Bundestagswahl 2013 - Wen wählen Sie?

Dieses Jahr ist es wieder soweit - wir dürfen unsere Stimme abgeben und haben fortan nichts mehr zu sagen! Doch wen wählen? Ich wage mal einen naiven Blick über die Parteien und zwar rein aus meiner subjektiven Sicht heraus, so wie ich die Parteien bisher im sogenannten "Wahlk(r)ampf" wahrgenommen habe. Vielleicht dient dies als ein kleiner Spiegel und eine kleine Orientierungshilfe für politisch unbedarfte Gemüter, denn viel weiter sind die meisten Menschen auch nicht, vor allem die Jugendlichen und jungen Erwachsenen wissen meist nicht, wer oder was sich hinter den jeweiligen Parteien verbirgt. Hier ein - nicht ganz objektiver - Überblick über die zur Zeit populären Parteien:

CDU/CSU: Die CDU versteht sich als Partei der Mitte, somit soll das gesamte Wahlvolk vertreten werden. Die Merkel-Politik soll fortgesetzt werden, dazu gibt es keine Alternative (das Wort "alternativlos" haftet Merkel mitlerweile an)! Der Wahlkampf ist auf Frau Merkel ausgerichtet, auf Wahlplakaten sieht man sie für die CDU Präsenz zeigen! Die schwarze Partei will unter anderem am Betreuungsgeld festhalten (Geld für Familien, die ihr Anrecht auf einen KiTa-Platz nicht wahrnehmen), es soll insgesamt mehr Geld für Familien fließen (wer dahinter Wahlkampfversprechen wittert, den beißen die Hunde). Europapolitisch soll alles weitergehen wie bisher, Rettungsschirme hier und da - und Merkel möchte sich zur Königin von Deutschland krönen lassen... nein, das war natürlich nur ein Scherz, aber wofür steht Merkel eigentlich? Sie ist gegen den Veggie-Day, das scheint klar zu sein, aber ansonsten erfährt man wenig. Es soll einfach alles so bleiben wie es ist - und für viele Menschen ist das ja auch gut genug.

SPD: Die SPD, ebenfalls eine Partei der gesellschaftlichen Mitte, wirkt planlos und mit dem unglücklichen Kanzlerkandidaten Steinbrück auch eher gewollt, aber nicht gekonnt. Die Wahlplakate versprechen "Alter ohne Armut" und es heißt immer wieder "das WIR entscheidet". Die "rote" Partei (Arbeiterpartei) will einen Mindestlohn von 8,50 € (brutto!) - ziemlich wenig eigentlich, wenn man mal bedenkt wie teuer das Leben mitlerweile ist, aber immerhin ist es ein Wahlspruch und für Billiglöhner vielleicht ein Hoffnungsschimmer. Ob das so umgesetzt wird, ist sehr fragwürdig, sofern es zur einer großen Koalition (Regierung aus CDU und SPD) kommen sollte. Ansonsten will sich die SPD natürlich für Familien und Arbeiter einsetzen, wie es traditionell für diese Partei üblich ist.

Grüne: Die Ökos wollen weniger Schulden, eine "gesunde" Haushaltspolitik - klingt alles nach Phrasendrescherei für meine Wenigkeit. Sie wollen sich für einen Ausstieg aus der Atomkraft und für mehr erneuerbare Energie einsetzen und auch viel für Rentner und junge Menschen tun. Sehr pauschal, aber immerhin. Doch ob davon überhaupt etwas umgesetzt werden kann, ist fraglich. Ich denke nur mit Schaudern an die Rot-Grüne Ära zurück. Die Anhänger der Grünen werden jetzt sicherlich "rot" werden ^^

Linke: Die Linkspartei schwärmt von einem Mindestlohn von 10,50 € brutto - unglaubwürdig klingt es ja schon, es ist nicht zu erwarten, dass dies so umgesetzt werden kann, zumal die Linke kaum eine Chance auf eine Regierungsbeteiligung hat. Aber warten wir mal ab. Ansonsten will die Linke Friedenspolitik und Soziales voranbringen, setzt sich für die Ärmsten der Gesellschaft ein und möchte "Hartz IV überwinden", was auch immer das bedeuten mag. Die Linke setzt sich u.a. für eine Mindestsicherung von 1000,- Euro pro Person für Arbeitslose und nicht erwerbsfähige ein. Dadurch soll unter anderem die Binnennachfrage angekurbelt werden, so dass die Wirtschaft florieren kann. Fraglich bleibt, wie dies auf lange Sicht finanziert werden soll. Vieles, was die Linke verspricht, klingt unglaubwürdig bzw. unrealistisch, aber die Forderungen der Linken werden teilweise bereits von der etablierten Politik getragen (Merkel setzt beispielsweise auch stark auf soziale Themen).

FDP: Tja, wofür stehen sie? Das ist allmählich kaum mehr zu ersehen. Stabile Verhältnisse und eine Fortsetzung der Schwarz-Gelben Regierung, das kann man von den Gelben erwarten. Außerdem natürlich Förderung des Mittelstands und Einsatz für Steuersenkungen, die ja ein Kernthema der FDP sind. Die FPD ist klassicherweise liberal, also vor allem Wirtschaftsliberal. Die Menschen sollen mehr Freiheit erhalten, aber auch mehr Verantwortung übernehmen. Die FPD will ein Bürgergeld anstelle von Hartz IV, jedoch ist zu befürchten, dass dieses Bürgergeld dann geringer ausfallen wird als die jetztigen Hartz-Sätze, somit für Arbeitslose sicherlich kein Vorteil.

AfD: Die neu gegründete Partei will die Geldpolitik im Euroraum verändern und möchte sich für einen Austritt der Südländer aus dem Euro-Raum einsetzen. Der Ökonom und Ex-CDUler Bernd Luke ist Spitzenkandidat dieser Partei. Die AfD möchte die Zahlungen Deutschlands an die Südländer der EU beenden und eine Veränderung im Sinne von einer Rückkehr zu nationalen Währungen (zumindest habe ich das so verstanden). Ob und wie dies gelingen kann, dies kann die Partei nicht beantworten (oder habe ich es nur überhört??). Interessant ist es aber allemal.

Piraten: Wofür steht diese Partei? Keiner weiß es so genau! Sie wollen mehr Bürgerbeteiligung, Transparenz und mehr direkte Demokratie! Es klingt alles recht liberal. Eine Regierungsbeteiligung erscheint höchst unwahrscheinlich und ob sie in den Bundestag einziehen werden, steht auch in den Sternen, zumal die Partei eher semiprofessionell wirkt. Doch die Piraten wollen auf jeden Fall "die Guten" sein und das System verändern, indem Bürger stärker am politischen Geschehen beteiligt werden sollen. Mehr Bürgerbeteiligung im Sinne von Volksentscheiden, auch auf Bundesebene, wäre sicherlich begrüßenswert.

Insgesamt muss dennoch festgehalten werden, dass die meisten Parteien in ihren Wahlplakaten kaum konkrete Aussagen treffen! Zumeist liest man relativ auslegungswürdige Slogans, die nach der Wahl alles mögliche bedeuten können.

Es treten 34 Parteien zur Bundestagswahl 2013 an, doch nur die oben genannten haben - meiner Einschätzung nach - eine reelle Chance, in den Bundestag einzuziehen.

Auch extremistische Parteien wie die NPD (nationale Rechte) oder die MLPD (linke, marxisten) sind zur Bundestagswahl zugelassen, doch wie die Geschichte bisher gezeigt hat, sind sie nie über die 5%-Hürde hinausgekommen.

Sicherlich enthält meine Auflistung auch einige Fehler, doch meine Wahrnehmung der Parteien ergibt sich aus ihrer allgemeinen Präsenz, den Wahlplakaten und der tagesaktuellen Berichterstattung in den Massenmedien! Sollten Sie, liebe Leser, gut informiert sein, Korriegieren Sie mich doch bitte :)

Wen wählen Sie?

Autor:

Nikolai Los aus Witten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

4 Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen