Das Ziel lautet: Weltherrschaft - Interview mit Anne Rothäuser und Thieß Neubert von "Der Postillon" zu ihrem Auftritt beim Zeltfestival Ruhr - Karten auch an der Abendkasse

Wann? 19.08.2018 18:00 Uhr

Wo? Zeltfestival Ruhr, Seestraße, Witten DE
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Anne Rothäuser und Thieß Neubert vom Postillon im Gespräch. (Foto: Salon Kultur)
Witten: Zeltfestival Ruhr |

Das Programm des Zeltfestivals Ruhr hat auch in diesem Jahr zahlreiche Acts zu bieten. Am Sonntag, 19. August, gibt es etwas ganz Besonderes: Das Internetmagazin "Der Postillon" geht nach selbst errechneten 172 Jahren offline. Wir haben Thieß Neubert und Anne Rothäuser zu ihrem Bühnenprogramm befragt.


Der Postillon ist vielen vor allem über seinen Facebook-Auftritt bekannt und sorgt dort mit seinen skurrilen Meldungen regelmäßig für Unterhaltung und stiftet Verwirrung – nun soll das Satire-Magazin live auf die Bühne gehen – wie ist man denn darauf gekommen?

Thieß Neubert: Unsere Propaganda-Abteilung kam irgendwann auf uns zu und sagte, dass wir mehr Geld verdienen müssen und noch größere Massen ansprechen wollen, um noch mächtiger zu werden. Außerdem haben wir erfahren, dass die BILD-Zeitung etwas ganz ähnliches plant – allerdings in lustig – und da war uns schnell klar: Wir brauchen eine Live-Show!

Anne Rothäuser: Man darf auch nicht vergessen, dass der Postillon einen Bildungsauftrag hat. Und wer sind wir, diesen nicht zu erfüllen?

Thieß Neubert: Was viele auch nicht wissen: Der Postillon ist nicht nur über Facebook zu lesen. Als letztes deutsches Medium haben wir nun auch einen Auftritt auf Instagram. Da war dann der Weg auf die Bühnen der wichtigsten Städte der Republik nicht mehr weit.

Wie hat man sich diesen „Mediumswechsel“ vorzustellen und was muss man dabei beachten? Was erwartet das Publikum?

Thieß Neubert: Der Mediumswechsel war wichtig, damit die Menschen auch mal sehen, wie unglaublich sexy und attraktiv die Redaktion eigentlich aussieht. Nicht alle wohlbemerkt. Aber mindestens die Zwei, die auf der Bühne stehen werden.

Anne Rothäuser: Also wenn das Publikum Spaß erwartet, ist es bei uns natürlich völlig fehl am Platze. Aber so viel sei versprochen: Es wird eine bunte Show geben. Mit Filmen, Reportagen und jeder Menge Überraschungen. Und wenn es dem ein oder anderen am Ende nicht gefallen hat, lag es vermutlich an Thieß.

Thieß Neubert: Das war natürlich jetzt ein Witz von meiner lieben Kollegin.

Anne Rothäuser: Stimmt. Bunt wird die Show nicht werden.

Steht das Programm bereits fest oder wartet man zum Beispiel auf die neuesten Nachrichten aus dem Weißen Haus, um die nächste „Trump-Eskapade“ zu nutzen? Generell: Welche Themen werden aufgegriffen?

Anne Rothäuser: Alle Trump-fremden Themen stehen bereits fest. Das sind rund 5 Prozent des Programms. Alles andere wird dem jeweiligen Abend angepasst.

Thieß Neubert: Wir kennen ja Herrn Trump. Heute erklärt er Nordkorea den Krieg, morgen macht er mit Kim Jong-un einen Tandem-Ausflug und übermorgen bestreitet er plötzlich, Präsident der Vereinigten Staaten zu sein. Darauf kann man sich nicht vorbereiten. Also lassen wir‘s gleich.

Anne Rothäuser: Wir sind ja ein Nachrichtenmagazin. Wie seriös wären wir bitte, wenn wir Tage davor schon wüssten, was am Abend der Veranstaltung einen Nachrichtenwert hätte?

Gibt es ein Talent für Satire oder kann man das lernen, beziehungsweise: Wenn man beim Postillon arbeitet, verändert das den eigenen Humor?

Thieß Neubert: Ich verstehe die Frage nicht. Wieso Satire? Was meinen Sie mit Humor?

Anne Rothäuser: Nochmal in aller Deutlichkeit: Wir sind der Postillon – NICHT die BILD!

Wie geht man beim Postillon damit um, wenn der ein oder andere Beitrag etwas zu ernst genommen wurde?

Thieß Neubert: Die Frage muss eher lauten: Wie gehen wir damit um, wenn ein Beitrag mal NICHT ernst genommen wird? Das sind die wahren Ärgernisse!

Anne Rothäuser: Das stimmt. Wir präsentieren ehrliche Nachrichten seit 1845. Können Sie sich vorstellen, wie frustrierend es ist, wenn dann plötzlich unter einem Artikel zahlreiche Kommentare auftauchen mit lachenden Smileys und Sätzen wie „HAHAHA, ich lach mich tot!“ ?

Am 19. August haben Sie, Anne Rothäuser und Thieß Neubert, Ihren Auftritt auf dem Zeltfestival Ruhr in Bochum. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Thieß Neubert: Auf die Aftershow-Party in Bottrop.

Anne Rothäuser: Ich hoffe, ich habe vorher noch Zeit, mir das Reichstagsgebäude anzuschauen.

Thieß Neubert: Äh, Anne?

Anne Rothäuser: Ja, Thieß?

Thieß Neubert: Ach, schon gut.

Denken Sie, dass die Zuschauer aus dem Ruhrgebiet anders auf Ihre Show reagieren als anderswo?

Anne Rothäuser: Nein nein, wir sind ganz zuversichtlich, dass wir es auch dort mit einem großartigen, humorvollen und intelligenten Publikum zu tun bekommen.

Thieß Neubert: Wir freuen uns schon sehr! Das Publikum im Norden oder im Süden oder im Osten oder in Köln kann man echt vergessen.

Gibt es noch Tickets?

Thieß Neubert: Weiß nicht. Ich komm immer so rein.

Anne Rothäuser: Das kommt ein wenig darauf an, wann dieses Interview veröffentlicht wird. Aber ich habe gehört, dass auch Karten für die Abendkasse zurückgehalten werden. Ansonsten einfach mal auf www.der-postillon-live.com schauen. Da sieht man es dann genau.

Was ist sonst noch geplant?

Thieß Neubert: Langfristig planen wir, die Weltherrschaft zu übernehmen. Das große Ziel des Chefredakteurs. Er ist wirklich verrückt, müssen Sie wissen.
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