Von Düsseldorf nach Arnheim – eine Segelboot-Regatta auf dem Rhein
Unterwegs mit der Weißen Flotte

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„Nimm mich mit Kapitän auf die Reise“ (Freddy Quinn)

Es gibt viele angenehme Möglichkeiten den Nachmittag des Pfingstsonntages zu verbringen. Ich entschied mich für eine Rheintour mit der Nautilus von Kapitän Armin Fleck vom Wassersportverein Xanten.

Von Christoph Pries

Xanten. Im Hafen des Wassersportvereins herrscht reges Leben. Ein eher ungewohntes Bild im idyllisch gelegenen, sonst von Ruhe geprägten Hafenbecken. Aber diesmal liegen hier die Segler der Rheinwoche vor Anker. Über 100 weiße Segel bieten dem Betrachter einen tollen Anblick. Überall, so auch auf den Begleitbooten von DLRG und Regattaverantwortlichen, herrscht emsige Geschäftigkeit. Alles bereitet sich auf die Weiterfahrt Richtung Emmerich vor.
Ein lauter Böllerschuss signalisiert; Es geht gleich los. Kapitän Armin Fleck hat die Ruhe weg, als er den Motor der Nautilus startet und den Rückwärtsgang einlegt.

Weiße Segel

„Segler halten die akademische Viertelstunde gerne ein“, weiß der erfahrene Skipper und lacht vergnügt. Gemächlich tuckert das Boot aus dem Hafen des Xantener Wassersportvereins Richtung Aufmündung zum Rhein. Hier haben sich die ersten Regattateilnehmer schon formiert und drehen in den Wind. Weiße Segel gleiten über den Rhein. Der Kampf mit Wind, Wellen und wahnsinnig dicken Pötten ist eröffnet.
Wobei der Wind an diesem Tag eher schwächlich daher kommt. Die Geschwindigkeiten sind so, dass man mit dem Hollandrad am Ufer bequem mithalten kann.
Noch bequemer haben wir es aber auf der Nautilus. Ich liebe den Geruch von frischem Diesel am Nachmittag (die Klimaschützer mögen mir diesen apokalyptischen Scherz verzeihen). Behutsam fahren wir am Ufer vorbei. Hier haben es sich Angler, Sonnenhungrige und aktionsfreudige Familien gemütlich gemacht. Die weißen Segel ziehen ihre Aufmerksamkeit auf sich. Auf Höhe Kalkar ertönt Kirmesmusik. Die Fahrgeschäfte des Kernwasser-Wunderlandes drehen sich und lautes Kinderlachen signalisiert, dass es viele Möglichkeiten gibt, um glücklich zu sein.
Unbeirrt pflügt die Nautilus durch die Wogen. Die Regattateilnehmer gehen auf Zickzackkurs, um den besten Schiebewind einzufangen. Aber Neptun hat an diesem Tag einfach kein Einsehen. Der Wind bleibt mau.

Lasches Lüftchen

Das lasche Lüftchen ist aber nicht das einzige Problem der Regatta-Teilnehmer. Das Verkehrsaufkommen auf dem Rhein ist an diesem Tag vergleichbar mit demjenigen auf den Autobahnen Richtung Holland. Riesige Passagierschiffe schippern Urlauber vom Oberrhein Richtung Niederlande. Dicke Pötte schieben sich stromab- und –aufwärts. Kohle, Öl, Gas, Autos, Container – der Rhein ist die Hauptschlagader der deutschen Logistikunternehmen. Schnittige Sportboote geben mal richtig Stoff und werfen große Wellen.
Die vergleichsweise winzigen Nussschalen der Teilnehmer an der Rheinwoche müssen aufpassen nicht in den Sog der Lastschiffe zu geraten. Wasserschutzpolizei und DLRG umkreisen wachsam die Segler wie der Hütehund die Schafherde.
Auf Höhe Grieth zieht der imposante Schiffermast des dortigen Wassersportvereins die Aufmerksamkeit auf sich. Die Fähre findet viel Zuspruch. Radwanderer warten im Pulk auf die Überfahrt. Skipper Armin Fleck dreht am Rad. Wir drehen bei und steuern wieder den Heimathafen an. Die weißen Segel verschwinden lautlos im diesigen Grau des großen Stromes. Und während wir uns auf den Nachmittagskaffee in der Schute des Wassersportvereins Xantens freuen, kämpfen die Segler weiter mit Wind, Wellen und wahnsinnig dicken Pötten. Ahoi und gute Fahrt!

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