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Corona-Impfstoff: Weniger BioNtech, ausreichend Moderna

Ab der kommenden Woche muss die koordinierende Impfeinheit der Kreisverwaltung mit deutlich weniger BioNtech Impfstoff planen als bisher. Grund dafür ist die vom Bundesministerium für Gesundheit sehr kurzfristig angekündigte Deckelung der Liefermengen für diesen Impfstoff.

In Zahlen: Bis auf weiteres finden wöchentlich nur noch 170 Vials BioNtech den Weg in den Ennepe-Ruhr-Kreis. Damit stehen pro Tag rund 160 Impfdosen für den Einsatz im Impfbus sowie in den stationären Impfstellen zur Verfügung.

"Diesem deutlich weniger an BioNtech steht aber eine ausreichende Menge an Spikevax von der Firma Moderna gegenüber. Daher muss die gerade wieder spürbar steigende Impfgeschwindigkeit nicht unter dieser Entscheidung aus Berlin leiden. Dies gilt aber natürlich nur, wenn die Bürger den Impfstoff von Moderna annehmen", macht Jana Ramme, organisatorische Leiterin des Pandemieteams, deutlich.

Wichtig zu wissen: BioNtech ist derzeit der einzige mRNA Impfstoff, der für Menschen unter 30 Jahren zugelassen ist. Spikevax von der Firma Moderna hat für diese Altersgruppe kein grünes Licht von der Ständigen Impfkommission.

Um alle Impfwilligen im Ennepe-Ruhr-Kreis tatsächlich schützen zu können, gilt damit für Impfbus und stationäre Impfstellen ab sofort: BioNtech ist für diejenigen reserviert, die jünger als 30 sind. Mit der Summe aus noch vorhandenen BioNtech Vorräten sowie den angekündigten Liefermengen hofft die Kreisverwaltung im Interesse der Jüngeren gut über die nächsten vier Impf-Wochen zu kommen.

"Diese Entscheidung bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch: Jeder, der älter als 30 Jahre ist, bekommt Spikevax injiziert. Jeder, der dies ablehnt, wird abgewiesen. Einzige Ausnahme sind medizinische Indikationen", macht Ramme deutlich. Nach der Entscheidung des Ministeriums und angesichts der derzeit rollenden vierte Welle gelte es, Solidarität zu beweisen.

AstraZeneca und Johnson & Johnson, BioNtech und Moderna - seit Beginn der Impfungen gegen Corona wird viel über Qualität, Wirksamkeit und Akzeptanz der verschiedenen Impfstoffe diskutiert.

"Mein Ratschlag zum jetzigen Zeitpunkt lautet ganz klar: Die Debatte darüber, ob BioNtech nicht besser, geeigneter und sicherer ist als Spikevax, lohnt nicht. Auch bei letzterem handelt es sich schließlich um einen hoch wirksamen mRNA Impfstoff. Jeder über 30 Jahre, der zuletzt BioNtech erhalten hat, profitiert sogar von einer weiteren Impfung mit Spikevax von der Firma Moderna. Kreuzimpfungen gelten als besonders wirksam gegen das Virus", hat Dr. Christian Füllers, Regionalleiter der koordinierenden Impfeinheit im Ennepe-Ruhr-Kreis, klare Botschaften für Skeptiker, die ausschließlich BioNtech für richtig halten.

Erfreulich positiv sind die ersten Rückmeldungen zur neuen Vorgabe aus dem Impfbus und der stationären Impfstelle in Ennepetal. Die allermeisten Bürger zeigen Verständnis für die Entscheidung, können die Argumente nachvollziehen und lassen sich mit Spikevax impfen. Nur in wenigen Fällen gab es Diskussionen und nur in Einzelfällen sind Menschen ohne Impfung nach Hause gegangen.

Stichworte Impfstelle Ennepetal und Impfbus

Die Bilanz ist durchaus beeindruckend: In den ersten sieben Tagen seit dem Neustart wurden in Ennepetal 4.001 Bürger geimpft. Im Schnitt also 571 pro Tag. Die meisten - 3.258 - steuerten den Standort an der Kölner Straße für ihre Drittimpfung an. 493 ließen sich erstmals gegen Corona schützen, 249 zum zweiten Mal.

Bei den Erstimpfungen ist der Trend seit Tag 2 eindeutig, er geht nach oben. Aus 32 Erstimpflingen am letzten Donnerstag waren am Sonntag bereits 78 geworden, am Dienstag war ihre Zahl mit 119 erstmals dreistellig.

Die Türen in Ennepetal stehen montags bis freitags von 12 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 9 bis 16 Uhr offen. Wer im Vorfeld keinen Termin buchen konnte, kann sich auch ohne auf den Weg nach Ennepetal machen.

Autor:

Thomas Meißner aus Witten

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