Das Erbe des Bergbaus
Bergbauschäden verteuern Sanierung an Wittener Schule

Fix und fertig ist das grüne Gebäude D. In dem roten Silo befand sich das Verfüllmaterial, mit dem die Hohlräume unter dem E-Gebäude geschlossen wurden. Ob es unter Trakt D ebenfalls Bergbauschäden gibt, muss noch untersucht werden.
  • Fix und fertig ist das grüne Gebäude D. In dem roten Silo befand sich das Verfüllmaterial, mit dem die Hohlräume unter dem E-Gebäude geschlossen wurden. Ob es unter Trakt D ebenfalls Bergbauschäden gibt, muss noch untersucht werden.
  • Foto: Ennepe-Ruhr-Kreis
  • hochgeladen von Nicole Martin

34,8 Millionen Euro hat der Ennepe-Ruhr-Kreis eingeplant, um das Berufskolleg Witten zu sanieren, zu modernisieren und zu erweitern. Die im Sommer 2020 begonnenen Arbeiten schreiten voran: Das erste Schulgebäude ist bereits fertiggestellt, das zweite so gut wie. Bergbauschäden aus dem 18. Jahrhundert sorgen jedoch für Mehraufwand und Zusatzkosten.

"Bei Erkundungsbohrungen hat das beauftragte Grundbauinstitut im vergangenen Jahr Hohlräume unter dem Gebäude E festgestellt, die nach dem Abbau der Kohle nicht verfüllt worden waren", erklärt Diplom-Ingenieur Martin Proske, Architekt beim Ennepe-Ruhr-Kreis. "Darum mussten wir uns kümmern, bevor die geplanten Arbeiten inklusive Aufstockung des Gebäudes fortgesetzt werden konnten."
Kümmern hieß in diesem Fall: Die Löcher im Erdreich mussten mit 1.400 Kubikmetern Füllmaterial geschlossen werden. Dafür wurden Zugänge mit einer Gesamtlänge von rund 7.600 Metern gebohrt. 1.200 Stunden lang dauerte es, bis das gesamte Füllmaterial unter das Schulgebäude gepumpt und unter Druck verpresst worden war. Zusatzkosten: rund 1,4 Millionen Euro.

Arbeiten gehen regulär weiter

Diese Arbeiten sind nun abgeschlossen, inzwischen laufen wieder die regulären Sanierungs- und Modernisierungsschritte. Anschließend wird das Gebäude E aufgestockt. Mit der Erweiterung entspricht der Kreis dem veränderten Platzbedarf des Berufskollegs. Im Frühjahr 2023 – und damit etwa 8 Monate später als geplant – soll das Gebäude nun fertig werden.
Doch nicht nur Trakt E steht auf einem ehemaligen Kohleabbaugebiet. Auch unter dem Schulgebäude C und dem bereits fertiggestellten Bauteil D vermutet das mit Erkundungsbohrungen beauftragte Institut Hohlräume. "Noch steht nicht sicher fest, ob und in welchem Ausmaß es hier ebenfalls Bergbauschäden gibt. Klar ist aber, dass hier keine Gefahr in Verzug ist, da anders als beim Gebäude E kein neues Stockwerk und damit keine zusätzliche Last aufgebracht wird", erklärt Proske. "Deshalb kann die Untersuchung und Sanierung dieser Schäden dann eingeplant werden, wenn sie am besten in den Ablauf der Arbeiten passt – voraussichtlich 2023 und 2024."

Fertigstellung 2025

Bis zu den kommenden Sommerferien wird die Sanierung und Modernisierung des B-Gebäudes abgeschlossen, dann beginnen die Arbeiten am Gebäude C, als letztes folgt Gebäude A. Dessen Fertigstellung ist für Juli 2025 geplant.
Sobald alle 128 Containermodule gewichen sind, erhält die Schule einen neuen Kanalanschluss. Außerdem wird der Parkplatz mit Ladesäulen für Elektroautos ausgerüstet und der Zugang zum Haupteingang des Berufskollegs barrierefrei gestaltet. Ende 2025 sollen die letzten Arbeiten abgeschlossen sein.
In allen Gebäuden des Berufskollegs werden neue Rauch- und Brandabschnitte eingerichtet, die Melde- und Sicherheitstechnik wird erneuert und die Haustechnik energetisch modernisiert. Zudem werden mit Schadstoffen belastete Baumaterialien entfernt und ersetzt. Veraltete Fenster werden ausgetauscht.
Für die Innenarchitektur der Schule bedeutet das im Einzelnen: Bodenbeläge, Innentüren und Wandoberflächen sowie die Innenbeleuchtung werden erneuert, Unterdecken werden eingebaut. Ebenso werden die sanitären Einrichtungen erneuert und die Klassen- und Fachräume neu ausgestattet, zum Beispiel mit modernen digitalen Tafelsystemen. Außerdem wird das Berufskolleg an das Glasfasernetz angeschlossen.

Autor:

Nicole Martin aus Witten

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