"Sprech-Café für Aufgeweckte" am Crengeldanz
Sprechen und lachen

Im Sprech-Café am Crengeldanz werden verschiedene Alltagsszenarien in lockerer Atmosphäre eingeübt. Foto: Bernd Henkel
  • Im Sprech-Café am Crengeldanz werden verschiedene Alltagsszenarien in lockerer Atmosphäre eingeübt. Foto: Bernd Henkel
  • hochgeladen von Nicole Martin

Freitags morgens um 8.10 Uhr geht es los: Mütter mit und ohne Kopftuch kommen in den "Gripsclub" am Crengeldanz 54 a, kochen Kaffee und sprechen Deutsch – jede kommt mindestens einmal dran und erzählt etwas, um die deutsche Sprache einzuüben.
Amira Albaaz gab den Anstoß. Sie sucht seit längerem Kontakte, um Deutsch zu sprechen: „Viele arabische Frauen treffen sich in der bosnischen Moschee und reden auch wieder nur Arabisch miteinander.“ Sie freut sich sehr über diese neue Möglichkeit und hat als frühere Kunstpädagogin gleich ein Poster für das Sprech-Cafe gemalt. Als Mutter von fünf Kindern will sie ihnen ein Vorbild sein und bald besser Deutsch sprechen.
Das wöchentliche Angebot des Quartiermanagements gibt es seit den Sommerferien, und es kommen immer mehr Frauen hinzu. Hassan, früher Rechtsanwalt in seiner syrischen Heimat, ist bisher als einziger Mann dabei.
Nadia Zarry, ebenfalls Mutter von Crengeldanz-Kindern, begleitet als Freiwillige das Projekt von Anfang an. Mit ihrem neugeborenen Sohn auf dem Arm übersetzt sie notfalls oder klärt Missverständnisse. Sie freut sich sehr, dass im Sprech-Cafe oft viel gelacht wird. Auch Hermann Wiethüchter, pensionierter Lehrer, ist seit Kurzem dabei und hilft, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Über was wird gesprochen?

Inzwischen wird in der Woche vorher überlegt, wer ein Thema hat, über das man auf Deutsch sprechen möchte, so zum Beispiel das Thema „Farben“ oder „Was mache ich am Wochenende?“ oder Sprichwörter, deren Doppeldeutigkeit oft zum Lachen verführt. Ebenso sind gegenseitige Interviews beliebt, sie bringen Übung und lassen sich vielfältig abwandeln.
Ab und zu sind auch Gäste dabei, die befragt werden, wie Rainer Breunig, der Bezirkspolizist. Ängste vor der Polizei – wie sie in manchen Heimatländern der Flüchtlinge nicht ohne Grund existieren – konnte der sympathische „Freund und Helfer“ offensichtlich gut ausräumen.
Was ist Tabu im Sprech-Club? Grammatik! Man will kein Sprachkursus sein: „Das können andere besser. Wir bringen die Menschen nur zusammen, den Rest machen sie selbst.“
Das Sprech-Cafe ging nach den Herbstferien weiter. Wer unterstützen möchte, kann sich gerne an Rolf Kappel vom Quartiermanagement Heven-Ost/Crengeldanz unter Ruf 0170/8533762 wenden.

Autor:

Nicole Martin aus Witten

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