenn im Sonnenlicht ein Messer blitzt und wenn im Morgengrauen der Gärtner die Leiche findet, dann ist „Mord am Hellweg“-Zeit. Alle zwei Jahre findet das Krimi-Festival in der Haarstrang-Region statt und 2020 ist es wieder so weit. Wickede (Ruhr) beteiligt sich bereits seit dem Start im Jahr 2002, wie Bürgermeister Martin Michalzik stolz erwähnte. 
Die Veranstaltungsreihe zeichnet sich durch ungewöhnliche Aktionen und noch ungewöhnlichere Orte, an denen Lesungen stattfinden, aus. Immer treten zahlreiche Autoren, die teils bereits einen klangvollen Namen haben oder daran arbeiten, ihn zu bekommen, aus allen Regionen Deutschlands in den teilnehmen Kommunen auf.

Autor im Ort unterwegs

Zu „Mord am Hellweg“ gehört die berühmte Anthologie wie die Spurensicherung zum Tatort. Hier „toben“ sich die Autoren so richtig aus, verlegen den Kriminalfall in „ihren“ Ort, beziehen besondere Merkmale der Kommune mit ein, lassen oft sogar bekannte Persönlichkeit oder typische Charakterzüge in die Zeilen einfließen. An die Ruhr kommt mit Sven Stricker eigentlich kein typischer Genre-Schreiberling.
Klar bringt er Krimis zu Papier, jedoch hat der gebürtig von der Nordsee stammende (Fast)-Fünfzigjährige ein Film-Drehbuch geschrieben und sich inzwischen einen großen Namen als Hörspielregisseur gemacht. Wobei er auch seine eigenen Romane mit Kommissar Sörensen in der Hauptrolle zu Gehör bringt. Gesprochen wird der Ermittler durch Bjarne Mädel, der durch zahlreiche Filmrollen im Fernsehen oder auf der Kinoleinwand deutschlandweit bekannt ist.
Zwei Tage hielt sich der seit zehn Jahren in Potsdam lebende Norddeutsche in der Gemeinde an der Ruhr auf. Hat sich von Susanne Modler aus der Verwaltung den Ort zeigen lassen, spielte in Gedanken seinen Fall durch.

Flucht startet am Bahnhof

„Es wird eine Fluchtgeschichte, die am Bahnhof startet“, gibt der Autor schon mal preis. „Ich hatte im Vorfeld einiges geschrieben, in der Hoffnung, dass die Gegend sich dem Ablauf anpasst.“ Dann schüttelt er den Kopf: „War aber nicht so, muss neu nachdenken.“
Denn ihm fehlten etwa die Menschenmassen an der Bahnstation, in denen der Flüchtling untertauchen kann. „Och, dann verlegen sie das Geschehen doch in die Zeit während des Schützenfestes, da ist dort richtig was los“, gab es hilfreiche Tipps aus dem Rathaus.
Alles wäre großartig strukturiert, die Häuser in Reih und Glied. Dazu fielen einige ungewöhnliche Details auf: Der riesige Supermarkt, aus dem halb NRW versorgt werden könnte. Das „Colorado“, in direkter Nachbarschaft der „Döner-Saloon“. Die Pizzeria „Rustica“, im griechischen Stil dekoriert, von sechs Indern betrieben. So etwas sei außergewöhnlich, solche Dinge suche er.

"Woll" zu klischeehaft

Um einen Eindruck von der Bevölkerung zu bekommen, setzte er sich einige Stunden ins Café und hörte den Leuten zu. Einen typischen Nachnamen wollte er wissen, erzählt Susanne Modler: „Da lag ‚Hornkamp‘ doch sehr nahe.“ Das „Woll“ allerdings, was mehrfach zu hören war, werde er nicht benutzen, meinte Sven Stricker. „Das klingt zu klischeehaft, dann gleitet meine Figur schnell in eine Parodie ab.“
„Rund 25 bis 30 Seiten ergibt die Geschichte am Ende in der Anthologie“, erklärt Mareike Donata vom Westfälischen Literaturbüro Unna. Zum Abschied bekam Sven Stricker von Bürgermeister Martin Michalzik eine Flasche Wickeder Tröpfchen überreicht: ein Getränk, natürlich, in blutrot.

Autor:

Uwe Petzold aus Dortmund-Süd

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