Der "rote Brummer" steht...
Wohl keine Perspektive mehr für die Ruhrtalbahn?

Leider fährt der "rote Brummer" wohl auf das Abstellgleis! Schade um den schönen "einstigen Retter der Nebenbahnen".... Der passte optimal zur Streckenführung der Ruhrtalbahn! Findet wenigstens der Triebwagen eine Neue Heimat mit schönem Einsatzgebiet nach der HU? Foto:Ruhrtalbahn
  • Leider fährt der "rote Brummer" wohl auf das Abstellgleis! Schade um den schönen "einstigen Retter der Nebenbahnen".... Der passte optimal zur Streckenführung der Ruhrtalbahn! Findet wenigstens der Triebwagen eine Neue Heimat mit schönem Einsatzgebiet nach der HU? Foto:Ruhrtalbahn
  • hochgeladen von Volker Dau

Betriebseinstellung ... so die Schlagzeile eines Briefes an Kunden und Freunde der Bahn vom Geschäftsführer Stefan Tigges...

Liebe Kundinnen und Kunden der RuhrtalBahn,
wir haben alles versucht, unzählige Telefonate geführt und verschiedene Lösungsstrategien diskutiert.
Aber das Ergebnis ist und bleibt traurig:

Wir müssen den Betrieb der RuhrtalBahn einstellen.

Unser Schienenbusmotorwagen ist trotz aller Bemühungen unseres Werkstattteams immer noch nicht einsatzbereit. Vielmehr sind weitere Mängel an unserem Schätzchen von 1960 festgestellt worden.
Damit hätten wir die für den Winter 2019 geplante Hauptuntersuchung vorziehen müssen.
Doch genau diese Hauptuntersuchung bekommen wir absehbar nicht hin. Die überwiegend ehrenamtlich arbeitenden Kräfte reichen hierfür nicht aus und für die ergänzend notwendige Beauftragung von Fachwerkstätten fehlen die finanziellen Mittel, nachdem wir fast die gesamte erste Saisonhälfte nicht fahren konnten.

Eine Alternative wäre ein Ersatzverkehr gewesen.

Aber hier ist es im System Eisenbahn einfach nicht möglich, Ersatzverkehre mit wirtschaftlich tragbaren Konditionen zu vereinbaren.

Das fängt bei der An- und Abfahrt an. Die ersten 2000 € für Trassenpreise sind schon weg, wenn der Ersatz aus mehr als 200 km Entfernung an- bzw. abfährt.

Dann sind ein Triebfahrzeug- und/oder ein Personalverleih Meisterstücke der
europäischen Bürokratie unter den beteiligten Unternehmen.

Deshalb haben wir uns entschlossen, den RuhrtalBahn-Verkehr sofort einzustellen.

Wir benachrichtigen alle Kundinnen und Kunden, die bei uns gebucht haben, und bitten um Entschuldigung für etwaige Unannehmlichkeiten.

Bedanken möchte ich mich bei meinem Team für die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Hier suchen wir in den nächsten Wochen nach Lösungen, wie es weitergehen kann.

Dann gilt mein Dank unseren Zuwendungsgebern.

Ohne die Unterstützung der Stadt Hagen und des Ennepe-Ruhr-Kreis wären 15 Jahre RuhrtalBahn nicht möglich gewesen. Es hat mir wirklich viel Spaß gemacht.

Insgesamt bin ich sehr traurig, dass die Fahrt der RuhrtalBahn so endet.

Aber letztlich können kleine Museumseisenbahnen nicht überleben, wenn sie wie die großen Eisenbahnen behandelt werden und im Kontroll- und Bürokratiewahn der Eisenbahnbehörden untergehen.

Dass die Eisenbahnen in der deutschen Verkehrspolitik insgesamt sehr benachteiligt werden und eigentlich keine Chance im Wettbewerb mit der Straße haben, macht alles nicht besser, aber die Entscheidung zur Betriebseinstellung einfacher.

Mit traurigen Grüßen
Stefan Tigges
Geschäftsführer RuhrtalBahn

Kommentar von Volker Dau:

Der "rote Brummer" , der berühmte Schienenbus, der "Retter der Nebenbahnen" der 1960er/1970er Jahre aus der Uerdinger Wagonfabrik konnte eine Bahn die "nur" Museums- Wochenend- und Sonderfahrten betreibt wohl nicht "retten"...

Dafür sind die explodierenden Werkstattkosten ,HU-Kosten, sonstige Gebühren für Auflagen,Überführungskosten,Trassenkosten,
Spritkosten  usw. wohl einfach zu Hoch!

Museen und Museumsbahnen sind wohl offensichtlich ohne Zuschüsse aus den sonst oft "üppigen" Kultur-Töpfen von Bund,Ländern und Gemeinden nicht zu betreiben und können sonst nicht überleben?
Auch Sponsoren z.B. aus der Industrie werden deshalb dringend benötigt. Zu DB-Zeiten hatten z.B. viele dieser Fahrzeuge "Bauchbinden" mit Werbung z.B. eines bekannten alkoholhaltigen Kräutergetränkes!
Warum jetzt nicht für isotonische Getränke, alkoholfreie Biere und ähnliches an den Fahrzeugen werben die ja oft in Gebieten mit wandernden Wochenend-Touristen  oder Radfahrern fahren.
Auch "Eis"-Reklame wäre doch passend oder einfach für Mineralwasser...

oder in Zeiten mit immer mehr Hitze und UV-Strahlung für Sonnenschutz wie früher bei der Sylter Inselbahn SVG?

Vielleicht sollte man doch auch eine Möglichkeit finden zu Verminderung von  "Trassenpreisen" für "Hüter von Kulturgut ".

Da ist die Politik gefordert!

Autor:

Volker Dau aus Bochum

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