103 Jahre jung - Elly Amann hat in ihrem langen Leben viel erlebt

Elly Amann, hier mit Tochter Magdalene (77), feierte ohren 103. Geburtstag in ihrer eigenen Wohnung in der Lutherstraße. Foto: baza
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Bei bester Gesundheit feierte Elly Amann ihren 103. Geburtstag. Besonders stolz ist die rüstige Seniorin darauf, noch immer in ihrer eigenen, gemütlichen Wohnung zu leben. Bei Tochter Magdalene (77), Schwiegertochter und den Enkeln fühlt sie sich auch in besten Händen. Alle kümmern sich nach ihren eigenen Worten "rührend um mich". Und sehen täglich nach dem Rechten.

Die Jubilarin ist im Jahre 1914 in Annen geboren und zeitlebens der Ruhrstadt treu geblieben. Sie wuchs als Tochter eines Bergmannes mit fünf Geschwistern im Ardey auf. Sie habe eine schöne Kindheit gehabt, erinnert sie sich. Der sonntägliche Gang zur Kirche war lieb gewordene Familientradition.
Lange Jahre war sie Schuhverkäuferin im Stadtteil Annen. Später führte sie eine "Bücherei" - einen kleinen Buchladen an der Johannisstraße. Dann eröffnete sie gemeinsam mit ihrer im vergangenen Jahr verstorbenen Schwester Martha ein kleines Möbelgeschäft im Viertel. "Das war damals schon etwas ganz Besonderes", erzählt Elly Amann mit den leuchtenden Augen einer "Vollblut-Verkäuferin".
Selbstbestimmt und selbstbewusst ist die alte Dame durch ihr langes Leben gegangen. Elly Amann war nie verheiratet. Tochter Magdalene und Sohn Reinhard, der bereits vor zehn Jahren verstorben ist, hat sie alleine großgezogen. Das Leben und auch die Wohnung hat sie mit ihrer Schwester Martha geteilt.
"Ich habe immer solide gelebt und ein erfülltes, zufriedenes Leben gehabt", verrät die Seniorin ihr Geheimrezept fürs hohe Alter. "Und ein wenig mag es in unserer Familie liegen. Martha wurde auch älter als hundert Jahre." Ohne Mann hat sie es oft recht schwer gehabt. Aber alle Hürden des Schicksals hat sie tatkräftig gemeistert. Und nie geklagt - wie sie betont.
Ihre großen Hobbys waren Turnen und Stricken. Damit hat sie schon lange aufgehört. Dafür sitzt sie jetzt oft stundenlang am Wohnzimmer-Fenster und beobachtet die Menschen, die vorbeigehen. Noch heute kann sie Bekannte ohne Brille erkennen. Auch ein Hörgerät braucht sie nicht. Jeder Gast weiß, dass er nur lauter und langsamer sprechen muss.
Und am Ehrentag kamen die Gäste zum Gratulieren - so auch die stellvertretende Bürgermeisterin Beate Gronau und Pfarrer Christian Stenner. Sie lauschten gerne den Geschichten der Altersjubilarin. Schmunzelnd meinte sie: "Das ist aber ein Betrieb heute. Ich kann mich wirklich nicht beklagen."

(Von Barbara Zabka)

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