Verlust für Witten
Prof. Dr.Reinhard Loske verlässt unsere Uni

Beifall nach der Abschiedsrede von allen Seiten
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Professor Dr. Reinhard Loske hielt Ende Januar seine Abschiedsvorlesung an der Uni Witten Herdecke. Der Volkswirtschaftler und Politikwissenschaftler hat sich zuvor am Wuppertal Institut und in Witten als Wissenschaftler wie auch als Politiker der Grünen im Bundestag und als Umweltsenator in Bremen für den Klimaschutz und Nachhaltigkeit eingesetzt.

In seiner Rede widmete er sich den Erfordernissen der Umwandlung unserer Gesellschaft durch die globale Herausforderung der Erderwärmung. Handlungsbedarf sah er vor allem in der Verringerung des CO2- Ausstoßes bis hin zur gänzlichen Vermeidung. Ziel müsse das Ende der Verbrennung von fossilen Energien seien. Die Industrieländer müssten hierfür den Löwenanteil leisten. Erneuerbare Energien und Alternativen müssten entsprechend gefördert und weiter entwickelt werden.

Da die Erderwärmung bereits 1Grad Celsius beträgt, müssen auch Anpassungen vorgenommen werden, beispielsweise durch Begrünung oder Deichbau. Aber etwa beim Deichbau sind die Möglichkeiten begrenzt. Deiche können nur bedingt erhöht werden, wie er aus seiner Erfahrung als dafür zuständiger Senator wisse. Wenn das Grönlandeis komplett wegschmelzen würde, dann könne diese Erhöhung des Meeresspiegels kein Deichbau mehr wett machen.

Aber der nötige Transformationsprozess sei kein rein technischer. Es geht auch nicht, unsere jetzige Lebensweise und unseren enormen Energie- und Ressourcenverbrauch 1:1 zu ersetzen. Vielmehr sollten wir unsere Lebensweise den Möglichkeiten anpassen, die unsere Erde bei einem nachhaltigen Umgang mit unseren kostbaren Ressourcen Wasser, Luft und Boden hergibt. Die Landwirtschaft muss entsprechend umgebaut werden.
Insofern müsse unsere Umorientierung umfassender sein und unseren Lebensstil ebenso verändern wie unser Konsumverhalten und unsere Arbeitsplätze. Deshalb muss auch der erforderliche Änderungsprozess umfassender sein und die Menschen auf diesem Weg mitnehmen.
Aufgabe der Universitäten sei es, für diesen Prozess Wissen und Lösungsvorschläge bereit zu stellen. Diese müssen über Ökologie und Ökonomie hinaus gehen. Insofern ist auch für diese umfassende Aufgabe eine stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung zu ermöglichen. Für diese Aufgabe habe er sich in Witten stark gemacht und dafür wird er auch an seinem neuen Arbeitsplatz Präsident der Cusanus Hochschule in Bernkastel-Kues an der Mosel engagieren.

Im überfüllten Audimax wurde er mit stehenden Ovationen verabschiedet. Offensichtlich verlässt ein beliebter und geschätzter Professor die Universität Witten-Herdecke. Studierende und Kollegen werden ihn vermissen.

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