Der Xantener Bürgermeister verweist auf bisherige Erfolge und sieht sich bestätigt
Thomas Görtz tritt wieder an

Für Thomas Görtz der Traumjob: Seit vier Jahren ist er Bürgermeister in Xanten. In der Zeit ist viel passiert. Die Stadt zeigt ein anderes Gesicht. Die Entwicklung möchte Thomas Görtz gerne auch weitere fünf Jahre maßgeblich mitbestimmen.
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Im nächsten Jahr stehen die Kommunalwahlen auf der Agenda. Höchste Zeit für die Politiker sich Gedanken zu machen. Wie stellen sich die Parteien hierfür auf? Besonders spannend geht es in Xanten zu. Hier erhält der amtierende Bürgermeister Thomas Görtz Konkurrenz aus den eigenen CDU-Reihen. Wenige Tage vor seinem Sommerurlaub stand er Redakteur Christoph Pries für ein Interview zur Verfügung.

Herr Görtz, im letzten halbem Jahr ist in Xanten viel passiert. Was fällt Ihnen vor allem ein?
Thomas Görtz: "Ganz aktuell beschäftigt uns besonders unser unermüdlicher Einsatz für den Erhalt des nächtlichen Notarztstandortes in Xanten. Wir werden im Interesse der Xantener Bürger und deren Sicherheit nicht locker lassen.
Daneben haben wir viele wichtige Projekte auf den Weg gebracht bzw. abgeschlossen. Beispielhaft nenne ich nur die Digitalisierung unserer Schulen mit Glasfaseranschlüssen und WLAN-Vernetzung, die baulichen Erweiterungen der Grundschulen Xanten und Lüttingen sowie die neue Mensa der Gesamtschule.
An den ehemaligen Schulstandorten mit der früheren Förderschule in der Xantener Innenstadt sowie den ehemaligen Grundschulen in Birten und Vynen sowie neuen Baugebieten in Xanten und seinen Ortschaften schaffen wir mit innovativen Bauprojekten dringend nachgefragten Wohnraum.
Im Freizeitbereich haben wir mit der barrierefreien Neugestaltung des FZX Strandbads mit einem deutschlandweit einzigartigen schwimmenden Schwimmbecken ein Leuchtturmprojekt verwirklicht, welches Xantens Attraktivität nochmals erheblich steigert.
Und schließlich ist die Fertigstellung unseres barrierefreien Kurparks mit seinen Angeboten für Bürger und Gäste ein weiterer, wichtiger Meilenstein unserer Stadtentwicklung."

Wie sehen Sie die Kurpark-Eröffnung und wie geht es jetzt weiter mit dem Luftkurort Xanten?
Thomas Görtz: "Spätestens mit dem Bürgerfest zur Kurparkeröffnung Ende Mai und der überwältigend positiven Resonanz ist deutlich geworden, dass der Kurpark als eines der bedeutendsten Projekte der letzten Jahrzehnte in unserer Stadt mittlerweile längst in den Köpfen und vor allem in den Herzen der Xantener angekommen ist.
Mit seinen barrierefreien Angeboten für Jung und Alt sowie Bürger und Gäste bereichert er unser Stadtbild und begeistert seine Besucher. Ich habe immer daran geglaubt, dass der Kurpark trotz aller Unkenrufe und Bedenken zu Beginn des Projekts letztlich die Menschen überzeugen und begeistern wird. Das freut mich sehr.
Nun können wir unseren Bürgerinnen und Bürgern und unseren Gästen ein echtes 'Kurerlebnis' mit zahlreichen Gesundheitsangeboten bieten, die wir kontinuierlich weiter ausbauen werden."

Stichwort "Verkehrsleitplanung". Wie geht es weiter mit dem Ansinnen der Bürgerinitiative die Innenstadt LKW-frei zu machen?
Thomas Görtz: "Ich sehe das Engagement der betroffenen Bürger hier ausdrücklich positiv und begrüße es, wenn sich Xantener für ihre Stadt und Mitmenschen interessieren und einsetzen. Wir werden alle Vorschläge sorgfältig gemeinsam mit der Polizei und dem Kreis auf deren Umsetzbarkeit prüfen und Dinge, die rechtlich zulässig und verkehrsplanerisch sinnvoll sind, auch umsetzen.
Mir ist jedoch auch wichtig, dass wir die gesamte Bürgerschaft in die Entscheidungsfindung einbeziehen und nicht nur die unmittelbar betroffenen Anwohner, denn von z. B. ausgedehnten 'Anlieger frei Zonen' auch für PKW wären viele Xantener betroffen und ich möchte auch deren Meinung hören."

Der Finanzrahmen der Stadt Xanten ist sehr eng. Kritiker bemängeln den hohen Schuldenstand. Lebt die Stadt über ihre Verhältnisse?
Thomas Görtz: "Natürlich sind wir finanziell, wie übrigens die meisten Kommunen in NRW, nicht auf Rosen gebettet. Auch ich hätte gerne weniger oder am liebsten gar keine städtischen Schulden.
Uns geht es aber längst nicht so schlecht, wie manche Schwarzmaler aus politischem Kalkül uns weis machen möchten.
Eine aufstrebende und sich sehr positiv entwickelnde Stadt wie Xanten muss und kann sich Investitionen leisten, die naturgemäß auch kreditfinanziert sind. Wer nicht in die Zukunft investiert, der zahlt für das Nichtstun auf Dauer einen sehr hohen Preis. Das wäre unverantwortlich. Damit schaffen wir nachhaltige Vermögenswerte für unsere Bürger, die vom Wertevolumen her deutlich höher liegen als die dafür aufgenommenen Gelder, zum Beispiel durch kluge Finanzierungsmodelle mit hohen Zuschüssen von tlw. bis zu 80 % Förderquote. So ist der Kurpark mit über 5 Mio. Euro Investitionsvolumen und damit einem Vermögenswert in unserem Stadtsäckel mit nur ca. 1 Mio. Euro zu Buche geschlagen.
Deshalb darf man die Kredithöhe nie isoliert betrachten sondern muss sie immer im Zusammenhang mit den geschaffenen Werten sehen.
Wir werden die Finanzlage der Stadt aufmerksam im Auge behalten und ich mache mir zurzeit auch Gedanken darüber, wie wir uns nachhaltiger für die Zukunft aufstellen können. Hierzu werde ich nach den Ferien konkrete Vorschläge machen."

Wie sehen Sie Ihr Verhältnis zu den Akteuren der Parteien?
Thomas Görtz: "Seit meinem Amtsantritt pflege ich parteiübergreifend einen offenen, kooperativen und konstruktiven Dialog- und Politikstil und das macht sich in der tagtäglichen politischen Arbeit positiv bemerkbar. So konnten ganz aktuell in der jüngsten, sehr schwierigen Haushaltsdebatte im engen Dialog mit anderen Parteien letztlich gute Lösungen gefunden werden."

Bislang haben Sie einen Gegenkandidaten um das Bürgermeisteramt aus den Reihen Ihrer eigenen Partei. Rechnen Sie noch mit weiteren Kandidaturen?
Thomas Görtz: "Da möchte ich mich nicht an öffentlichen Spekulationen beteiligen und beobachte in Ruhe die weitere Entwicklung in meiner Partei, der CDU aber auch bei den anderen Parteien und politischen Gruppierungen."

Wie gehen Sie mit der Gegenkandidatur um? Befinden Sie sich schon im Wahlkampfmodus?
Thomas Görtz: "Mich hat diese Interessensbekundung nicht überrascht, das deutete sich durch zahlreiche Signale auch aus dem Umfeld der Parteispitze an. Deshalb war ich auf diese Situation vorbereitet.
Ich arbeite weiter mit vollem Einsatz zum Wohle unserer Stadt und unserer Bürger. Dafür wurde ich von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt. Ich bin nicht gewählt worden, um über ein Jahr vor der Bürgermeisterwahl im Herbst 2020 jetzt im und aus dem Rathaus heraus 'Wahlkampf' zu machen. Diese Situation haben andere herbeigeführt. Ich glaube, die Bürger möchten keine endlose Wahlkampfshow, sondern ernsthafte und authentische Politik für Ihre Stadt. Und deshalb werde ich mich weiter um die Belange unserer Stadt und Bürger mit großer Aufmerksamkeit und Ernsthaftigkeit kümmern.
Als Bürgermeister bin ich dem Allgemeinwohl verpflichtet und das jenseits aller Parteibücher und möglicher parteitaktischer Spielchen, aus denen ich mich gerne heraushalte."

Angenommen Sie verlieren den CDU-internen Machtkampf. Stellen Sie sich dennoch in Xanten zur Wiederwahl als Bürgermeister?
Thomas Görtz: "Ja. Auf dem CDU Neujahrsempfang im Januar habe ich öffentlich meine Bereitschaft für eine erneute BM-Kandidatur erklärt. Dafür habe ich sowohl innerhalb als auch außerhalb der Xantener CDU viele positive Rückmeldungen erhalten. Deshalb ist meine Position in dieser Frage eindeutig, ich kandidiere und würde mich freuen, wenn die CDU meine Kandidatur unterstützt.
Wie schon vor längerer Zeit gesagt, gibt es durchaus die Option, aus dem Amt heraus unabhängig von einer Nominierung durch die CDU zu kandidieren.
Das weitere parteiinterne Verfahren bleibt erst einmal abzuwarten. Ich habe das Gefühl, dass es mittlerweile eine muntere, durchaus kritische Debatte über die Vorgänge der letzten Wochen und Monate innerhalb der CDU gibt. Ich werde das in Ruhe verfolgen und abwarten."

Für Thomas Görtz der Traumjob: Seit vier Jahren ist er Bürgermeister in Xanten. In der Zeit ist viel passiert. Die Stadt zeigt ein anderes Gesicht. Die Entwicklung möchte Thomas Görtz gerne auch weitere fünf Jahre maßgeblich mitbestimmen.
Auf Xantens Bürgermeister Thomas Görtz warten große Herausforderungen. Wenige Tage vor seinem Sommerurlaub stand er dem XANTENER für ein Interview zur Verfügung.
Autor:

Lokalkompass Xanten aus Xanten

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