Vertikaler Ausdruck eines horizontalen Verlangens

Erst vertikal -
dann horizontal -
danach legal

Seit es Menschen gibt, gibt es auch den Tanz. Die ältesten erhaltenen Dokumentationen des Tanzens sind indische Höhlenmalereien, die im Zeitraum zwischen 5.000 und 2.000 vor Christus entstanden. Im antiken Ägypten gab es rituelle Tänze, die Tod und Wiedergeburt des Gottes Osiris darstellten. Die alten Griechen systematisierten den Tanz nach Gottheiten und den mit ihnen verbundenen Gefühlsausdrücken.

Eine herausragende Stellung nimmt der Volkstanz ein. Bekannte Volkstänze des deutschen Sprachraums sind der Schuhplattler und der Landler, aus dem sich später der Wiener Walzer entwickelte. Spezielle Tanzformen sind aus der völkischen Tradition des Karneval, Fastnacht und Fasching oder dem beliebten Tanz in den Mai heute nicht mehr wegzudenken.

Kurzum: Tanzen ist seit eh und je Ausdruck von Stil und Lebensfreude. Tanzen hat in der Gesellschaft viele Funktionen. Ritualisiertes Tanzen drückt Zusammengehörigkeit und Emotionen aus. Tanzen als Sport fördert Muskelaufbau, Motorik, Koordination und Gleichgewichtssinn.

Als Kunstform dient Tanzen dazu, Gefühle und Handlungen bildlich darzustellen. Dagegen dienen festliche Tanzveranstaltungen wie Debütantinnen- und Abschlussbälle dazu, einerseits junge Menschen in die Gesellschaft einzuführen, andererseits eine bestandene Prüfung zu feiern. Darüber hinaus gilt das Tanzen als die ideale Möglichkeit, beim anderen Geschlecht unkompliziert "anzubandeln".

Nicht verwunderlich, dass manche Zeitgenossen "tanzen" wie folgt definieren: "Tanzen ist der vertikale Ausdruck eines horizontalen Verlangens - legalisiert durch Musik."

Autor:

Alfred Möller aus Witten

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