Wittener Jäger sind auch nur Menschen

Bernd-Dieter Epp ist der Geschäftsführer der Jägerschaft Witten
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Nachhaltiger Wild- und Naturschutz steht an erster Stelle

In der heutigen Zeit kommt häufig die Frage auf, wofür wir überhaupt Jäger brauchen. Besonders in Städten und Stadtgebieten erscheint der Jäger an sich nicht mehr nowendig. Doch gerade hier halten sich Wildtiere auf, die sich vom Kulturabfall ernähren.

Das Nahrungsangebot ist das ganze Jahr über reichlich und so vermehren sich Raubtiere wie Füchse gut. Teilweise bringen sie ihre Jungen in Gärten zur Welt und gefährden durch ihre Hinterlassenschaften (Fuchsbandwurm) Menschen und Haustiere.
Die Aufgabe der Jäger ist es, den Wildbestand im Wald, beziehungsweise in dem natürlichen Lebensraum des Tieres, durch bejagen zu regulieren. Rehwild zum Beispiel vermehrt sich sehr stark und muss bejagt werden, da sonst zu viele frische Pflanzentriebe abgefressen werden und so dauerhaft der Fortbestand des Waldes gefährdet wäre. Jäger betreiben also aktiven, nachhaltigen Wild- und Umweltschutz.

Die Mitglieder der Jägerschaft Witten wollen das Natur- und Umweltbesusstsein der (Stadt-)Menschen steigern. In der 2003 gegründeten Waldschule werden regelmäßig Veranstaltungen zum Thema Natur und Tiere angeboten. Durchschnittlich 40 Veranstaltungen mit 1 000 Besuchern im Jahr verzeichnete die Jägerschaft in den letzten zehn Jahren.

Wittener Jäger wollen aufklären und mit Vorurteilen aufräumen

Berd-Dieter Epp, Geschäftsführer der Jägerschaft Witten e.V., erklärt, dass die Öffentlichkleitsarbeit die Hauptaufgabe von Jägern ist: „Wir wollen zeigen, dass wir ganz normal sind und keine schießwütigen Unmenschen. Die Presse tendiert leider dazu, Jäger negativ darzustellen.“ Der ehemalige Biologielehrer erzählt weiter, dass Passanten auch schon die Polizei gerufen haben, wenn sie Jäger an der Ruhr sehen, die zum Beispiel Kanadagänse jagen. Neben Vorurteilen haben die die Waidmänner auch mit Beschimpfungen zu kämpfen.

Die Jägerschaft Witten hat 200 Mitglieder zwischen 15 und 93 Jahren. Derzeit „befindet sich die Jägerschaft im Umbruch; der alte Jäger mit Hut, den der Städter so kennt, stirbt aus. Viele junge Menschen lassen sich bei uns zum Jäger ausbilden,“ erklärt Bernd-Dieter Epp. Darunter befinden sich zehn Prozent Frauen, Tendenz steigend.

Immer mehr Frauen in der Jägerausbildung

Die Frauen kommen hauptsächlich über die Hundeausbildung zur Jagd. Sie wollen ihre Jagdhunde artgerecht ausbilden und beschäftigen und machen den Jagdschein, um das Gelernte später auch anwenden zu können. Hunde sind unerlässlich, denn zum Beispiel Jagden auf Enten oder Gänse dürfen nur durchgeführt werden, wenn brauchbare Apportierhunde dabei sind.

Traditionen wie Jagdhornblasen werden eher von den älteren Waidmännern gepflegt; beim jährlichen Grünkohlessen und der Hubertusmesse, wo jedermann willkommen ist, sind alle Altersgruppen vertreten.

Die Jägerschaft bietet einen Kurs in Breckerfeld und einen in der Waldschule in Witten an. Die jeweils 14 Teilnehmer werden diesen Mai ihre Prüfung zum Jäger ablegen. Die Mitglieder der Jägerschaft sind keine Berufsjäger, sondern Lehrer, Bankangestellte oder Studenten und gehen ihren normalen Berufen nach. Ihre Tätigkeit als Jäger üben die Mitglieder in der Freizeit aus.

Zusammen mit der Stadt Witten, die den Streichelzoo betreibt, den Imkern des Lehrbinenstand und dem Hotel Haus Hohenstein veranstaltet die Jägerschaft seid zwei Jahren den „Erlebnistag Hohenstein“. Besucher können sich in der Waldschule der Jäger über heimische Wildtiere informieren und mit präparierten Füchsen, Hasen und Vögeln auf Tuchfühlung gehen. Außerdem haben Kinder im Frühjahr und Herbst die Möglichkeit, mit Ehrenamtlichen der Jägerschaft in der Waldschule zu lernen und zum Beispiel Nistkästen zu bauen und Fährten in Knetmasse zu drücken.

Autor:

Anna Michele aus Witten

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