Syrische Ordensmann spricht am 28. Oktober im Xantener Dom
Pater Jacques Mourad teilt Erfahrungen aus fünf Monaten IS-Geiselhaft

Pater Jacques Mourad kommt auf Einladung der Aktion pro Humanität aus Kevelaer nach Xanten.
  • Pater Jacques Mourad kommt auf Einladung der Aktion pro Humanität aus Kevelaer nach Xanten.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Nina van Bevern

Fünf Monate war er in den Fängen des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS). Dann gelang Pater Jacques Mourad die Flucht. Wie er die Zeit erlebt und überlebt hat, darüber spricht der syrische Ordensmann am Mittwoch, 28. Oktober, ab 20 Uhr im Xantener Dom.

Der Abend endet mit einem Gebet für Syrien, gemeinsam mit Weihbischof Rolf Lohmann und Propst Stefan Notz. Er ist Teil der diesjährigen Friedensaktion, die von der „Aktion pro Humanität“ aus Kevelaer am ganzen Niederrhein organisiert wird.

Im Mai 2015 wurden 250 Gemeinde-Mitglieder von IS-Kämpfern entführt

Mourad gehört der syrischen Ordensgemeinschaft „Mar Mousa al- habashi“ („Heiliger Moses von Abessinien“) an. Er war Prior des Klosters Mar Elian, einem Wallfahrtszentrum nahe der Stadt Karjatain. Im Mai 2015 wurden er und 250 Mitglieder seiner Gemeinde von IS-Kämpfern entführt. Die Milizen der Terrororganisation zerstörten große Teile seines Klosters. „An Pater Jacques‘ Erfahrungen kann man sehen, welche Bedeutung Dialogbereitschaft und Gewaltlosigkeit haben“, sagt Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, der den syrischen Geistlichen in Münster begleiten wird. Bereits vor seiner Entführung habe er in Syrien auf Wunsch seines Bischofs ein verlassendes Kloster wiederbelebt und dort „eine Oase des Friedens und der Verständigung zwischen verschiedenen Volksgruppen und Religionen“ geschaffen.

Erfahrungen der Gefangenschaft

Pater Jacques ist es wichtig, anderen Menschen von der Situation in Syrien und seinen Erfahrungen der Gefangenschaft zu berichten. „Ich bin immer wieder berührt, mit welcher Aufmerksamkeit die Menschen in Europa uns Syrern, gerade auch denjenigen, die als Flüchtlinge kommen, begegnen“, betont er. Dieses Mitgefühl trage dazu bei, dass sich die Geflüchteten gut aufgenommen fühlen. Mit Blick auf die Zukunft übernehme Europa eine wichtige Rolle, ist sich Pater Jacques sicher: „Wir sind Nachbarn und damit hat Europa auch eine Verantwortung gegenüber der Situation im mittleren Orient.“
Weihbischof Zekorn blickt dem Erfahrungsbericht von Pater Jacques mit Spannung entgegen: „Er wird uns erzählen, wie es ihm in dieser Extremsituation der Gefangenschaft gelungen ist, aus dem Glauben heraus zu leben und durch seine Dialogbereitschaft die versteinerten Herzen anderer anzurühren.“ Aus diesen Erfahrungen könne jeder etwas für seinen Alltag ableiten: „Jeder hat irgendwann einmal mit Menschen zu tun, die einem aggressiv begegnen“, erklärt Zekorn. „Hier gilt es, gesprächsbereit zu bleiben und nicht in die Spirale der Aggression zu verfallen.“

Autor:

Lokalkompass Xanten aus Xanten

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